Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2012

Verleihung des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises im Literaturhaus Hamburg. Weihbischof Robert Brahm (Trier), Maja von Vogel, Übersetzerin und Preisträgerin, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Melanie Edwards, Bayard-Verlag, nahm stellvertretend für Anne-Laure Bondoux den Preis entgegen, Thomas Brenner Domkapitular Hamburg. © KNA
Verleihung des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises im Literaturhaus Hamburg. Weihbischof Robert Brahm (Trier), Maja von Vogel, Übersetzerin und Preisträgerin, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Melanie Edwards, Bayard-Verlag, nahm stellvertretend für Anne-Laure Bondoux den Preis entgegen, Thomas Brenner Domkapitular Hamburg (von links). © KNA

Preisverleihung am 3. Mai 2012 in Hamburg

Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Donnerstag, 3. Mai 2012, im Literaturhaus Hamburg den 23. Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst, würdigte die Autorin Anne Laure Bondoux: Sie habe mit ihrem Buch „Die Zeit der Wunder“ eine „wunderbare Spur gelegt, um sich mit den kleinen und großen Lebensfragen auseinanderzusetzen“. Sie zeige keinen einfachen und abgeschlossenen Weg auf, sondern lade alle Sinn- und Spurensucher zu einer spannenden Lese- und Entdeckungsreise ein. Bischof Fürst hob die Bedeutung religiöser Bildung für Kinder als Möglichkeit hervor, „zu erfahren, was es bedeutet, aus religiöser Überzeugung sein Leben mit anderen zu gestalten“. Das Buch für junge Leser ab 12 Jahren sei ein Roman, der die Hoffnung „profiliert der Menschenverachtung und Verzweiflung entgegensetzt“, so der Bischof.

Preisträgerin Anne-Laure Bondoux

Anne-Laure Bondoux, die nicht an der Verleihung teilnehmen konnte, dankte der Deutschen Bischofskonferenz und der Jury für den Preis: „Heute bin ich sehr gerührt, dass mein Buch den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis erhält. In dieser komplexen, schnelllebigen, rauen und unruhigen Welt, der Welt, in der unsere politischen Führer den Fremden häufig als Eindringling und Kriminellen betrachten, beruhigt mich dieser Ausdruck von gemeinsamer Emotion und Werten ein wenig.“ Seit der Erstveröffentlichung des Buches in Frankreich sei ihr deutlich geworden, dass die Charaktere, „ihre Träume, ihre Stimmen und ihre Schicksale Leserinnen und Leser aller Altersgruppen, aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem religiösen Hintergrund berührt haben“, so Bondoux. „Ich hatte nicht daran gedacht, dass das Buch selbst eine Art Wunder werden könnte, aber es war so.“

Preisträgerin Maja von Vogel

Auch in diesem Jahr wurde neben der Autorin auch die Übersetzungsarbeit mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Für die „herausragende Übersetzung“ würdigte die Jury Maja von Vogel, der es gelungen sei, die poetische französische Ausgabe „seelenvoll“ ins Deutsche zu übertragen. Die Übersetzerin freute sich darüber, „dass es Auszeichnungen wie den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis gibt, der auch die Leistung der Übersetzung würdigt“. Durch den Preis bekomme das Buch „Die Zeit der Wunder“ die Aufmerksamkeit, die es verdiene. „Das ist nicht selbstverständlich“, so Maja von Vogel. „Viele gute und wichtige Bücher gehen in der Flut der Neuerscheinungen unter und verschwinden nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung“.

Zum Buch
Der Ich-Erzähler Koumaïl erzählt retrospektiv von seiner Kindheit auf der Flucht: Jahre, in denen die einzige Konstante Gloria ist, die ihm immer wieder erzählt, wie sie ihn als Baby zu sich genommen hat. Schließlich werden sie getrennt und Koumaïl kommt allein in Frankreich an. Jahre später gelingt es ihm, die schwerkranke Gloria in einem Spital in Tiflis wiederzufinden. Kurz vor ihrem Tod erzählt sie ihm ein weiteres Mal seine Geschichte: Eine neue Fassung, nämlich die Wahrheit. Im ergreifenden Ende wird deutlich, dass Gloria ihr Leben nur mit dem Neu-Erfinden einer Lebensgeschichte bewältigen konnte, deren Wahrheit kaum erträglich ist. Geradlinig wird hier von furchtbaren Geschehnissen erzählt – aber auch von der Kraft, die Menschen aufbringen, um sie zu bewältigen: Das einzig wirksame Heilmittel gegen die Verzweiflung ist die Hoffnung.

Autorin
Anne-Laure Bondoux, geboren 1971 in Bois-Colombes (Frankreich), arbeitete nach ihrem Studium der Modernen Literaturwissenschaft zunächst als Journalistin. Seit 2000 ist sie ausschließlich als Autorin von Erwachsenenromanen und Kinder- und Jugendbüchern tätig. Sie engagiert sich stark in der Lese- und Schreibförderung schwieriger Kinder, für die sie Schreibwerkstätten organisiert. Anne-Laure Bondoux, die in der Nähe von Paris lebt, gilt als eine der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Frankreichs.

