Ablass

Im Heiligen Jahr spielt die Vergebung der Sünde eine wichtige Rolle. Die Gläubigen können einen Ablass erlangen. Was das ist, erfahren Sie hier.

Lehre und Praxis des Ablasses hängen mit dem Sakrament der Buße zusammen. Innerhalb der traditionellen Frömmigkeit kam dem Ablass eine bedeutende Rolle zu. Er setzt die Unterscheidung zwischen zeitlichen und ewigen Sündenstrafen voraus. Während die ewigen durch das Bußsakrament (die Beichte) getilgt werden, müssen die zeitlichen in diesem Leben oder im Fegefeuer abgebüßt werden. Der Ablass bezeichnet einen Weg, wie zeitliche Sündenstrafen auf Erden ganz oder teilweise nachgelassen werden können. Die Gewinnung des Ablasses ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft wie die persönliche Umkehr, den Empfang des Bußsakramentes bei schweren Sünden, beim vollkommenen Ablass den Empfang der Eucharistie und das Freisein von jeder Anhänglichkeit an die Sünde.

Die Kirche kennt vollkommene und unvollkommene Ablässe. Der vollkommene bewirkt den Nachlass aller Strafen, die beim Erwerb des Ablasses bestehen, der unvollkommene erlässt nur einen Teil der Strafen.

Auf dem Weg der Fürbitte können Ablässe auch den Verstorbenen zugewandt werden. Bestimmte Werke der Buße, der Frömmigkeit und der Nächstenliebe sind mit Ablässen versehen. Wenn es auch in einer sehr allgemeinen Weise den Ablass in der Kirche immer gegeben hat, so hat er im Einzelnen eine sehr lange und komplizierte geschichtliche Entwicklung durchlaufen.

Für die theologische Begründung des Ablasses sind folgende Daten wichtig:

  • die Lehre von der Sünde und ihren Straffolgen;
  • die Lehre von der der Kirche übertragenen Schlüsselgewalt mit der Vollmacht,
  • die „Früchte der Erlösung“ auszuteilen;
  • die Lehre von der Solidarität der Glieder der Kirche;
  • die Lehre vom sogenannten Kirchenschatz: „Der Kirchenschatz ist Christus, der Erlöser, selbst, insofern in ihm die Genugtuung und Verdienste seines Erlösungswerkes Bestand und Geltung haben. Außerdem gehört zu diesem Schatz auch der wahrhaft unermessliche, unerschöpfliche und stets neue Wert, den vor Gott die Gebete und guten Werke der seligen Jungfrau Maria und aller Heiligen besitzen“ (Papst Paul VI.).

Die spirituelle Bedeutung des Ablasses wird man vor allem im Rahmen der Umkehr als einer Aufgabe der gesamten Kirche wie des einzelnen Glaubenden zu sehen haben.

Mit dankbarer Genehmigung von:
Praktisches Lexikon der Spiritualität. Hg. von Christian Schütz. Freiburg u.a., Herder 1992.

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