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Hilfsprojekte der (Erz-)Bistümer, Orden und Hilfswerke

Flucht und Asyl – dieses Thema bewegt die Gemüter in Kirche und Gesellschaft derzeit wie kaum ein anderes. Die nackten Zahlen sagen noch nichts über die leidvollen Erlebnisse der Flüchtlinge und Asylsuchenden aus, doch lassen sie zumindest die Ausmaße der gegenwärtigen Probleme erahnen.

Die Zahlen ankommender Flüchtlinge sind leicht zurückgegangen. Angesichts der internationalen Entwicklungen – vor allem der Zuspitzung des Krieges in Syrien – ist aber davon auszugehen, dass weiterhin viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen werden. In dieser Situation steht die Kirche vor der Aufgabe, ihr Engagement für die Flüchtlinge auszubauen und weiterzuentwickeln. Auf allen Ebenen – Bistümer und Pfarreien, Caritas, Ordensgemeinschaften und katholischen Verbände – will sie an einer „Kultur der Aufnahme und der Solidarität“ arbeiten und möglichst konkrete Hilfe anbieten. Die Deutsche Bischofskonferenz hat diesem Thema am 17. Februar 2016 einen Studientag bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung gewidmet. Zudem haben die Bischöfe während dieser Vollversammlung die  „Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge“ verabschiedet.

 


Aktuelle Zahlen zur Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche in Deutschland konnte die Deutsche Bischofskonferenz im März 2017 bei der Frühjahrs-Vollversammlung in Bensberg vorstellen. Jetzt liegen die vollständigen Zahlen für das Jahr 2016 vor (Stichtag 31. Dezember 2016; nicht erfasst ist die außerordentliche Flüchtlingshilfe der Ordensgemeinschaften und der katholischen Verbände; alle Zahlen sind Mindestangaben): Die 27 deutschen Bistümer und die kirchlichen Hilfswerke haben insgesamt 127,7 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe aufgewendet: 53,4 Millionen Euro für die Förderung von Initiativen im Inland und 74,3 Millionen für Flüchtlingsprojekte in den Krisenregionen. In 2015 wurden insgesamt mindestens 112 Millionen Euro bereitgestellt, in 2014 waren es 73,1 Millionen Euro.

Neben der dringend notwendigen finanziellen Hilfe unterstützen die Bistümer, Hilfswerke, katholischen Verbände, Orden und Gemeinden ganz konkret vor Ort (Stand 31. Juli 2016): In mindestens 1.381 kirchlichen Gebäuden haben rund 28.000 Flüchtlinge eine Bleibe gefunden. Was diese Zahlen nur erahnen lassen, ist das außerordentlich hohe Maß an persönlicher Zuwendung und menschlicher Begleitung, das den vielen Schutzsuchenden im Raum der Kirche zuteilwird. Etwa 5.900 hauptamtliche Mitarbeiter und mehr als 100.000 ehrenamtlich Engagierte geben der kirchlichen Flüchtlingshilfe Tag für Tag ein Gesicht.

 

Ein Flüchtlingskind auf der griechischen Insel Lesbos. © picture alliance


Angesichts der Zahl von Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, hat die Kirche ihr Engagement im Bereich der Flüchtlingshilfe spürbar intensiviert. Die Initiativen der Bistümer, Caritasverbände, Kirchengemeinden, Ordensgemeinschaften und kirchlichen Gruppen decken das ganze Spektrum der Flüchtlingshilfe ab: Neben materieller wird auch seelsorgliche Unterstützung geleistet; neben Rechts- und Verfahrensberatung werden auch Maßnahmen zur Sprach- und Integrationsförderung angeboten; neben Berufsberatungs- und Bildungsangeboten gibt es auch besondere Hilfeleistungen für minderjährige Flüchtlinge; und neben der Bereitstellung von Unterkünften wird auch für psychologische und ärztliche Betreuung gesorgt. Neu eingerichtete Sonderfonds der Diözesen stellen dabei sicher, dass den Flüchtlingen rasch und unkompliziert geholfen werden kann. Das vielfältige ehrenamtliche Engagement in den Kirchengemeinden zeugt von einer weitverbreiteten Willkommenskultur.

Der Einsatz der Kirche für Flüchtlinge ist jedoch nicht auf Deutschland beschränkt, sondern atmet den Geist der weltweiten Solidarität. So stellen etwa die kirchlichen Hilfswerke umfangreiche Angebote für Flüchtlinge in den Krisenregionen zur Verfügung. Zahlreiche dieser Hilfsprojekte verstehen sich darüber hinaus – soweit dies angesichts von Krieg und Gewalt möglich ist – auch als Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen.

In der öffentlichen Debatte versteht sich die Kirche als Anwältin der Flüchtlinge und Schutzbedürftigen. Die kirchlichen Verantwortungsträger setzen klare Zeichen für die Solidarität mit Flüchtlingen sowie gegen fremdenfeindliche Tendenzen und weisen beharrlich auf Missstände in der gegenwärtigen Asyl- und Flüchtlingspolitik hin.

 

Übersicht: Hilfsprojekte der (Erz-)Bistümer, Orden und Hilfswerke

Bistum Aachen


Ein festes Dach über dem Kopf zu haben, ist zweifellos ein menschliches Grundbedürfnis. Im Bistum Aachen stellen viele Pfarreien, Ordensgemeinschaften und das Bistum Flüchtlingen Wohnungen und Häuser zur Verfügung. Um weiteren geeigneten Wohnraum zu schaffen, unterstützt das Bistum die Pfarrgemeinden mit finanziellen Mitteln. Auf diese Weise konnten ca. 470 Flüchtlinge untergebracht werden.

Doch Flüchtlingsarbeit geht im Bistum Aachen weit über die bloße Wohnraumbeschaffung hinaus. Schwerpunkt ist eine gelingende Integration. Eine zentrale Rolle nehmen hier die Caritas und die Fachverbände ein. Die Betreuungs- und Hilfsangebote von vielen Haupt- und Ehrenamtlichen reichen von Sprachunterricht und Hausaufgabenhilfe über Beratungsangebote bis hin zu Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeindesozialarbeitern der Caritas sind Flüchtlingsseelsorger Ansprechpartner für Flüchtlinge und Ehrenamtliche. Das Forum in Mönchengladbach bietet zudem gezielt Schulungen für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit an. Um all dies zu ermöglichen, hat das Bistum Aachen allein im Jahr 2015 rund 3,9 Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung gestellt. Für 2016 hat das Bistum bis jetzt rund 2,4 Millionen Euro bereitgestellt.

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Bistum Augsburg


Im Doppelhaushalt 2015/2016 des Bistums Augsburg sind 4,417 Millionen Euro für Flüchtlingsarbeit bereitgestellt. Diese Summe beinhaltet unter anderem Finanzmittel für die Instandsetzung kirchlicher Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen, Zuschüsse an das Kolping-Bildungswerk für die Betreuung von jugendlichen Flüchtlingen und an den Diözesan-Caritasverband (DiCV) für die Asylsozialberatung.

Die Zahlen der in kirchlichen Einrichtungen im Bistum Augsburg untergebrachten Flüchtlinge (Stand Dezember 2015): 879 insgesamt, davon 531 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, rund 600 weitere Plätze sind in Planung. Diese sind derzeit in mehr als 50 kirchlichen Einrichtungen – Gebäude der Diözese, Pfarreien (Pfarrhöfen, Pfarrzentren, Wohnungen in Pfarreieigentum), Orden, Träger der Jugendhilfe (Kolping, Katholische Jugendfürsorge, kirchliche Kinderheime) – untergebracht; rund 35 weitere Wohnraumangebote befinden sich derzeit in der Prüfung.

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Erzbistum Bamberg


Das Erzbistum Bamberg hat zusätzlich zu den laufenden Kosten der Caritas für die Flüchtlingsbetreuung einen Sonderfonds über 750.000 Euro bereitgestellt. Mit dem Geld können bzw. konnten in den 15 Caritas-Kreisverbänden Stellen für Sozialpädagogen geschaffen werden, die die Asylbewerber menschlich und fachlich beraten und betreuen. Unter anderem werden in verschiedenen Einrichtungen aktuell (Stand Juli 2015) rund 220 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stationär untergebracht. In den nächsten Monaten werden weitere Plätze geschaffen.

Darüber hinaus beteiligen sich einige Einrichtungen in unterschiedlicher Weise an der Betreuung in den neu errichteten Notunterbringungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, in denen bis zu 60 Jugendliche im Sinne einer humanitären Ersthilfe untergebracht und stundenweise pädagogisch betreut werden. Der SKF Nürnberg unterstützt Pflegefamilien, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufnehmen. Der SKF Bamberg sowie einige Caritas-Verbände stellen die Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (z. B. CV Coburg).

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Erzbistum Berlin


Im Dezember 2014 stellte das St. Hedwig-Krankenhaus ein leer stehendes Bettenhaus zur Verfügung und verschob dafür einen bereits geplanten Umbau. Die Caritas übernahm die Trägerschaft und organisierte die Betreuung der Flüchtlinge. Im Umfeld des Krankenhauses engagierten sich spontan rund 100 Ehrenamtliche, die die Flüchtlinge mit Sprachkursen, Kunstaktionen, Spielzeug und Kleidung unterstützten. Die große Hilfsbereitschaft hält noch immer an.

