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Newsletter 02/2015
Sehr geehrte Damen und Herren,
mittlerweile schwenken wir in die letzte Etappe des Gesprächsprozesses der Deutschen Bischofskonferenz ein. Das nächste und abschließende bundesweite Gesprächsforum wird am 11. und 12. September 2015 in Würzburg stattfinden. Während die Vorbereitungen dazu laufen, spüren wir in der Kirche, dass sich viel bewegt: In Rom laufen die Planungen zur Bischofssynode im Oktober, weltweit wird an das Konzilsende vor 50 Jahren erinnert und Papst Franziskus nutzt dieses Datum, um genau dann ein außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit beginnen zu lassen. Über all das informieren wir im Newsletter, der Ihnen aktuelle Hinweise und weitere Internetlinks zum Nachlesen bietet.

Papst Franziskus gibt uns mit auf den Weg, worum es geht in der Kirche – jetzt und im Heiligen Jahr: „Es soll eine Zeit der Gnade für die Kirche sein und helfen, das Zeugnis der Gläubigen stärker und wirkungsvoller zu machen.“

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und eine weiterhin gesegnete Osterzeit.

Ihr Redaktionsteam

Newsletter vom 6. Mai 2015
Gesprächprozess
Für eine wachstumsorientierte Kirche
Angeregt durch das 4. Gesprächsforum im September 2014 in Magdeburg haben sich am 23. März 2015 die Seelsorgeamtsleiterinnen und -leiter der Bistümer Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Hildesheim, Magdeburg und Münster in Magdeburg getroffen. Ziel war es, über die Option einer „wachstumsorientierten Kirche“ nachzudenken – die sich heute viele Katholiken angesichts sinkender Mitgliederzahlen und schwindenden Einflusses in der Gesellschaft nicht vorstellen könnten. Trotzdem müsse man sich den biblischen Bildern stellen, in denen vom Wachstum die Rede sei. Die Konferenz ermutigte dazu, bestehende Angebote kritisch zu hinterfragen und gleichzeitig mutig in die Zukunft zu investieren: Hierzu gehöre auch die Ermöglichung neuer Formen von Gemeindebildung, hieß es.
Bistum Hildesheim: Gespräch fortsetzen
Das Bistum Hildesheim hat ein Fazit zum Gesprächsprozess in der Diözese gezogen. Fest steht: Das Gespräch soll weitergehen. Das war die übereinstimmende Meinung der Vertreter des Diözesan- und Priesterrates beim abschließenden Dialogtag am 20. März 2015 in Wohldenberg. Wichtig sei es, den Dialog weiter auch mit denen zu suchen, die nicht jeden Sonntag in die Kirche kommen. „Dialogische Kirche bedeutet, den Austausch fortzuführen und so kraftvoll die Zukunft des Bistums zu gestalten“, sagte die Diözesanratsvorsitzende Elisabeth Eicke. Bischof Norbert Trelle sieht gewachsenes Vertrauen: „Selbst bei Differenzen – wir haben nicht nur Wohlfühlatmosphäre produziert.“ Nun heiße es nachzudenken: „Wie können wir die Erfahrungen der letzten Jahre in der Zukunft fortschreiben? Der Dialog darf nicht auf die Grenzen der Kirche beschränkt bleiben“, so Bischof Trelle.

Mehr Informationen: www.dialog-prozess.de.
Erzbistum Freiburg: Original-Ton der Menschen vor Ort
Einen Brief an die Teilnehmer der Diözesanversammlungen 2013 und 2014 hat Erzbischof Stephan Burger am 21. März 2015 geschrieben. Darin kündigt er an, die Empfehlungen aus dem diözesanen Gesprächsprozess umzusetzen. Durch Besuche vor Ort, verstärktes Unterstützen Ehrenamtlicher und mehr Verbindlichkeit möchte der Erzbischof die Kirche im Erzbistum Freiburg auf die Zukunft ausrichten. Damit nehme er die Empfehlung der Diözesanversammlung auf, verstärkt vor Ort zu gehen und „die Menschen im Original-Ton zu hören“. Diese Empfehlung hatte in Karlsruhe (2014) eine sehr hohe Zustimmung gefunden, ebenso die Empfehlung, Frauen verstärkt in Leitungspositionen einzusetzen. Als einen weiteren wichtigen Schritt sieht das Erzbistum die neu geschaffene Fachstelle einer „Beauftragten für Ehrenamt und Engagementförderung für die Erzdiözese Freiburg“.

Weitere Informationen: www.ebfr.de/dialog.
Alois Glück würdigt Dialogprozess
Der Dialogprozess hat in der Kirche in Deutschland offene Debatten möglich gemacht. Dieses Resümee zieht der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, bereits jetzt, noch vor Ende des Prozesses. Diese Debatten seien auch möglich, weil Papst Franziskus diese anrege. Im Gespräch mit Radio Vatikan am 25. April 2015 zeigt sich Alois Glück zuversichtlich. In den vergangenen Jahren habe sich in der Kirche einiges getan, viele Themen seien nun präsenter und könnten offener diskutiert werden.