Übersetzerin
Maja von Vogel, geboren 1973, wuchs in Ahlhorn, Oldenburg und Lingen auf. Nach ihrem Studium in Münster, Göttingen und Paris absolvierte sie den Aufbaustudiengang Buchwissenschaft in München. Bevor sie sich als Autorin und Übersetzerin selbstständig machte, war sie als Lektorin eines Münchener Kinderbuchverlags von 1999 bis 2002 tätig. Heute lebt Maja von Vogel, die mehr als 60 Lese- und Bilderbücher sowie Hörspiele veröffentlicht hat, in Göttingen.


Nachfolgend finden Sie die Grußworte von Bischof Dr. Gebhard Fürst und Domkapitular Dr. Thomas Benner sowie die Dankworte der Preisträgerinnen Anne-Laure Bondoux und Maja von Vogel zum Download.

Grußwort von Bischof Dr. Gebhard Fürst und Jurybegründung

Dankwort der Preisträgerin Anne-Laure Bondoux

Dankwort der Preisträgerin Maja von Vogel

Grußwort von Domkapitular Dr. Thomas Benner

 

Anne-Laure Bondoux (Autorin) und Maja von Vogel (Übersetzerin) – Preisträgerinnen 2012

Die französische Autorin Anne-Laure Bondoux und die deutsche Übersetzerin Maja von Vogel erhalten den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2012. Ihnen wird die Auszeichnung der Deutschen Bischofskonferenz für das im Carlsen Verlag erschienene Buch „Die Zeit der Wunder“ verliehen. Die Jury unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat das Preisbuch aus 226 Titeln, die von 65 Verlagen eingereicht wurden, ausgewählt. Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr zum 23. Mal vergeben. Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), nimmt die Auszeichnung der Preisträgerinnen vor.

Die Verleihung findet am 3. Mai 2012 im Literaturhaus Hamburg statt.


Empfehlungsliste 2012 veröffentlicht

Die Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat 15 Titel für die diesjährige Empfehlungsliste ausgewählt. Zu den nominierten Werken gehören Bilderbücher, Erzählungen und Romane sowie Sachbücher. 65 Verlage haben sich mit 226 Büchern am Wettbewerb beteiligt. Die Entscheidung über den Preisträger wird am 9. März 2012 bekanntgegeben.

In diesem Jahr wird die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung zum 23. Mal vergeben. Die Verleihung durch den Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), ist für den 3. Mai 2012 im Literaturhaus Hamburg vorgesehen.

Folgende Bücher hat die Jury, der neben Weihbischof Robert Brahm (Vorsitz) Gabriele Cramer (Münster), Dr. Gabriele Dreßing (Speyer), Susanne Kriesmer (Burgbrohl), Dr. Heidi Lexe (Wien), Christa Matenaar (Aachen), Prof. Dr. Georg Langenhorst (Augsburg), Bettina Kraemer (Bonn), Gabriele Übler (Bergisch Gladbach) und Stefanie Uphues (Münster) angehören, auf die Empfehlungsliste gesetzt.


Empfehlungen der Jury für 2012

  • David Almond: Mina.
    Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 2011.
  • Els Beerten: Als gäbe es einen Himmel.
    S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main 2011.
  • Anne-Laure Bondoux: Die Zeit der Wunder.
    Carlsen Verlag, Hamburg 2011.
  • Oscar Brenifier: Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da?
    Gabriel Verlag, Stuttgart – Wien 2011.
  • Clay Carmichael: Zoë.
    Carl Hanser Verlag, München 2011.
  • Iwona Chmielewska: Blumkas Tagebuch.
    Gimpel Verlag, Langenhagen 2011.
  • Marie-Hélène Delval: Wie siehst du aus, Gott?
    Gabriel Verlag, Stuttgart – Wien 2011.
  • Kate de Goldi: abends um 10.
    Carlsen Verlag, Hamburg 2011.
  • Heinz Janisch: Wo hört das Meer auf?
    Wiener Dom-Verlag, Wien 2011.
  • Rose Lagercrantz: Mein glückliches Leben.
    Moritz Verlag, Frankfurt/Main 2011.
  • Michael Landgraf: Kinderlesebibel.
    Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2011.
  • Michael Roher: Zu verschenken.
    Picus Verlag GmbH, Wien 2011.
  • Marianne Rössner u. a.: Ein Fest für alle Tage.
    Wiener Dom-Verlag, Wien 2011.
  • Jürg Schubiger: Als der Tod zu uns kam.
    Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2011.
  • Jenny Valentine: Das zweite Leben des Cassiel Roadnight.
  • Deutscher Taschenbuchverlag, München 2011.

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