Anfang 2015 eröffnete die Caritas eine Beratungsstelle für Flüchtlinge und Ehrenamtliche, die gemeinsam von der Caritas und dem Erzbistum Berlin finanziert wird. Hier werden Flüchtlinge individuell beraten, aber auch Ehrenamtliche, die sich für Flüchtlinge einsetzen, können sich Rat und Unterstützung holen. Viele Pfarrgemeinden in Berlin, Brandenburg und Vorpommern koordinieren Hilfsaktivitäten für Flüchtlinge in ihrer Umgebung: Ehrenamtliche aus der Pfarrei begleiten Flüchtlinge zu Behörden und Ärzten, erteilen Deutschkurse, organisieren Kinderbetreuung oder stellen Geld- und Sachspenden bereit. Wohnraum für Flüchtlinge, vor allem für Familien, steht in einer begrenzten Anzahl von Gemeinden zur Verfügung.

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Bistum Dresden-Meißen


Das Bistum Dresden-Meißen hat einen Flüchtlingshilfefonds in Höhe von 150.000 Euro eingerichtet, der vom Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen verwaltet wird. Damit sollen Einzelhilfen geleistet werden, z. B. für Haushaltsgegenstände, Bekleidung, Anwaltskosten. Einen Antrag auf solche Einzelhilfen können die Dekanatscaritasverbände und die Pfarrer stellen. Im Auftrag der Kommunen leisten mehrere Dekanatscaritasverbände Flüchtlingssozialarbeit. Die Caritasverbände auf Diözesan- und Regionalebene treten in politischen Gesprächen und in der Gremienarbeit für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ein.

Ehrenamtlich engagieren sich Mitglieder der katholischen Pfarreien für die in ihrem Gebiet untergebrachten Flüchtlinge und Asylbewerber – durch das Angebot von Sprachkursen, gemeinsamen Ausflügen und Fußballspielen, Begleitung zu Ämtern –, häufig in Zusammenarbeit mit den Caritasverbänden. Der Diözesancaritasverband bietet Fortbildungen und Informationsmaterial für die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen an.

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Bistum Eichstätt


Auf Wunsch von Bischof Gregor Maria Hanke hat das Bistum Eichstätt Anfang Oktober 2014 die ehemalige Maria-Ward-Realschule in Eichstätt mietfrei als Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Die Regierung von Oberbayern betreibt in den Räumen eine Dependance der Erstaufnahmeeinrichtung Bayernkaserne für bis zu 300 Asylsuchende. Die Caritas ist für die Asyl- und Flüchtlingsberatung in der Einrichtung verantwortlich und leitet weitere Beratungsstellen im Bistum.

Allein für den Bezug der ehemaligen Maria-Ward-Realschule hat das Bistum 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Die Diözese trägt weitere Kosten für das Personal in der Asylberatung, für die Qualifizierung und Unterstützung von Ehrenamtlichen sowie für einen Notfallfonds, der schnelle humanitäre Hilfe gewährleisten soll.

Das Bistum Eichstätt hat zusätzlich einen Flüchtlingsseelsorger ernannt. Bischof Hanke betraute Dr. Andreas Thiermeyer mit dieser Aufgabe. Der Diözesanbeauftragte für die Seelsorge an Migranten organisiert zum Beispiel pastorale Angebote für christliche Asylsuchende. Zusätzlich bündelt ein Referent des Malteser Hilfsdienstes das bistumsweite ehren- und hauptamtliche Engagement, unterstützt Helferkreise, vernetzt diese mit behördlichen Stellen und konzipiert Integrationsprojekte.

Nicht zuletzt ist es dem Bistum Eichstätt ein Anliegen, Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen. Hier sind beispielhaft die jahrzehntelangen Partnerschaften zu den Diözesen im afrikanischen Burundi sowie zur Diözese Poona in Indien zu nennen. Die Diözese Eichstätt unterstützt außerdem die katholischen Hilfswerke wie etwa Missio, Misereor oder Adveniat.

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Bistum Erfurt


Der Bistumsleitung sind bis heute zwölf Wohnungen in der Diözese Erfurt angezeigt, die als Unterkünfte für Flüchtlingsfamilien angeboten werden bzw. schon bezogen sind. Es werden nicht nur Christen, sondern auch Muslime aufgenommen. Das Ökumenische Hainich-Klinikum, bei dem Caritas und Diakonie Mitgesellschafter sind, hat die Betreibung und Betreuung der dritten Erstaufnahmeunterkunft in Thüringen übernommen, sie bietet bis zu 1.000 Flüchtlingen Platz. Die Malteser-Werke betreuen seit dem 1. Februar 2016 in der Stadt Erfurt eine Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. In Heiligenstadt, im Eichsfeld, widmen sich Salesianer dieser Aufgabe.

Neben den langjährig bereits bestehenden Initiativen zur Aufnahme und Betreuung von Geflüchteten sind in den vergangenen Monaten in vielen Gemeinden zusätzliche Gruppen und Kreise entstanden die Begegnungs-, Informations- und Hilfsangebote bereithalten. Dabei haben sich kurze Wege zwischen Gemeinden und Caritas als sehr fruchtbar erwiesen.

Neue Stellen, teilweise staatlich gefördert, sollen eine breitere Ansprechbarkeit für unsere neuen Nachbarn bieten, den in ihrer Freizeit engagierten Menschen zuverlässige Ansprechpartner sein und eine Entlastung für die Mitarbeiter in Caritas und Pastoral bewirken. Eine Herausforderung ist die Integration der angekommenen Christen. Vom 1. April 2016 an wird im Seelsorgeamt eine Referentenstelle zur Förderung ehrenamtlichen Engagements und zur Koordinierung der verschiedenen katholischen Initiativen eingerichtet.

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Bistum Essen


Im Ruhrgebiet mit seiner jahrhundertelangen Migrationsgeschichte verfügen katholische Einrichtungen über einen großen Erfahrungsschatz in der Betreuung von Flüchtlingen. Dem aktuellen Anstieg der Flüchtlingszahlen begegnet die Kirche im Bistum Essen in enger Kooperation mit dem Caritasverband im Ruhrbistum unter anderem mit einem eigens aufgelegten Fonds, der ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe unterstützt, sowie mit Informationen und Fortbildungsangeboten für ehrenamtliche Helfer vor Ort.

Jenseits der regulären Flüchtlingsbetreuung – zum Beispiel durch die Caritasverbände vor Ort – helfen Kirchengemeinden und Verbände oft vor allem dort, wo die staatlich organisierte Versorgung endet. So gibt es neben dutzenden Helferkreisen, die Kleiderkammern aufbauen, bei Hausaufgaben und Deutschunterricht helfen oder Freizeitangebote für Flüchtlinge organisieren, spezielle Angebote für besondere Notlagen. Das sozialpastorale Zentrum „Petershof“ in Duisburg-Marxloh beispielsweise bietet regelmäßig eine medizinische Sprechstunde für Flüchtlinge an.

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Erzbistum Freiburg


Weltweit sind über 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Nur ein sehr kleiner Teil davon erreicht Europa und noch weniger Deutschland. Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, wurden in ihrer Heimat wegen ihrer Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder ethnischen Herkunft verfolgt. Terror und Krieg bedrohte ihr Leben oder existenzielle materielle Not und Hoffnungslosigkeit haben sie zur Flucht getrieben.

Mit Blick auf die stark gestiegene Zahl der Flüchtlinge hat Erzbischof Stephan Burger Kirchengemeinden und Menschen in der Nachbarschaft von geplanten Flüchtlingsunterkünften um verstärkte Mithilfe gebeten. „Es gibt bereits eine enorm große Hilfsbereitschaft. Wir müssen Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Elend geflohen sind und dauerhaft hier bleiben können, willkommen heißen, auf sie zugehen, mit ihnen ins Gespräch kommen und sie integrieren. Dann werden auch wir durch sie bereichert.“

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Bistum Fulda


Der Caritasverband für das Bistum Fulda ist mit der Koordination der Flüchtlingshilfe beauftragt worden. In seinen Regionalcaritasverbänden an den Standorten Kassel, Fulda und Hanau werden aktuell 2.250 Flüchtlinge in 30 Gemeinschaftsunterkünften betreut (Flüchtlingssozialberatung und -betreuung). Diese Aufgabe wurde den Verbänden von den zuständigen Kommunen übertragen. Die Gemeinschaftsunterkünfte werden in der Regel von einem privaten Betreiber unterhalten; eine Gemeinschaftsunterkunft in Kassel wird von der örtlichen Caritas betrieben. Die Betreuung an den Standorten sowie die dazu notwendige Koordination übernehmen 50 hauptamtliche Mitarbeiter (inkl. Verwaltung und Haustechnik). In der Arbeit werden sie von 700 Ehrenamtlichen unterstützt.

Die Arbeit in der Flüchtlingsbetreuung wird unterstützt und ergänzt durch die Migrationsdienste (Migrationsdienst für erwachsene Zuwanderer MBE; die Jugendmigrationsdienste; Migrationssozialarbeit) an den Standorten Kassel, Fulda und Hanau. In weiteren vier kirchlichen Unterkünften (Stadtpfarrei Fulda, St. Josef; Priesterseminar; Wohnhaus Elisabethenstraße Fulda und in Pfarrei Hl. Kreuz in Bergen-Enkheim) werden insgesamt 25 Flüchtlinge (Einzelpersonen und Familien) betreut. Im Bereich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge / Ausländer (UMF/UMA) werden in zehn kirchlichen Einrichtungen in Fritzlar, Marburg und Fulda mit Außenstellen Rhön und Main-Kinzig-Kreis durch die Caritas-Jugendhilfe insgesamt 250 jugendliche Flüchtlinge betreut. Dafür stehen insgesamt 135 Mitarbeiter zur Verfügung (Personalschlüssel Jugendhilfe).

