Aufruf zum Weltfriedenstag 2018

Für Freitag, den 12. Januar 2018, rufen der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), der Deutsche Jugendkraft-Sportverband (DJK), die Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands (GKMD) und die Internationale Katholische Friedensbewegung pax christi, unterstützt von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) zu einer Gebetsstunde für den Weltfrieden auf. Einige Anregungen für diese Gebetsstunde sind im Folgenden aufgegriffen.

Zusätzliches Material ist erhältlich beim Jugendhaus Düsseldorf: www.jhdshop.de.

Beim diesjährigen Weltfriedenstag erinnert Papst Franziskus an die über 250 Millionen Migrant/-innen auf der Welt. Ende 2016 waren 65,6 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht vor Krieg und Gewalt, davon 40,3 Millionen innerhalb und 22,5 Millionen außerhalb ihres Heimatlandes: Frauen und Männer, Kinder, junge und alte Menschen mussten ihre Heimat verlassen – auf der Suche nach einem Ort, an dem sie in Frieden leben können. Diese Menschen treibt die Verzweiflung auf den Weg. Sie haben triftige Gründe, warum sie oftmals große Anstrengungen und Risiken auf sich nehmen, sogar ihr Leben riskieren: Sie haben nichts mehr zu verlieren, werfen alles in eine Waagschale auf der Suche nach Frieden und einem besseren Leben, das ihnen ihre Lebensgrundlagen gewährt, wie Sicherheit, Verlässlichkeit, Wohnraum, Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten.

Unsere politischen und gesellschaftlichen Antworten auf diese Suche sind nach wie vor unzureichend. Das im Grundgesetz verankerte Recht auf Asyl und das in der Genfer Flüchtlingskonvention festgelegte Recht auf humanitären Schutz wird zunehmend in Frage gestellt. Gleichzeitig gibt es kaum Möglichkeiten zur legalen Einreise für Menschen, die auf der Suche nach Arbeit und Lebensunterhalt sind. Die Aussetzung der Familienzusammenführung für Geflüchtete aus Kriegs- und Krisengebieten mit subsidiärem Schutz widerspricht dem Gebot des Schutzes von Ehe und Familie.

Integrationsbemühungen werden nicht selten von bürokratischen Regelungen behindert. Ehrenamtliche Integrationshelfer/-innen erhalten nicht genügend Unterstützung für ihre Arbeit mit den oftmals traumatisierten Menschen. Geflüchtete und Migrant/-innen werden mit Vorurteilen belegt bis hin zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Gewalt. Das macht Arbeitsplatz- und Wohnungssuche nicht leichter. „Alle, die – vielleicht zu politischen Zwecken – Angst gegenüber Migranten schüren, säen Gewalt, Rassismus und Fremdendfeindlichkeit, anstatt den Frieden aufzubauen. Dies gibt allen, denen der Schutz eines jeden Menschen am Herzen liegt, Anlass zu großer Sorge.“ (Papst Franziskus)

In der Nachfolge Jesu Christi liegt es in unserer Verantwortung als Christ/-innen, den Migrant/-innen und Geflüchteten auf der Suche nach Frieden beizustehen, insbesondere auch denjenigen bei uns in Deutschland.

Über das Gebet hinaus ist ein nachhaltiges und langfristiges Engagement nötig, politisches Handeln und mannigfaltige konkrete, individuelle Unterstützung vor Ort. Wir laden Sie ganz herzlich ein, zum diesjährigen Weltfriedenstag am 12. Januar 2018 für Migrant/-innen und Geflüchtete zu beten.


Autor(inn)en: Monika Altenbeck (kfd), Stefan Dengel (BDKJ)

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