Pressemeldung
08.02.2012 - Nr. 019

08.02.2012: Internationaler Kongress in Rom

Bischof Ackermann: „Wir müssen den Opfern weiter zuhören“

Bischof Dr. Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch, hat den internationalen Kongress „Auf dem Weg zu Heilung und Erneuerung“ an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom als „Meilenstein im Engagement gegen sexuellen Missbrauch“ bezeichnet. „Er zeigt, wie wichtig der Kirche die Beschäftigung mit diesem Thema ist. Der Papst macht damit klar, dass die Kirche die Aufarbeitung weltweit proaktiv und noch systematischer angehen will.“ An dem hochrangig besetzten Kongress, der noch bis morgen dauert, nehmen 220 Vertreter von 110 Bischofskonferenzen teil. Das Symposium war mit einer Botschaft des Papstes eröffnet worden, in der er mahnte, die Sorge um die Opfer zu einem Hauptanliegen der Kirche zu machen.

„Der Austausch mit den Bischofskonferenzen anderer Länder zeigt mir, dass wir sowohl in der Aufarbeitung als auch in der Prävention nicht an einem Nullpunkt stehen. Aber die Auseinandersetzung mit den Vergehen sexualisierter Gewalt durch Mitarbeiter der Kirche ist längst nicht abgeschlossen. Wir müssen die bereits beschlossenen Maßnahmen weiter in aller Entschiedenheit umsetzen und sie auch immer wieder auf die Wirksamkeit hin überprüfen. Auch nach zwei Jahren intensiver Auseinandersetzung mit dieser Problematik ist es wichtig, sensibel zu bleiben und den Betroffenen immer wieder neu zuzuhören. Nur so können wir vermeiden, dass das Thema wieder in ein Tabu abrutscht.“

Als besonders bewegend schilderte Ackermann den Bericht einer irischen Betroffenen vor den Teilnehmern des Kongresses, die als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen geworden war. „Es war sehr schmerzhaft und bitter, diese Lebensgeschichte und vor allem das Versagen der zuständigen Autoritäten ungeschminkt zu hören.“ Bischof Ackermann nahm auch am Bußakt teil, den Vertreter des Symposiums am Dienstagabend in Rom zelebrierten. „Das gemeinsame Schuldbekenntnis von Vertretern der katholischen Kirche aus der ganzen Welt hat mich gerade in seiner Schlichtheit sehr angerührt.“

Aus Deutschland nimmt an dem Kongress auch der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, teil. Er wird morgen vor den Teilnehmern sprechen. Am 20. Januar 2012 wurde in München ein internationales Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana eröffnet. Träger ist das Erzbistum München und Freising. Das Zentrum wird auf dem Kongress vorgestellt.

 

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