Die Schwerpunkte der Arbeit neben der Flüchtlingssozialbetreuung in den Gemeinschaftsunterkünften und den Pfarrhäusern / Priesterseminar und den Jugendhilfeeinrichtungen (UMF / UMA mit Schwerpunkt Erziehung) im Bereich der Caritas sind folgende Maßnahmen:

  • Unterstützung in der Durchführung von Sprachkursen-Durchführung von Projekten,
  • Bezuschussung von Familienzusammenführungen (Flugkosten, Visa),
  • Übernahme von Dolmetscher- und Übersetzerkosten (im Alltag),
  • Gewinnung, Fortbildung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen,
  • Ausstattung mit Kleidern (Kleiderhilfe, Kleiderkammern),
  • Fortbildung von Hauptamtlichen in Asylgesetzgebung,
  • Erstellen von Informationsmaterialien, Broschüren.

2015 wurden im Bereich der Caritasverbände im Bistum Fulda insgesamt 262.100 Euro an nicht refinanzierten Mitteln für die Flüchtlingshilfe aufgebracht. Das Bistum Fulda hat 100.000 Euro zusätzlich für Sprachkurse der 18- bis 25-Jährigen zur Verfügung gestellt.

Die Arbeit von 2015 wird im benötigten Rahmen weitergeführt.

Die katholischen Akteure (Pfarrgemeinden, Caritas, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, Kolping, Sozialdienst katholischer Frauen, Bund der Deutschen Katholischen Jugend, Malteser etc.) im Bereich der Flüchtlingshilfe werden durch die Kooperation im Netzwerk unter der Koordinierung des Flüchtlingsbeauftragten weitere Ressourcen und Synergien schaffen. Es werden z. B. Angebote für nachhaltige Integration (Sozialraumorientierung / Pfarrgemeinden) sowie Zugang zu Bildung und Arbeit (z. B. Kolping-Lernwochen) eröffnet werden. Integration und Bildung / Ausbildung sind nach der Phase des Ankommens die drängenden und wichtigsten Aufgaben 2016.

Die gelebte Willkommenskultur, die Übernahme von Patenschaften etc. wird weiter aktiv begleitet und gelebt. In den Pfarrgemeinden sollen zusätzliche Angebote der Begegnung, des Wohnens gerade auch für christliche Flüchtlinge oder für Flüchtlinge aus mit Rom unierten Kirchen geschaffen werden, um für diese eine religiöse Heimat und seelsorgliche Betreuung zu schaffen.

Durch die Bereitstellung von 1 Million Euro in 2016 werden die Hilfeanstrengungen in der Sache noch erhöht. Aus diesem Fonds sollen besonders auch Projekte mit pastoralem Bezug gefördert werden, durch die Flüchtlinge bei der Integration unterstützt werden oder die interkulturelle und interreligiöse Verständigung gefördert wird.

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Bistum Görlitz


Das Bistum Görlitz hat die syrischen Flüchtlinge in Görlitz mit der Finanzierung von Sprachkursen unterstützt. Einen eigenen Flüchtlingsfonds hat das Bistum (noch) nicht eingerichtet. Es hilft Flüchtlingsfamilien punktuell bei Bedarf. „Diese Familien sind eine Bereicherung für uns. Fremde sind immer eine Bereicherung“, sagte Bischof Wolfgang Ipolt am Rande der Begegnung mit Flüchtlingen aus Aleppo (Syrien) unlängst in Görlitz. Es sei nur bedauerlich, „dass sie unter diesen Umständen zu uns kommen“. Die syrischen Christen kämen aber nicht grundlos nach Deutschland. „Ihnen ist dort die Existenzgrundlage entzogen. Und sie sorgen sich um das Wohl ihrer Kinder“, so Bischof Ipolt.

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Erzbistum Hamburg


Viele Arme und Benachteiligte kommen aus Krisenregionen und Kriegsgebieten nach Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg. Sie suchen nach einem meist langen und leidvollen Weg neue Perspektiven. Diese Menschen will das Erzbistum Hamburg mit dem Hilfsfonds „Hilfen für Flüchtlinge“ unterstützen. Der Fonds hilft Gemeinden, Gruppen und engagierten Menschen weiter, die Flüchtlingsarbeit anbieten oder aufbauen wollen.

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Bistum Hildesheim


Das Bistum Hildesheim hat einen Nothilfefonds von 800.000 Euro für Flüchtlinge aufgelegt: Damit werden die Flüchtlingshilfe der Caritas sowie die ehrenamtlich getragenen Hilfsvorhaben von Pfarrgemeinden und Initiativen unterstützt. Eine Aufstockung des Nothilfefonds ist in Planung. Im Grenzdurchgangslager Friedland unterhält der Caritasverband für die Diözese Hildesheim eine erste Anlaufstelle für Flüchtlinge, darüber hinaus verfügen zwölf Orts-Caritasverbände im Bistum über Beratungsstellen für Migranten. Um Neuankömmlinge aus dem Ausland zu unterstützen, stehen mehr als 60 Berater zur Verfügung.

Ein von Bischof Norbert Trelle initiiertes Spendenprojekt hat mehr als 220.000 Euro für die ehrenamtliche Arbeit der Malteser Migranten Medizin in Hannover erbracht. Diakonie und Caritas haben mit der Broschüre „Flüchtlinge in Niedersachsen. Was kann ich tun?“ eine praktische Hilfe für Frauen und Männer herausgegeben, die ehrenamtlich Flüchtlinge unterstützen und begleiten. An mehreren Orten im Bistum sind Flüchtlinge in kirchlichen Gebäuden untergebracht.

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Erzbistum Köln


Damit Flüchtlinge im Erzbistum Köln gut leben können, wollen wir in unseren Gemeinden eine Willkommenskultur für alle Menschen schaffen. Die Aktion Neue Nachbarn unterstützt, vernetzt und fördert seit November 2014 die vielen Flüchtlingshelfer im Erzbistum Köln und präsentiert ihre Arbeit in der Öffentlichkeit. An Gemeinden und Initiativen im Erzbistum Köln werden Zuschüsse ausgezahlt. Wir bieten allen Engagierten außerdem Informationen, Ansprechpartner und neue Ideen. Seit dem Beginn des Projektes engagieren sich nun Tausende für Flüchtlinge und eine Willkommenskultur in den Gemeinden.

Flüchtlinge unterstützen wir auch, indem wir uns öffentlich für eine ihre Würde achtende Politik einsetzen. Die Schläge der größten schwingenden Glocke der Welt – des „Dicken Pitter“ – hallten am 19. Juni 2015 über den Roncalliplatz in Köln. Glocken von über 230 anderen Kirchen aus dem Erzbistum stimmten ein. Seit dem Jahr 2000 haben über 23.000 Flüchtlinge bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, um nach Europa zu gelangen, ihr Leben verloren. Jedem Einzelnen widmete das Erzbistum Köln mit dieser bundesweit beachteten Aktion einen Glockenschlag und forderte so auch zu einer „Globalisierung der Nächstenliebe“ auf. Kardinal Woelki hatte an dem Abend zu Spenden für MOAS aufgerufen. Die Hilfsorganisation MOAS rettet Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken.

Für die schnelle, selbstorganisierte Flüchtlingshilfe in der Nachbarschaft gibt es eine eigene Facebook-Gruppe – das „Neue-Nachbarn-Netzwerk“. Persönliche Hilfe, Schulranzen, Fahrräder, eine ganze Wohnung: hier wird unkompliziert angeboten und vermittelt, damit Hilfe schneller bei Flüchtlingen ankommt.

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Bistum Limburg


Das Bistum Limburg engagiert sich im Rahmen seines Projektes „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ in der Flüchtlingsarbeit. Für das Projekt hat das Bistum 3,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Es arbeitet eng mit dem diözesanen Caritas-Verband zusammen. Mit den Mitteln wurden unter anderem die Beratungsangebote für Flüchtlinge ausgebaut sowie verschiedene Projekte ehrenamtlicher Initiativen – etwa Sprachkurse oder Begegnungstreffen – unterstützt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Qualifizierung Ehrenamtlicher durch entsprechende Schulungen. Die Projektbeauftragte baut außerdem ein Netzwerk ehrenamtlicher Initiativen und Gruppen im Bistum Limburg auf.

Dokumentation von Aktivitäten

Finanzmittel
Insgesamt 3,3 Millionen Euro

Sachmittel
rund 35.000 Euro für Bistumsbeauftragte über 5 Jahre

Unterkunftsstellung
Allgemeine Unterbringung (Stand: Februar 2016)

  • Anzahl der belegten Objekte: 87
  • Gesamtpersonenzahl: 787-826 (geschätzt)

Personal
Finanziert über das Bistum:
13 Stellen (30- bis 100-Prozent-Stelle)

Finanziert durch Caritas:

  • 8 Stellen (20- bis 150-Prozent-Stelle) in den Bereich Ehrenamtskoordination und Wohnraumhilfe
  • rund 150 Stellen (unterschiedliche Stellenumfänge) in Betreuung von UmA

Sonstiges

  • Zuschuss bei Renovierungs-/ Reparaturmaßnahmen in kirchlichem Wohnraum bei Vermietung an Flüchtlinge von max. 5.000 Euro pro Maßnahme (ca. 80.000 Euro vergeben; Stand Januar 2016)
  • Zuschuss in den Fonds „Partnerschaft mit Flüchtlingen für eine Willkommenskultur im Bistum Limburg“ (250.000 Euro Bistumsmittel; 50.000 Euro aus Spendengeldern des Diözesancaritasverbandes Limburg)
    Bisher finanziert: 41 Sprachkurse, 61 Integrationsprojekte, 40 besondere Projekte, 22 Einzelfallbeihilfen
  • Qualifizierungsfonds zur Schulung Ehrenamtlicher in der Flüchtlingshilfe (Volumen 100.000 Euro)

Besondere Vorhaben

  • 50-Prozent-Finanzierung von 25 Stellen im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug in Pfarrgemeinden und Caritasverbänden
  • Broschüre „Willkommenskultur für Flüchtlinge im Bistum Limburg“ (Arbeitshilfe für Ehrenamtliche und Hauptamtliche)

Anzahl Ehrenamt
c
a. 160-170 ehrenamtliche Gruppen bekannt (Stand: November 2015)

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Bistum Magdeburg


Mit der Flüchtlingshilfe Sachsen-Anhalt unterstützt das Bistum Magdeburg Flüchtlinge, die nach Sachsen-Anhalt kommen. Laut Gründungsurkunde gilt diese Hilfe „Menschen, die aus lebensbedrohlichen Krisengebieten nach Sachsen-Anhalt kommen beziehungsweise gekommen sind, in prekären Lebenssituationen und unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus“. Die Unterstützung wird auf der Grundlage christlicher Nächstenliebe gegenüber jedermann gewährt, ungeachtet seiner Religion, Herkunft, Hautfarbe und seines Geschlechts.

