Heilige Pforten in Rom

Im Petersdom haben die Vorbereitungen zum „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ begonnen. Nach einer kurzen Gebetszeremonie wurde am Abend des 17. November 2015 die Mauer hinter der Heiligen Pforte eingerissen, die Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zum Abschluss des Jubiläumsjahres 2000 verschlossen hatte. Dabei wurden die Dokumente des Heiligen Jahres gesichert, die damals in einer Metallkassette miteingemauert worden waren. Kardinal Angelo Comastri, Erzpriester von Sankt Peter, leitete die Prozession des Domkapitels zur rechten Eingangstür der Basilika. Nach einem kurzen Gebet öffneten vier Bauarbeiter die vor der Bronzetür errichtete Mauer und nahmen die Kassette heraus. Darin befinden sich die notarielle Urkunde von der letzten Schließung der Pforte, Gedenkmedaillen und die Schlüssel zur Öffnung des Portals. Die Kassette wurde anschließend im Saal des Kapitels geöffnet und ihr Inhalt dem Päpstlichen Zeremonienmeister übergeben.

Die Heilige Pforte selbst wird zum Beginn des Jubiläums der Barmherzigkeit am 8. Dezember vom Papst geöffnet. Der von Gebeten begleitete Einzug durch die Heilige Pforte gehört zu den festen Zeremonien der Pilger in den Heiligen Jahren im Vatikan.

Bedeutung der Heiligen Pforten

Das Heilige Jahr beginnt mit einem ganz bestimmten Eröffnungsritus. Am 8. Dezember 2015 wird die Heilige Pforte des Petersdoms in Rom geöffnet. Diese Tür wird nur in einem Heiligen Jahr geöffnet und bleibt ansonsten zugemauert. Eine Heilige Pforte haben neben dem Petersdom auch die anderen großen Basiliken in Rom: St. Johannes im Lateran, St. Paul vor den Mauern und Santa Maria Maggiore. Nach und nach werden auch in diesen Kirchen die Heiligen Pforten geöffnet. Der Öffnungsritus symbolisiert, dass den Gläubigen in diesem Heiligen Jahr ein besonderer Weg zum Heil offen steht. Mit der Schließung der Heiligen Pforte am Petersdom endet am 20. November 2016 das Heilige Jahr ganz offiziell.

Brauch aus dem Mittelalter

Eine Heilige Pforte wird erstmals im Heiligen Jahr 1400 im Zusammenhang mit der Lateranbasilika erwähnt. In einem Brief aus Rom heißt es: „Wer dreimal durch diese Pforte schreitet, dem werden die Schuld und Sündenstrafen nachgelassen. Es ist ein Wunder, das die Menschen erleben ... Wenn du also in das Paradies gelangen willst, dann gelingt das.” Unter Martin V. ist ebenfalls eine Heilige Pforte dokumentiert, aber erst Alexander VI. etablierte ein liturgisches Zeremoniell. Seit 1499 wird das Heilige Jahr mit drei Hammerschlägen gegen die Heilige Pforte eröffnet. Beim dreifachen Hammerschlag zur Öffnung der Pforte wird der Psalmvers gesungen „Aperite mihi portas justitiae. Haec porta Domini, justi intrabunt in eam. Introibo ad domum tuam“ („Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken. Das ist das Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein.“) (Ps 118, 19 f).

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