Anregungen für eine Gebetsstunde

Wer anlässlich des Welttags für den Frieden eine Gebetsstunde vorbereiten möchte, findet hier einige Empfehlungen.

Ein jugendlicher Flüchtling in Sizilien. © DBK/Neumann

Lied zur Eröffnung

Herr, unser Herr, wie bist du zugegen; GL 414

Eröffnung

Liebe Schwestern und Brüder,
herzlich willkommen zum diesjährigen gemeinsamen Weltfriedensgebet.

Das Leitwort des Papstes „Migranten und Flüchtlinge: Menschen auf der Suche nach Frieden“ spricht uns als Christ/-innen direkt an – denn es handelt sich dabei um Menschen, die einen Ort suchen, an dem sie in Frieden leben können. Wir alle sind aufgefordert, unsere besondere Aufmerksamkeit und Anstrengung dafür einzusetzen, dass Menschen nicht ausgeschlossen werden. In dieser Hilfe für die Menschen haben wir die Gelegenheit zur Begegnung mit Jesus Christus.

Wie können wir Menschen, die zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen sind, aufnehmen, schützen, fördern und integrieren? Mit dieser Frage wollen wir diesen Gottesdienst gemeinsam beginnen.

Wir sind versammelt zu diesem Gottesdienst im Namen Gottes, der sich um jedes seiner Geschöpfe wie ein Vater und eine Mutter sorgt, der sich in Jesus Christus an die Seite der Schwachen und ungerecht Behandelten stellt, und der uns in seinem Heiligen Geist die Fähigkeit der Anteilnahme und die Widerstandskraft verleiht gegen alles, was Leben bedroht und zerstört.

(+ Währenddessen wird das Kreuzzeichen vollzogen.)


Aktion

Eine Ansprechperson erzählt über ihr konkretes Engagement für Geflüchtete oder Migrant/-innen und beantwortet Fragen.

Wenn Sie diese Aktion in der Gebetsstunde aufgreifen möchten, suchen Sie im Vorfeld eine Ansprechperson, die von ihren Erfahrungen erzählt: Gibt es in Ihrer Pfarrei, Stadt oder Gemeinde eine Initiative, die sich für Migrant/-innen oder Geflüchtete einsetzt oder kennen Sie ein Gemeindemitglied, das sich dort engagiert? Laden Sie diese Person ein.

 

Kyrie

Gott, du Freund aller Menschen, du sprengst unseren Kleingeist. Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, Freund aller Verfolgten, du sprengst unsere engen Grenzen. Christus, erbarme dich.
Heiliger Geist, Freund der Liebe und des Friedens, du verwandelst Trauer und Wut in Handeln. Herr, erbarme dich.

 

Tagesgebet

Du Gott allen Lebens, Schöpfer der ganzen Welt und aller Menschen, du schenkst uns neue Wege. Mach uns bereit, Schritte des Vertrauens hin auf andere Menschen zu machen. Lass uns nicht vergessen: Wir sind gemeinsam als Wandernde unterwegs und noch nicht am Ziel. Begleite uns in allen Lebenslagen und bewahre uns mit deinem Wort davor, uns abzufinden mit unserer Welt, uns einzurichten in einem allzu engen Leben. Schenke du uns in unserem Beisammensein immer wieder neue Kraft zum Aufbruch. Darum bitten wir durch Jesus Christus, der mit dir lebt und uns liebt in Ewigkeit. Amen.

 

Lesung

Mt 25, 31-40

Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, empfangt das Reich als Erbe, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

 

Fürbitten

Antwortgesang: Ubi caritas et amor; GL 285

Barmherziger Gott, Du liebst Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen und Völkern. Neige Dich uns zu und erhöre unsere Bitten:

Wir bitten um Deinen Schutz für alle, die aus ihrer Heimat flüchten und sich auf gefährlichen Wegen bewegen müssen.

Wir bitten um Deine Kraft für alle, die in fremden Ländern versuchen, in Kultur, Sprache und bei den Menschen anzukommen und Heimat zu finden.

Wir bitten um langen Atem für alle, die haupt- und ehrenamtlich Migrant/-innen und Geflüchtete willkommen heißen.

Wir bitten um Deine Stärkung für alle, die im alltäglichen Miteinander immer wieder Worte der Versöhnung finden.

Wir bitten um Deine Zuwendung für alle, die sich in der Bildungsarbeit für das Erlernen friedlicher Konfliktlösungen engagieren.

Wir bitten um Deinen Geist für alle Politiker und Politikerinnen, damit sie unermüdlich und zäh Wege des Friedens suchen und versuchen.

Wir bitten um Deine ewige und liebende Gegenwart und Heimat für alle, die auf der Suche nach einer neuen Heimat nur den Tod gefunden haben.

Barmherziger Gott, Du bist unsere Hoffnung. Dir dürfen wir unsere Sorgen und unser eigenes Bemühen um mehr Frieden anvertrauen. Amen.

(Autorin: Claudia Nietsch-Ochs)


Vater unser

 

Friedensgruß

Gebt einander ein Zeichen des Friedens, der Versöhnung und der Geschwisterlichkeit!

 

Segen

Segensmeditation zu Mt 25,31-46

Nicht richten, sondern das Richtige tun

„Die Schafe zu seiner Rechten, die Böcke …“ Was haben wir eigentlich gelernt von dieser Gerichtsszene? Schon einmal die Schafe von den Böcken zu scheiden?

Die Verfehlungen der anderen aufzulisten und zu katalogisieren? Nicht zum Richten will Jesus anleiten, sondern zum Tun des Richtigen:

„Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu Essen gegeben“; „ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“.

Wem Leiden nahegeht, das ihn nichts angeht, wer zu den Verlorenen geht, wer zu den Rechtlosen steht, steht auf der rechten Seite.

Das habt ihr mir getan! - Zum rechten Tun, zum richtigen Handeln segne uns der barmherzige Gott, heute und alle Tage. Amen.

(Autorin: Dorothee Sandherr-Klemp)

 

Schlusslied

Bewahre uns Gott, behüte uns Gott; GL 453

Segen

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