Das Bistum Magdeburg hat dafür zunächst einen Fonds eingerichtet, in den bislang 250.000 Euro eingegangen sind, darunter 90.000 Euro vom Bistum selbst. Regelmäßig findet eine Kollekte in den Gemeinden des Bistums statt. In den Fonds kann jeder einzahlen, der das Anliegen unterstützen möchte. Viele Bürger des Landes haben diese Möglichkeit zu helfen, bereits genutzt. Verwendet werden diese Spenden unter anderem für Hilfen bei Familienzusammenführung, für Fahrtkosten, zur Unterstützung bei Ausbildung und Arbeitssuche und bei Beschaffen von Beglaubigungen und Gutachten. Die Verwaltung des Fonds liegt in den Händen des Caritasverbandes.

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Bistum Mainz


Das Bistum Mainz hat im Dezember 2014 einen Flüchtlingsfonds eingerichtet. Zweck des Fonds ist es, das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge in den Pfarrgemeinden finanziell zu unterstützen. Im Jahr 2015 hat das Bistum dem Fonds eine Million Euro zugeführt; 2016 werden es zusätzlich 2,5 Millionen Euro sein. Hinzu kommen finanzielle Mittel für Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen bei der Überlassung von pfarreigenem Wohnraum für Flüchtlinge (400.000 Euro im Jahr 2015 und 600.000 Euro im Jahr 2016).

Darüber hinaus unterstützt das Bistum den Neubau von Flüchtlingsunterkünften, etwa mit 200.000 Euro für die Christliche Flüchtlingshilfe Egelsbach/Erzhausen. Auch der Umbau des ehemaligen Kapuzinerklosters in Dieburg für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge für 200.000 Euro ist vom Bistum übernommen worden. Unter anderem trägt das Bistum Mainz die Mietkosten für zwei Häuser, in denen der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Mainz-Mombach Wohngemeinschaften für Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder betreut.

Im Dezember 2015 hat das Bistum die Planung, Steuerung und Koordination der strategischen Ziele in der Flüchtlingshilfe in der neu gegründeten Stabsstelle Migration/Integration gebündelt. Nach einer ersten Schätzung engagieren sich rund 2.000 ehrenamtliche Mitarbeiter im Bistum für die Flüchtlingshilfe. Diese Übersicht beinhaltet bislang nur Daten aus dem Bischöflichen Ordinariat.

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Erzbistum München und Freising


Das Erzbistum München und Freising stellt für 2016 Fördermittel für die Flüchtlingshilfe in Höhe von 8,32 Millionen Euro bereit. Im Besonderen sollen die Mittel für Modellprojekte, psychologische und therapeutische Hilfen, die Asylsozialarbeit, Bildungs- und Qualifizierungsangebote für Flüchtlinge wie für ehrenamtliche Unterstützer und konkrete Hilfen etwa für Schwangere sowie Sachmittel verwendet werden. Derzeit (Stand Februar 2016) werden in der Erzdiözese gut 1300 Unterkunftsplätze in circa 70 kirchlichen Objekten bereitgestellt. 

Für ein Modellprojekt wird aktuell der sogenannte Josefstrakt des Klosters Beuerberg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zu einer Unterkunft für Flüchtlinge umgebaut. Auf einer Wohnfläche von 1300 Quadratmetern sollen etwa 75 Flüchtlinge untergebracht und von den gemeinnützigen Malteser Werken betreut werden. Das Projekt verfolgt ein integratives Konzept, in dem die Bereitstellung und die Verwaltung von Wohnraum sowie die Betreuung der Flüchtlinge aus einer Hand erfolgen. Es beinhaltet beispielsweise Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung und Sportangebote sowie einen Frauentreff, aber auch Informationsveranstaltungen für die Nachbarn und die Einbeziehung von Ehrenamtlichen. Außerdem entsteht auf dem Klostergelände in Kooperation mit Kindergarten und Grundschule ein Mehrgenerationenspielplatz, der von Anwohnern und Flüchtlingen gemeinsam genutzt werden soll. Zudem ist geplant, das laufende Projekt zu evaluieren, um aus den Erfahrungen aller Beteiligten Erkenntnisse für eine bestmögliche Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen zu gewinnen.

Zusätzlich wird das Erzbistum ein „Zentrum für Flucht, Asyl und Integration“ in dem Gebäude des ehemaligen Kapuzinerklosters in der Tengstraße in München-Schwabing einrichten. Die wichtigste Funktion des Zentrums soll in der Koordination und subsidiären Unterstützung für ehrenamtliche Helfer und für kirchliche Dienststellen bestehen. Es soll ein Ort der Kommunikation, Begegnung und Information sein, an dem auch Schulungen oder Konferenzen möglich sein sollen. Gemeinsam mit dem diözesanen Caritasverband und den in der Flüchtlingsarbeit aktiven katholischen Fachverbände soll so ein Ort der Vernetzung des katholischen Engagements für Flüchtlinge entstehen. Die aktiven Verbände und Institutionen sind eingeladen, im Zentrum Beiträge zu einer gelingenden Arbeit mit Flüchtlingen und zur Integration anzubieten. Zudem soll es dort auch direkte Hilfen für Flüchtlinge geben, indem etwa Räume für Beratung, Begegnungen, Kontaktbörsen, Konferenzen, Kinderbetreuung oder auch eine rund um die Uhr erreichbare Anlaufstelle eingerichtet werden. Auch an eine Küche und Essenräume sowie die Bereitstellung von Notschlafplätzen wird gedacht.

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Bistum Münster


Das Bistum Münster hat 2015 und 2016 insgesamt 5 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. Damit werden zum einen kircheneigene Gebäude zu Unterkünften umgebaut (bislang ein Dutzend im NRW-Teil des Bistums und vier im oldenburgischen Teil, hinzu kommen unzählige Wohnmöglichkeiten, die Pfarreien und Institutionen ohne Zuschüsse des Bistums auf die Beine gestellt haben) und zum anderen ehrenamtliche Initiativen unterstützt (im Jahr 2015 erhielten über 130 Projekte Unterstützung). Außerdem sind zehn Vollzeitstellen für eine Laufzeit von zwei Jahren eingerichtet worden, um die ehrenamtliche Arbeit regional zu koordinieren.

Einzelne kirchliche Träger haben größere Wohnmöglichkeiten geschaffen, beispielsweise die Schönstattschwestern in Borken für 150 Personen und die Stiftung St. Josefshaus in Wettringen für 45 Personen.

Derzeit sind nach aktuellen Erhebungen mindestens 5.000 Menschen im Bistum ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Für sie und für die Hauptamtlichen gibt es Fortbildungen, juristische Beratung, Einzelberatung und Fachtage.

Den Flüchtlingen werden Sprachkurse angeboten, katholische Büchereien stellen sich auf sie ein, es gibt Willkommensfeste, Fahrradwerkstätten und natürlich die fachliche Begleitung durch den Diözesan-Caritasverband.

Dieser hat eine Projektstelle zur Unterstützung der Ehrenamtlichen eingerichtet und ein Stundenkontingent für rechtliche Beratungen zur Verfügung gestellt. Eine Mitarbeiterin wird zur Beratung der örtlichen Verbände bezüglich interkultureller Öffnung eingestellt. Außerdem ist im DiCV eine halbe Stelle zur Fachberatung von Kindertageseinrichtungen geschaffen worden, diese wird zum Teil vom Land refinanziert.

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Offizialat Vechta


Im Offizialatsbezirk Oldenburg gibt es eine zunehmende Anzahl lokal von den Verbänden und Pfarreien organisierter Flüchtlingsinitiativen. Zudem unterstützt das Bischöflich Münstersche Offizialat Vechta Maßnahmen zur Flüchtlingshilfe mit insgesamt 250.000 Euro. Im Landkreis Cloppenburg unterstützt das Offizialat eine hauptamtliche Beratung für Flüchtlinge. Einige Immobilien in der Region werden und wurden als Unterkünfte gebaut und ausgebaut.

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Bistum Osnabrück


Bischof Franz-Josef Bode hat einen Hilfsfonds in Höhe von 250.000 Euro eingerichtet, der kirchliche Initiativen finanziell bei der Flüchtlingshilfe unterstützt. Darüber hinaus sind im Osnabrücker Priesterseminar seit mehreren Monaten Flüchtlinge untergebracht, außerdem in einer umgewidmeten Kirche in Bremen und in vielen anderen kirchlichen Wohnungen und Häusern.

