Bischofssynode Jugend 2018

Die XV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode wird im Oktober 2018 unter dem Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ stattfinden.

Papst Franziskus reicht bei einer seiner Generalaudienzen Kindern und Jugendlichen die Hände. © Oss. Rom./Siciliani/KNA


Zur inhaltlichen Vorbereitung auf die Synode hat der Vatikan am 13. Januar 2017 ein Vorbereitungsdokument veröffentlicht, dem ein Fragebogen angehängt ist. Dieser richtet sich an die Bischofskonferenzen und Ordensoberen, an die Dikasterien der Römischen Kurie sowie die Synoden und Hierarchenräte der Katholischen Ostkirchen. Zudem wird es auch einen Online-Fragebogen des Vatikans geben, der sich an alle jungen Menschen zwischen 16 und 29 Jahren wendet. Er ist nach einer Auskunft des Synodensekretariats im Vatikan vom 14. Juni bis 30. November 2017 unter youth.synod2018.va online zu finden. Jeder Jugendliche ist herzlich eingeladen, daran teilzunehmen und seine Stimme einzubringen.

Papst Franziskus stellt im Anschluss an die Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium (2013) und Amoris laetitia (2016) jetzt die Freude am Evangelium in den Mittelpunkt. Sie wird als Plan für die Jugend im 21. Jahrhundert besonders hervorgehoben: „,Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird‘ (Joh 15,11): das ist der Plan Gottes für die Frauen und Männer jedes Zeitalters und daher auch für alle Jugendlichen des dritten Jahrtausends – ohne Ausnahme“, so das Vorbereitungsdokument.

© KNA/Oppitz

Es geht vielfach von den jungen Menschen selbst aus und beginnt mit einer Beschreibung der „Jugendlichen in der Welt von heute“. Der zweite Teil befasst sich mit dem Prozess der Berufungsfindung junger Menschen. Die Kirche hat den Auftrag, die Jugendlichen auf dem Weg mit Gott und zu Gott zu begleiten und an der Freude am Glauben mitzuarbeiten. Der letzte große Abschnitt blickt deshalb auf die konkrete Pastoral vor Ort. Es ist dabei Aufgabe der Kirche, in mutiger Kreativität zu jungen Menschen hinauszugehen, sie zu sehen und sie zu rufen, so dass junge Menschen der Freude des Evangeliums begegnen können.

 

Was heißt „Unterscheidung“ im Sinn der Synode?

Im Vorbereitungsdokument wird erläutert: „Die Unterscheidung wird dann geübt, wenn es gilt, in Situationen der Unsicherheit und angesichts sich widersprechender innerer Regungen Entscheidungen zu treffen und dem eigenen Handeln eine Richtung zu geben. ‚Unterscheidung‘ ist ein klassischer Begriff der Tradition der Kirche, der auf viele verschiedene Situationen angewandt wird. So gibt es die Unterscheidung der Zeichen der Zeit, die darauf ausgerichtet ist, die Gegenwart und das Wirken des Geistes in der Geschichte zu erkennen; die moralische Unterscheidung, welche Gut und Böse unterscheidet; die geistliche Unterscheidung, der es darum geht, die Versuchung zu erkennen, um sie zurückweisen und auf dem Weg zur Fülle des Lebens weitergehen zu können. Die Zusammenhänge zwischen diesen verschiedenen Ausdrucksformen sind klar und sie können nie völlig aufgelöst werden.

Zwei junge Frauen, eine davon eine Nonne, bei der Vigilfeier zum Weltjugendtag in Krakau. © KNA/Oppitz


Vor diesem Hintergrund geht es hier
(bei der Synode) um die Unterscheidung im Hinblick auf die Berufung, das heißt um den Prozess, innerhalb dessen ein Mensch dazu gelangt, im Dialog mit dem Herrn und im Hören auf die Stimme des Geistes, ausgehend vom Lebensstand, die grundlegenden Entscheidungen zu treffen. Jeder Mensch steht vor der Frage, wie es ihm gelingt, die Gelegenheit zur Selbstverwirklichung nicht zu vergeuden. Für die Christen ist diese Frage noch intensiver und tiefer.

Wie kann die frohe Botschaft des Evangeliums gelebt und eine Antwort auf den Ruf gegeben werden, den der Herr an all jene richtet, denen er entgegenkommt: durch die Ehe, das Weiheamt oder das Ordensleben? Und in welchem Bereich können die eigenen Talente fruchtbar gemacht werden: im Berufsleben, im Volontariat, im Dienst an den Letzten, im politischen Einsatz?“

 

Welche Jugendlichen sind gemeint?

Jugendliche spielen Kicker auf dem 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig. © KNA/Oppitz

Im Vorbereitungsdokument aus dem Vatikan heißt es: „Alle Jugendlichen, ohne Ausnahme“ und weiter „Die Jugendlichen sind Subjekt und Objekt der Pastoral. In Wirklichkeit werden sie von der Gesellschaft oft wie eine unnütze oder unbequeme Sache behandelt: die Kirche kann diese Haltung nicht wiederholen, denn alle Jugendlichen ohne Ausnahme haben das Recht, auf ihrem Weg begleitet zu werden.“ Dabei wird jede Gemeinschaft aufgerufen „besonders den armen, ausgegrenzten und ausgeschlossenen Jugendlichen Aufmerksamkeit zu schenken und sie zu Protagonisten zu machen“.

Brief von Papst Franziskus

Zeitgleich mit dem Vorbereitungsdokument wurde auch ein Brief des Papstes an die Jugendlichen vom 13. Januar 2017 vorgestellt. Hierin ermutigt Papst Franziskus die jungen Menschen, auf die Stimme Gottes zu hören, ein Risiko mit ihm zu wagen und sich einer unbekannten Zukunft entgegenzuwerfen. Wie Abraham in ein neues Land zog, sind Jugendliche heute gerufen, eine neue gerechte und geschwisterliche Welt aufzubauen. Auf diesem Weg stellt ihnen die Kirche erfahrene Begleiter zur Seite, sodass sie auf dem Weg der Berufungsunterscheidung den Plan Gottes für ihr Leben entdecken können.

In einer ersten Reaktion auf das Vorbereitungsdokument und den Papstbrief haben sich der Vorsitzende der Kommission für Geistliche Berufe und kirchliche Dienste, Bischof Dr. Felix Genn (Münster), und der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan Oster (Passau), in einer Pressemitteilung geäußert.

Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254