Der Caritasverband bietet Asylbewerbern vielfältige Hilfen. Einer der Schwerpunkte liegt auf den Zugängen zum Arbeitsmarkt, zum Beispiel mit der Zentralen Beratungsstelle Arbeitsmarkt und Flüchtlinge. Das Bistum Osnabrück hat sich am 19. Juni 2015 dem Aufruf des Erzbistums Köln angeschlossen und die Kirchenglocken zum Gedenken an die in den vergangenen Jahren ums Leben gekommenen Flüchtlinge läuten lassen.

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Erzbistum Paderborn

Das Erzbistum Paderborn hat bereits 2014 aus den Mitteln des Katastrophenfonds einen Flüchtlingsfonds gegründet. Dieser war zunächst mit 1 Million Euro ausgestattet. Aufgrund des steigenden Bedarfs wurde der Fonds auf mittlerweile 5 Millionen Euro aufgestockt. Kirchengemeinden und ihre Ehrenamtsinitiativen in der Flüchtlingshilfe haben bis Ende 2016 über 800 Anträge mit einem Volumen von 2,8 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Die Fördergelder werden zum Beispiel verwendet, um Sprachkurse für Flüchtlinge durchzuführen, Unterkünfte besser auszustatten, Willkommensfeste zu organisieren oder Begegnung zu schaffen. Auch Kosten für Rechtsanwälte, psychologische Betreuung sowie Dolmetscher werden durch den Fonds unterstützt. Um noch mehr Ehrenamtliche in ihrem Engagement zu bestärken, wurden die Vergaberichtlinien Anfang 2017 überarbeitet und den aktuellen Bedarfen angepasst.

An 20 Standorten im Erzbistum Paderborn leisten Fachdienste für Integration und Migration des Diözesan-Caritasverbandes wertvolle Unterstützung bei der Aufnahme, Beratung und Begleitung von „Menschen auf der Flucht“. Die Fachdienste sind vermittelnd, kooperativ und in Netzwerken tätig. Sie arbeiten dabei eng mit anderen Fachdiensten der Caritas und der Fachverbände sowie mit Behörden, Ämtern, Bildungseinrichtungen und anderen Institutionen zusammen.

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Bistum Passau


Federführend bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise ist im Bistum Passau die Caritas mit ihren verschiedenen Einrichtungen. An erster Stelle sind hier die zwölf Asylberater sowie die Migrationsberater zu nennen. Zu erwähnen sind vor allem auch die vielen ehrenamtlichen Helfer aus den Pfarreien und kirchlichen Verbänden, deren Engagement in der Flüchtlingskrise in keiner „Tabelle“ oder vielfach geforderten „Auflistung“ genügend gewürdigt werden kann.

Der Pauschalzuschuss der Diözese an den Diözesancaritasverband wird 2016 um eine Million Euro auf insgesamt sechs Millionen Euro aufgestockt. Im Jahr 2015 hat der Diözesan-Caritasverband für die Betreuung der Flüchtlinge rund 150.000 Euro an Eigenmitteln aufgebracht.

Räumlichkeiten
Im Einzelnen handelt es sich dabei um nachfolgende Objekte (Stand Februar 2016):

Bereits seit Herbst 2014 stellt die Diözese Passau den ehemaligen großen Internatstrakt des Klosters Gartlberg in Pfarrkirchen für Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber aus Krisengebieten zur Verfügung. Untergebracht sind dort bis zu 45 Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten und verschiedener Religionszugehörigkeit. In Altötting ist von der Stadtpfarrei St. Philippus und Jakobus ein größeres Wohnhaus zur Unterbringung von Asylbewerbern an den Landkreis vermietet. Ebenso verhält es sich seit ein paar Monaten mit einem Wohngebäude der Pfarrei zu unserer lieben Frau und der Pfarrei St. Jakob in Burghausen und auch die Pfarrei Neuötting hat soeben einen Mietvertrag über eine Wohnung mit dem Landkreis abgeschlossen. Im Jugendhaus Münchham im Landkreis Rottal-Inn sind seit Mitte Oktober 2015 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht. Außerdem hat die Diözese von der Benediktinierabtei Schweiklberg das „Beda-Haus“ angemietet, mit hohem Kostenaufwand brandschutzrechtlich ertüchtigt und dem Kreis-Caritasverband Passau-Land zur Unterbringung und Betreuung von bis zu 48 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen vermietet. Neben diesen Flächen werden weitere kirchliche Objekte im Landkreis Regen in Freyung-Grafenau genutzt. Im Landkreis Passau sind Asylbewerber im Kloster Thyrnau untergebracht. Die Diözese hat zudem die Unterbringung weiterer Liegenschaften geprüft und Räumlichkeiten angeboten. Sie haben sich aber zum Teil nach Prüfung seitens der Kommunen bis dato als nicht geeignet erwiesen, oder es bestand oder besteht derzeit kein Bedarf. Angeboten werden daneben in humanitären Krisensituationen nach wie vor weitere Gebäude.

Derzeit stellt die Diözese in kirchlichen Gebäuden eine Gesamtfläche von rund 4.100 Quadratmetern als Asylbewerberunterkunft, für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge sowie als dauerhaften Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge zur Verfügung. Für die Gesamtflächen werden monatlich rund 15.200 Euro Kaltmiete erzielt, was einer durchschnittlichen Miete von 3,65 Euro je Quadratmeter entspricht. Die Mieteinnahmen dienen insbesondere der laufenden Instandsetzung und dem Unterhalt der vermieteten Gebäude und werden für Projekte in der Flüchtlingsarbeit verwendet.

In Summe werden aktuell etwa 4.300 Asylbewerber (Stand Oktober 2015) in der Diözese Passau von der Caritas beraten und betreut.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (umF) ändert sich laufend und belief sich Anfang November 2015 auf knapp 350.

Schaffung zusätzlichen sozialen Wohnraums:
Nach Bewältigung der humanitären Ersthilfe und akuten Ausnahmesituation wird sich die langfristige Frage der Integration der anerkannten Asylbewerber stellen. Ein zentrales Thema ist hierzu die Schaffung neuen und bezahlbaren Wohnraums.  Das Katholische Wohnbauwerk der Diözese wird dabei intensiv in die Koordinierung eingebunden und die entsprechende Verwaltung übernehmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der soziale Wohnungsbau originäre Aufgabe der  damals neu geschaffenen Institution. „Grundlage für gelingende Integration kann es nur sein, anerkannte Flüchtlinge in unserer Mitte aufzunehmen und sie dort willkommen zu heißen. Das Leben in Nachbarschaft zu teilen, macht Gesellschaft aus und bereichert unsere Kultur“, betont Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl. Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung sieht die Diözese gerade in den nächsten Jahren die Notwendigkeit, den sozialen Wohnungsbau weiter voranzutreiben, um auch sozial schwachen Familien in der Diözese zur Seite zu stehen. „Es gibt einen angespannten Wohnungsmarkt, der sich gerade im sozialen Bereich durch die aktuelle Lage weiter verschärft. Es darf hier keine Konkurrenz zwischen anerkannten Asylbewerbern und hiesigen sozial schwachen Familien geben. Deswegen wollen wir mittelfristig rund 150 Wohneinheiten realisieren“, erklärt Generalvikar Metzl.

Bischof Stefan Oster stellt Mitarbeiter frei für Soforthilfe
Jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter ist gestattet – wie schon während des Hochwassers 2013 – sich unter bestimmten Voraussetzungen von der regulären Arbeit für eine bestimmte Stundenanzahl freistellen zu lassen, um aktiv und vor Ort Flüchtlingen und Asylsuchenden zu helfen.

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Bistum Regensburg


In katholischen Einrichtungen im Bistum Regensburg wurden bislang 230 Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Weitere 150 sind aktuell in Planung. Außerdem hat die Katholische Jugendfürsorge in Regensburg eine zentrale Inobhutnahmestelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet. Sie wird vom Regensburger Kinderzentrum St. Vincent in Kooperation mit der Lernwerkstatt der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. organisiert. Gleichzeitig trägt die Kirche im gesamten ostbayerischen Raum die Beratung und Begleitung der Flüchtlinge. Die Kirche ist Ansprechpartner für die Menschen, begleitet sie zu Ärzten, Behörden, beim Einkauf, sorgt für Sprachunterricht, hilft mit psychotherapeutischer Betreuung, wenn die Menschen unter den Folgen von Krieg, Terror und Gewalt leiden. Dabei sind vor allem auch die Initiativen in Pfarreien und Verbänden wichtig, die sich bereits seit mehreren Jahren einsetzen. Denn für die Flüchtlinge ist es wichtig, willkommen zu sein, sich menschlich angenommen zu fühlen und Menschen zu begegnen, die ihnen Nähe, Zeit und liebevolle Zuwendung schenken.

Nach Angaben der Regierungen Niederbayerns und der Oberpfalz sind insgesamt derzeit etwa 8.000 Bewohner in den Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Unterkünften im Bistum untergebracht. Die Arbeit des Bistums für Flüchtlinge ist sehr vielfältig und setzt sich aus einer großen Zahl einzelner Initiativen zusammen, beispielsweise hat die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) zusammen mit einigen Arbeitsbereichen der Universität und der OTH die Initiative CAMPUSAsyl gegründet. Außerdem schaffen viele Pfarreien Raum zur Unterbringung von Flüchtlingen oder für Unterricht und Betreuung, z. B. die Pfarrei Sankt Josef in Weiden oder die Pfarrei Reinhausen.

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Bistum Rottenburg-Stuttgart


Das Bistum Rottenburg-Stuttgart und ihr Caritasverband setzen sich seit vielen Jahrzehnten für die Integration von Flüchtlingen ein. Mit der Öffnung des Benediktinerklosters Weingarten für die Flüchtlingsaufnahme im Herbst 2013 hat Bischof Gebhard Fürst ein Signal gesetzt, dass der Flüchtlingsarbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart wertvolle Impulse gegeben hat. In rund 25 Immobilien in kirchlichem Besitz sowie in mehreren Klöstern werden derzeit von diözesanen Trägern etwa 1.300 Flüchtlinge in der vorläufigen Unterbringung betreut, darunter mehrere Gruppen jesidischer Frauen an verschiedenen Standorten. Den hauptamtlichen Mitarbeitern stehen dabei immer mehr Ehrenamtliche aus zahlreichen Kirchengemeinden zur Seite, nach einer Erhebung des Diözesan-Caritasverbandes im Frühjahr 2015 sind dies weit über 1000 Unterstützer.

Um die Flüchtlingshilfe langfristig und strukturiert aufzubauen, hat der Diözesanrat die Überschüsse der Haushaltsjahre 2012 bis 2014 der Arbeit mit Flüchtlingen zur Verfügung gestellt: Aktuell stehen rund 19 Millionen Euro im „Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfe“ bereit, sowohl für die Hilfe in der Diözese wie auch für Hilfen vor Ort in den Herkunftsländern der Flüchtlinge.

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Bistum Speyer


Bischof Karl-Heinz Wiesemann hat einen Flüchtlingshilfefonds in Höhe von 1,5 Millionen Euro eingerichtet. Mit dem Geld werden 20 zusätzliche Personalstellen in der Flüchtlingshilfe des Caritasverbandes finanziert. Der Caritasverband für die Diözese Speyer hat bisher über seinen Flüchtlingshilfefonds 700.000 Euro an Spenden akquiriert. Der Caritasverband verwaltet beide Fonds und entscheidet über die Vergabe der Mittel. Es wurden bisher rund 50 Sprachkurse finanziert und damit über 600 Geflüchtete erreicht. Darüber hinaus werden mit dem Geld aus dem Fonds Ehrenamtsschulungen, Familienzusammenführungen, Rechtsanwaltskosten oder Einzelfallhilfen finanziert.

Die Flüchtlingshilfe ist auch in den Pfarreien des Bistums angekommen. In allen Dekanaten sind insgesamt rund 2.000 Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Von ärztlicher Betreuung von Flüchtlingen über einen kostenlosen Friseur, Hilfe bei Wohnungsrenovierung, Sprachpatenschaften für Kinder, Begleitung zu Ärzten und Ämtern, bis hin zu Hochschulberatung für zugewanderte Akademiker, internationale Kochfeste und Fahrradwerkstätten reicht das ehrenamtliche Engagement, für das auch Mittel aus dem Flüchtlingshilfefonds zum Einsatz kommen.

Finanzmittel:
Flüchtlingsfonds des Bistums: 1,5 Millionen Euro
Flüchtlingsfonds des Diözesan-Caritasverbandes: 700.000 Euro

Sachmittel:
Möbel, Kleidung und Hausrat aus Spenden in unseren vier Warenkorb Kaufhäusern St. Christophorus, die Flüchtlingen kostenlos zur Verfügung stehen.

Unterkunftsstellung:
Derzeit 44 Wohnobjekte (von Familienwohnungen bis zu Großunterkünften für bis zu 150 Flüchtlinge) für rund 460 Personen; in Vorbereitung sind noch weitere 240 Plätze.

Personal:
20 zusätzliche Fachreferenten für Migrations- und Sozialberatung, finanziert durch den oben genannten Bistumsfonds und
20 zusätzliche Stellen im Bundesfreiwilligendienst für junge geflüchtete Menschen, finanziert durch die Caritas-Kollekte.
Darüber hinaus sind die Fachreferenten unserer Caritas-Dienste in hohem Maße in der Flüchtlingshilfe engagiert.

Sonstiges (z. B. Sprachkurse):
In allen Dekanaten des Bistums werden Sprachkurse angeboten.
Es gibt zahlreiche Fahrradwerkstätten, Begegnungs-Cafés und Cafés Asyl;
Kurse zur Ehrenamtsqualifikation- und begleitung.
Organisatorische und finanzielle Unterstützung und Mithilfe bei Familienzusammenführungen wird vermehrt nachgefragt.

Besondere Vorhaben:
Unbegleitete minderjährige Ausländer (UMAs) sind Schwerpunkt in der Betreuung;
Organisation und Begleitung größerer kommunaler Einrichtungen zur Unterbringung geflüchteter Menschen durch den Diözesanverband des Malteser Hilfsdienstes und des Diözesan-Caritasverbandes.

Anzahl Ehrenamt:
Rund 2.000 ehrenamtlich Engagierte, etwa 200 pro Dekanat.

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Bistum Trier


Unter dem Titel „willkommens-netz.de“ setzt das Bistum Trier seit 2014 in Kooperation mit dem Diözesan-Caritasverband Trier eine Aktion zur Förderung der ehrenamtlichen Willkommenskultur im Bistum Trier um. Wer bereits in der Flüchtlingsarbeit engagiert und etwa auf der Suche nach rechtlichen Grundlagen ist, wird hier ebenso fündig wie der Mensch auf der Suche nach einem ehrenamtlichen Engagement in diesem Bereich oder jemand, der wissen möchte, welche örtlichen Projekte oder aktuelle Veranstaltungen es im Bistum Trier gibt. Die zuständigen Fachberatungsstellen sind aufgeführt und auch wer spenden möchte oder eine finanzielle Unterstützung für ein laufendes Projekt benötigt, kann sich auf diesen Seiten informieren.

Außerdem hat das Bistum einen Fonds mit 250.000 Euro zur Förderung von kirchlichen Maßnahmen und Aktivitäten bereitgestellt. Darüber hinaus haben bereits zwei Flüchtlingskonferenzen stattgefunden, bei der sich Akteure aus dem Bistum vernetzen und austauschen konnten. Aktuell steht eine Fortschreibung des Konzeptes an.

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Bistum Würzburg


Im Bistum Würzburg und in seinem Caritasverband engagiert sich seit vielen Jahren eine große Schar Haupt- und Ehrenamtlicher im Bereich „Flucht und Asyl“. Bischof Dr. Friedhelm Hofmann setzt dabei immer wieder mutige Zeichen im Engagement für Flüchtlinge und spricht auch mit der Bayerischen Staatsregierung Klartext, wenn es um eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen geht.

Im Bistum Würzburg, das nahezu deckungsgleich mit dem Bezirk Unterfranken ist, lebten im Januar 2016 16.571 Flüchtlinge. In der Caritas-Flüchtlingsberatung/Asylberatung mit ihren Fachdiensten ist die Zahl der Mitarbeiter in der Zeit von 2013 bis Anfang 2016 von 15 auf 55 angestiegen. Die Caritas ist zusammen mit Ehrenamtlichen auch in den neu entstehenden Notunterkünften mit ihrer Beratung tätig. Die Diözese Würzburg hat in ihrem Nachtragshaushalt 2015 drei Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereitgestellt. Im Haushalt 2016 werden ebenfalls weitere drei Millionen Euro bereitgestellt. Mit diesen kircheneigenen Mitteln werden die Asylberatung sowie weitere aktuelle Notwendigkeiten in der Flüchtlingshilfe unterstützt. Außerdem gibt die Diözese Würzburg für die Unterbringung von Flüchtlingen im Mutterhaus der Erlöserschwestern in Würzburg über 50.000 Euro.

Bis zu 300 Flüchtlinge sind derzeit kurzfristig beispielsweise im Mutterhaus der Erlöserschwestern in Würzburg, im Technikum-Hotel der Diözese Würzburg und in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach untergebracht. Für längerfristige Unterbringung stehen mehrere Pfarrhäuser sowie Gemeindeeinrichtungen bereit. Sprachkurse und erste Kultur-Informationen vermittelt die Gemeinschaft Sant'Egidio.

Bis Jahresmitte 2015 wurden über das Caritas-Projekt „Mov’in“ 81 Flüchtlinge aus Gemeinschaftsunterkünften in 29 Wohnungen vermittelt. Die Kirchenstiftung in Goldbach (Landkreis Aschaffenburg) beschloss im Juli 2015, auf einem eigenen Grundstück eine Teilgemeinschaftsunterkunft für bis zu 36 Asylbewerber zu errichten. Bis zu 300 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wohnen im Bistum Würzburg in kirchlichen Einrichtungen und werden dort betreut. Clearingstellen für diese jungen Menschen gibt es bei Caritas Don Bosco und im Franziskanerkloster in Würzburg. Im ehemaligen Kloster Lülsfeld der Erlöserschwestern im Landkreis Schweinfurt ist mit Hilfe der Caritas seit Herbst 2015 eine weitere Unterkunft für über 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet, die dort auch unterrichtet werden sollen.

Ein besonderes Zeichen setzte Bischof Hofmann mit der Fußwaschung von Asylbewerbern am Gründonnerstag 2015 im Würzburger Kiliansdom. „Die bei uns Schutz suchenden Asylbewerber brauchen unsere Empathie und unsere Hilfe“, sagte der Bischof. Außerdem feierte er mit 900 Flüchtlingen und Helfern kurz vor Weihnachten 2015 einen ökumenischen Gottesdienst im Würzburger Kiliansdom.

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Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK)


Papst Franziskus hat mit den Worten „Die leer stehenden Klöster gehören nicht uns, sie sind für das Fleisch Christi da, und das sind die Flüchtlinge“ in besonderer Weise auch die Ordensgemeinschaften zu einem Engagement in der Flüchtlingshilfe aufgefordert.

Viele Ordensgemeinschaften haben sich diesem Appell angeschlossen und engagieren sich in der Flüchtlingshilfe. Einige Beispiele:

In 13 Einrichtungen des Salesianerordens werden derzeit mehr als 500 jugendliche Flüchtlinge betreut.

  • Etwa 50 Flüchtlinge sind in Räume des Klosters Helfta eingezogen;
  • die Erlöserschwestern in Würzburg haben 97 Plätze zur Verfügung gestellt;
  • die Schwestern der Congregatio Jesu in Hannover teilen sich ihr Haus mit Flüchtlingen;
  • die Erzabtei St. Ottilien hat 20 Flüchtlinge aufgenommen;
  • die Abtei Münsterschwarzach hat 22 Flüchtlinge aufgenommen;
  • das Missionshaus in Reimlingen der Mariannhiller Misisonare hat etwa 30 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Zuflucht geboten;
  • das Kloster Andechs hat ein Motel in Tutzing für Asylsuchende zur Verfügung gestellt;
  • auf politischer Ebene ist der Jesuiten-Flüchtlingsdienst aktiv, der mit vielfältigen Aktionen auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam macht.

Insgesamt leben zurzeit mehrere tausend Flüchtlinge in Immobilien von Ordensgemeinschaften. Diese werden zum Teil in eigener Regie geführt, zum Teil von kirchlichen Hilfsorganisationen geleitet. Darüber hinaus engagieren sich vor allem die Missionsorden in den Herkunftsländern der Flüchtlinge, so in Syrien, Afghanistan oder dem Süd-Sudan.

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Adveniat


In Lateinamerika sind Millionen Menschen unterwegs: Kinder, Jugendliche und Erwachsene verlassen ihre Heimat, vertrieben von den prekären Lebensbedingungen, in die Flucht gejagt von der drohenden Gewalt, wie in Kolumbien, die sowohl von der Guerrilla als auch von Paramilitärs ausgeübt wird. Auch in Mexiko ziehen viele von Ort zu Ort, fliehen vor der Gewalt, die von den Drogenkartellen ausgeht. In vielen Ländern Lateinamerikas breitet sich der Drogenhandel und die damit verbundene Androhung und Anwendung von Gewalt aus. Armut und Gewalt lassen Menschen zu Flüchtlingen werden. Auch Lateinamerika hat ein Flüchtlingsproblem. Adveniat unterstützt vielfältige Aktivitäten der Kirche auf diesem humanitären Gebiet.

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Bonifatiuswerk


Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken richtet in diesem Jahr mit seiner Diaspora-Aktion den Blick auf das Thema der Willkommenskultur. Flüchtlinge und Einwanderer in unseren Gemeinden aufzunehmen und Ihnen eine neue Heimat zu geben, das ist das zentrale Anliegen. Unter anderem unterstützt das Bonifatiuswerk:

  • die Caritas Notunterkunft im alten Bettenhaus des St. Hedwig-Krankenhauses in Berlin, in der Ehrenamtliche geflohenen Menschen aus Krisenregionen helfen;
  • die Gemeinde Södertälje in der Nähe von Stockholm, in der 5.000 katholisch-chaldäische Christen leben, von denen die meisten aus ihren Heimatländern fliehen mussten;
  • eine Personalstelle in Bielefeld (jeder dritte Einwohner dort hat einen Migrationshintergrund), die Migranten und Spätaussiedlern dabei hilft, eine neue pastorale Heimat zu finden;
  • das Sozialprojekt Alimaus in Hamburg, wo u.a. Migranten Nahrung, Kleidung oder medizinische Betreuung erhalten;
  • die Anschaffung von Fahrzeugen, um die Flüchtlingsarbeit in den Gemeinden zu unterstützen, zuletzt in Borna im Bistum Dresden-Meißen.

Darüber hinaus möchte das Bonifatiuswerk katholischen Gemeinden dabei helfen, eine Willkommenskultur zu leben, um Einwanderern, Flüchtlingen und Zugezogenen eine neue Heimat zu geben. Aus diesem Grund wurde eine „Willkommenstasche“ gestaltet, die als Vehikel eingesetzt werden kann, um Flüchtlinge mit offenen Armen willkommen zu heißen.

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Caritas


Die Flüchtlingshilfe der Caritas leistet direkte Unterstützung in Form von Beratung oder konkreter Hilfe und wirkt an der Gestaltung politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen mit. Bundesweit stehen Flüchtlingsdienste der Caritas den Schutzsuchenden zur Verfügung. Dabei bieten die Flüchtlingssozialdienste ihren Klienten Information, Orientierung, individuelle Hilfen sowie Integrationsmaßnahmen für die Zeit des Aufenthalts, während Asylverfahrensberatungsstellen Antragsteller in der Vorbereitung und Durchführung des Asylverfahrens unterstützen. Die Caritas arbeitet bundesweit mit Rechtsanwälten zusammen, die im Asyl- und Ausländerrecht spezialisiert sind. Daneben hält die Flüchtlingshilfe der Caritas einige spezialisierte Einrichtungen für Flüchtlinge vor:

  • Das Therapiezentrum der Caritas für Folteropfer in Köln bietet schwer traumatisierten Flüchtlingen therapeutische und sozialarbeiterische Unterstützung an.
  • Die unabhängigen Abschiebebeobachtungsstellen der Caritas an den Flughäfen Frankfurt und Berlin arbeiten mit dem Ziel, mögliche Verletzungen von Grund- und Menschenrechten der Abzuschiebenden – auch durch präventiv wirkende Deeskalation – zu verhindern. Daneben sollen sie Abläufe von Abschiebungen transparenter machen.
  • Der Kirchliche Flüchtlingsdienst am Flughafen Frankfurt bietet im Rahmen des Asylschnellverfahrens am Flughafen eine Verfahrensberatung an. Den Betroffenen wird der Ablauf des Flughafen-Asylverfahrens und daraus resultierende Anforderungen erläutert und erklärt.

Beratungsstellen für Rückkehr- und Weiterwanderungsberatung des Raphaelswerks und der Caritas stehen ebenfalls bundesweit zur Verfügung. Neben den Diensten und Einrichtungen, die für spezifische Fragen und Hilfen in Zusammenhang mit Flucht, Asyl, Aufenthaltsstatus und Integrationsmöglichkeiten zuständig sind, stehen grundsätzlich auch alle anderen sozialen Dienste der Caritas in einschlägigen Fachfragen für die Betroffenen zur Verfügung.

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Caritas international


Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, versucht vor allem, die Situation in von Krisen und Katastrophen heimgesuchten Ländern zu verbessern. In Syrien und im Irak werden etwa lokale Partner bei ihrer Hilfe für die Betroffenen unterstützt, ebenso in den Nachbarländern, vor allem im Libanon und in Jordanien. Denn diese Staaten müssen verhältnismäßig deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen als jeder europäische Staat.

Doch auch Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen – keiner davon ist Abenteuerlust – heraus aufmachen, das Mittelmeer in maroden Booten zu überqueren, hilft die Caritas. Etwa mit Projekten auf den Inseln Lampedusa und Sizilien. Auch die Caritas Griechenland hilft Flüchtlingen, ihre oft prekäre Lage zu verbessern. Gemeinsam mit der Mutterorganisation, dem Deutschen Caritasverband, setzt sich Caritas international für eine Neuregelung der Zuwanderung in die Europäische Union ein.

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Kindermissionswerk


Rund 2.300 Projekte für Not leidende Kinder weltweit unterstützt das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ in Aachen jedes Jahr. Einnahmen in Höhe von rund 78,4 Millionen Euro standen dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland 2014 für seine Arbeit zur Verfügung. Unterstützt wurden Projekte in 111 Ländern, darunter auch 49 Projekte für Flüchtlingsfamilien mit einer Gesamtsumme von mehr als 1,8 Millionen Euro. Gemeinsam mit seinen Partnern hilft das Kindermissionswerk Flüchtlingskindern und ihren Familien in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Die Bandbreite der Unterstützung ist groß: die Versorgung von Flüchtlingsfamilien, die Betreuung unbegleiteter Kinder, Seelsorge und Traumatherapie, Sprachkurse, Schul- und Integrationshilfen sowie Versöhnungsarbeit und Friedenserziehung sind Schwerpunkte der Projektarbeit.

An der Seite der Sternsinger setzt sich das Kindermissionswerk auch in Deutschland dafür ein, Kinder und Jugendliche mit Bildungsangeboten, Aktionen und Kampagnen über die Situation von Flüchtlingen zu informieren. Kindgerecht wird über die Lebenssituation von Mädchen und Jungen informiert und somit ein weltweites solidarisches Bewusstsein gefördert. Seit Juni 2015 gibt es außerdem die Flüchtlingsaktion „Leben retten!“. Kinder und Jugendliche in Deutschland sind eingeladen, sich mit der dramatischen Situation von Flüchtlingen im Mittelmeer auseinanderzusetzen.

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Malteser Hilfsdienst e. V.


Die Malteser Werke gemeinnützige GmbH mit Sitz in Köln ist seit etwa 20 Jahren im Bereich der Flüchtlingshilfe und Migration tätig. Der Schwerpunkt liegt auf der Unterbringung, Betreuung und Verpflegung von Asylsuchenden in Einrichtungen der Bundesländer in sogenannten Erstaufnahmeeinrichtungen und Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) sowie in kommunalen Unterkünften.

Aktuell werden deutschlandweit an 36 Standorten mit 900 hauptamtlichen Mitarbeitern, 10.300 Plätze in den Einrichtungen betreut. Die Kapazitäten sind seit etwa 12 Monaten vollkommen ausgeschöpft oder überschritten. 2014 wurden fast 1,2 Millionen Übernachtungen gezählt.

Ende August 2015 eröffnete die erste Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) in Mainz-Budenheim; dort leben zurzeit zehn aus Afghanistan, Syrien und Somalia stammende Jungen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Weitere Einrichtungen in Berlin, Dortmund und Hamm werden in den kommenden Wochen folgen.

Um der Vielzahl an neuen Anfragen und Kapazitätsausweitungen nachkommen zu können, unterstützt die Malteser Hilfsdienst gemeinnützige GmbH seit einigen Monaten aktiv und übernimmt den Betrieb von landeseigenen (dauerhaften, teils vorübergehenden) Zentralen Unterbringungseinrichtungen sowie von sogenannten Notunterkünften. Im Monat September 2015 werden zusätzlich an 19 Standorten mit 600 hauptamtlichen Mitarbeitern und 1.500 ehrenamtlichen Helfern 6.200 stationäre Plätze betreut. Bei einer durchschnittlichen Verweildauer von etwa sieben Tagen werden demnach jeden Monat ca. 25.000 Flüchtlinge versorgt.

Durch den Malteser Hilfsdienst e. V. wurden in Einsätzen der Malteser-Katastrophenschutz-Einheiten von Mitte August bis Mitte September 2015 61 Einsätze durchgeführt, wobei 3.200 Helfer im Einsatz waren, um insgesamt mehr als 33.500 Flüchtlinge kurzfristig (1-7 Tage) zu betreuen, unterzubringen und zu verpflegen. Die Zahl und Vielfalt derartiger Einsätze ist ungebrochen hoch.

Fast alle der 700 Orts-Gliederungen der Malteser in Deutschland sind darüber hinaus ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe vor Ort aktiv und eingebunden. Ziel des Malteser Hilfsdienstes ist der Aufbau einer hauptamtlichen Koordination der Aktivitäten, um für die ehrenamtlichen Helfer vor Ort Ausbildung, Supervision, finanzielle und organisatorische Unterstützung sicherzustellen. Vielerorts sind die Malteser bei den Aktivitäten der Caritasverbände und Gemeinden eingebunden.

Insgesamt sind die Malteser in Deutschland somit an mehr als 100 Standorten in der Bundesrepublik tätig. Dabei werden täglich etwa 50.000 Flüchtlinge umsorgt. Jeden Tag sind etwa 1.500 hauptamtliche und 4.000 ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer im Einsatz. Nahezu täglich kommen der Betrieb zusätzlicher Einrichtungen, weitere Katastrophenschutz-Einsätze und neue ehrenamtliche Engagementfelder hinzu.

Seit August 2014 hat Malteser International im Nordirak in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern rund 45.000 verletzte und erkrankte Vertriebene behandelt sowie Nothilfe- und Hygienekits mit lebenswichtigen Hilfsgütern an knapp 10.000 Menschen verteilt.

Im Jahr 2014 erhielten mehr als 114.000 Vertriebene im Nahen Osten (Türkei, Libanon, Syrien, Irak) überlebensnotwendige Hilfsgüter, Nahrungsmittel, Trinkwasser, Haushalts- und Hygieneartikel, Winterkleidung und/oder eine Notunterkunft.

Rund 38.000 Menschen wurden im Jahr 2014 in unseren Feldhospitälern, Gesundheitszentren und mobilen Kliniken im Nahen Osten medizinisch versorgt.

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Misereor


Neben der Bildungs- und Lobbyarbeit in Deutschland zum Thema Flüchtlinge unterstützt Misereor auftragsgemäß Projekte in den Herkunfts- und Zielländern der Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge im Nahen Osten, in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen liegt zurzeit im Nahen Osten (Syrien, Irak und Libanon), aber auch im Tschad, Südsudan und in Kamerun sowie in Kolumbien ist Misereor derzeit in der Hilfe für Flüchtlinge tätig. Neben unmittelbaren Nothilfemaßnahmen zur Sicherung der Ernährung und Unterkunft der Flüchtlinge und Maßnahmen zur medizinischen Grundversorgung hat das Entwicklungshilfswerk der katholischen Kirche dabei auch immer langfristige Aspekte im Blick. So liegt ein besonderer Fokus auf der schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen, um ihnen langfristig Zukunftsperspektiven auch nach der Rückkehr in ihre Heimat zu bieten.

Weitere Förderschwerpunkte führen vom Bereich der psycho-therapeutischen Trauma-Arbeit für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten über die Unterstützung der lokalen Bevölkerung in den Einwanderungsgebieten bis hin zur Rechtsberatung in Landrückgabeprozessen.

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missio Aachen


Jeden Tag müssen 42.500 Menschen aus ihrer Heimat fliehen. Das ist die Größe einer mittelgroßen deutschen Stadt wie Bruchsal oder Memmingen. Insgesamt knapp 61 Millionen Flüchtlinge hat das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) 2014 gezählt. Einer von 122 Menschen auf der Welt ist derzeit ein Flüchtling. Das ist trauriger Negativrekord seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen hat besonders die Situation der Binnenflüchtlinge, die in Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten innerhalb ihrer Heimatländer vertrieben werden und dort Unterschlupf suchen müssen, im Blick. Deshalb erhöht missio Aachen auch seine Hilfe für diese Menschen. Da nach Angaben des UNHCR die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit Kinder sind, stellt sich missio Aachen zudem dieser besonderen Herausforderung gemeinsam mit der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG).

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missio München


Die Bildungsarbeit von missio München blickt verstärkt auf das Thema „Flucht und Vertreibung“. In Schülerworkshops klärt missio über Ursachen von Flucht auf und versucht, zur Bildung eines globalen Solidaritätsgedanken beizutragen. Ehrenamtliche werden für die Arbeit mit Flüchtlingen von interkulturell erfahrenen missio-Referenten gecoacht oder über die kulturellen Hintergründe von Menschen aus Syrien oder Eritrea informiert.

Für missio München ist vor allem auch das Thema Binnenflucht in Afrika und im Nahen Osten durchgehend im Fokus: Das missio magazin, als auflagenstärkstes Medium des Hauses, liefert fundierte, vor Ort recherchierte Hintergrundinformationen, Interviews und Reportagen aus den betroffenen Ländern und gibt Akteuren der Weltkirche eine Stimme.

Missio unterstützt zahlreiche Projektpartner in Afrika, Asien und im Nahen Osten, die daran arbeiten, Fluchtursachen zu bekämpfen, in dem sie den Menschen vor Ort zu besseren Lebensmöglichkeiten verhelfen. Neben Akuthilfe in Ländern wie Libanon, Irak und Syrien stehen dabei langfristig angelegte Maßnahmen wie Bildungs- und Ausbildungsprogramme, Frauenförderung und Friedensarbeit im Mittelpunkt.

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Renovabis


Die Solidaritätsaktion Renovabis unterstützt zahlreiche Organisationen und Projektpartner in den Ländern Mittel-, Ost-, und Südosteuropas, die im Bereich der Flüchtlingsarbeit tätig sind. Dies gilt sowohl für Binnenflüchtlinge (aktuell: in der Ukraine), als auch für Flüchtlinge aus den Krisenregionen Syrien/Irak, die in den Ländern im Osten Europas Schutz suchen. Grundsätzlich erfolgt die Unterstützung von Renovabis nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, das bedeutet: Die Partner vor Ort sollen durch gezielte Unterstützung dazu befähigt werden, eigene Strukturen und Institutionen zu schaffen, die bestehenden Probleme erkennen und selbstständig lösen zu können. In Krisensituationen – wie in der Ukraine – leistet Renovabis auch schnell und unbürokratisch akute Nothilfe, um Menschenleben zu retten und das Leid der Flüchtlinge zu lindern. Seit Februar 2014 hat Renovabis die Flüchtlingsarbeit in der Ukraine mit rund 300.000 Euro gefördert. Viele Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak landen bei ihrer Flucht auch in den Ländern Mittel-, Ost-, und Südosteuropas. Schwerpunkte sind hier Kroatien, Mazedonien und der Kosovo. Grundsätzlich gibt es zwar in diesem Bereich der Flüchtlingsarbeit auch Unterstützungen von der Europäischen Union, allerdings sind diese oft nicht ausreichend – vor allem was die psychosoziale Unterstützung der Flüchtlinge angeht. Renovabis unterstützt deshalb seit vielen Jahren den Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS), der vor Ort eine psychologische und seelsorgliche Begleitung für die Flüchtlinge bietet.

Viele Flüchtlinge sehen aufgrund der Lebensumstände in den osteuropäischen Flüchtlingseinrichtungen und -unterkünften oft nur eine Zwischenstation. Gerade hier versucht Renovabis mit den Partnerorganisationen vor Ort die Situation nachhaltig zu verbessern und für die Flüchtlinge eine angemessene Betreuung und Unterkunft zu gewährleisten. Im Jahr 2014 hat Renovabis für langfristige Projekte im Bereich der Flüchtlingsarbeit auf dem Balkan rund 700.000 Euro bewilligt. Die Finanzierung der geförderten Flüchtlingsprogramme ist damit bis 2017 gewährleistet.

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Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

Informationen zur Flüchtlingshilfe in den katholischen Verbänden hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zusammengestellt.

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