Das ganze Gespräch finden Sie hier: de.radiovaticana.va.
Zentralkomitee der deutschen Katholiken informiert
Kontinuierlich informiert das Zentralkomitee der deutschen Katholiken auf seiner Homepage über aktuelle Entwicklungen zum bundesweiten Gesprächsprozess. Mit aktuellen Meldungen, Textsammlungen in Statements begleitet die Internetseite die bundesweite Debatte.

Näheres finden Sie hier: www.zdk.de/ueber-uns/unsere-arbeit/projekte/einen-neuen-aufbruch-wagen/aktuelles/.
Bistum Essen stellt Fördergelder bereit
Das Bistum Essen hat sechs Millionen Euro bereitgestellt, um in den kommenden drei Jahren innovative Projekte von Kirchengemeinden zu unterstützen. Jede Gemeinde kann bis zu 50.000 Euro an Zuschuss bekommen, wenn das Projekt im Sinne des Zukunftsbildes des Bistums realisiert wird. Der Prozess zur Entwicklung des Zukunftsbildes ist die diözesane Umsetzung des bundesweiten Gesprächsprozesses im Bistum Essen. Michael Dörnemann, Leiter des Pastoraldezernats im Generalvikariat erklärt das so: „Das Zukunftsbild ist das Ergebnis unseres bistumsweiten Dialogprozesses und beschreibt seit gut eineinhalb Jahren, wie wir im Ruhrbistum Kirche sein möchten: Wir möchten in einer Kirche leben, die berührt, wach, vielfältig, lernend, gesendet, wirksam und nah bei den Menschen ist.“

Antragsformulare zur Förderung gibt es als Download unter zukunftsbild.bistum-essen.de.
Antwort auf Fragebogen zur Bischofssynode veröffentlicht
Die Deutsche Bischofskonferenz hat die rund 1.000 Seiten umfassenden Rückmeldungen zum zweiten römischen Fragebogen mit Blick auf die Bischofssynode im kommenden Oktober ausgewertet und zusammengefasst. Auf dieser Grundlage haben die deutschen Bischöfe ihre Stellungnahme formuliert und ans Synodensekretariat gesandt. Dieses wird die Antworten der Bischofskonferenzen in einem Papier zusammenfassen, dem „Instrumentum laboris“, das als Arbeitsgrundlage für die Beratungen der Bischofssynode im Herbst dient.

Die Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz ist am 20. April 2015 veröffentlicht worden und kann nachgelesen werden unter www.dbk.de.
Bischofskonferenz ändert Kirchliches Arbeitsrecht
Die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) hat auf ihrer Sitzung am 27. April 2015 eine Änderung der „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“ beschlossen. In den vergangenen Jahren ist dieser Beschluss von einer bischöflichen Arbeitsgruppe vorbereitet und mehrfach in den Vollversammlungen des VDD beraten worden. Die Novelle betrifft das kollektive und das individuelle Arbeitsrecht und war immer wieder Thema bei den bundesweiten Gesprächsforen des Gesprächsprozesses der Deutschen Bischofskonferenz. Der Beschluss der Vollversammlung des VDD tritt für jede (Erz-)Diözese erst mit der Veröffentlichung des Gesetzes im jeweiligen Kirchlichen Amtsblatt in Kraft. Die Grundordnung ist die wichtigste Rechtsquelle des Arbeitsrechts in der katholischen Kirche. Ihre zehn Artikel bilden die Grundpfeiler der kirchlichen Arbeitsrechtsverfassung.

Der Text und die dazugehörige Pressemitteilung können nachgelesen werden auf www.dbk.de.
Kunstprojekt zum Konzilsjubiläum angelaufen
Das 50-jährige Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ist für die katholische Kirche in Deutschland Anlass zu einem Kunstprojekt im Jahr 2015 – unter dem Titel „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“. An elf Orten in Deutschland werden bildende Künstler, Theatermacher, Schriftsteller, Filmemacher und Musiker wesentliche Impulse des Konzils für das 21. Jahrhundert sicht- und hörbar machen. Das Projekt ist jetzt mit ersten Veranstaltungen angelaufen.

Aktuelle Informationen unter www.dbk.de/kunstprojekt/home.
Heiliges Jahr der Barmherzigkeit
Papst Franziskus hat am 13. März 2015 die Ausrufung eines außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit angekündigt. Am 11. April 2015 veröffentlichte er die Einberufungsbulle „Misericordiae vultus“, in der er die theologische Grundlage für das Heilige Jahr darlegt. Dem Papst geht es darum, das „Geheimnis der Barmherzigkeit … neu zu betrachten. Es ist Quelle der Freude, der Gelassenheit und des Friedens.“ Dabei hat Papst Franziskus ein klares inhaltliches Programm: Er lässt das Heilige Jahr an dem Tag beginnen, an dem vor 50 Jahren das Zweite Vatikanische Konzil endete: 8. Dezember 2015. Es dauert bis zum Christkönigssonntag 2016. Damit macht Franziskus deutlich: Im Heiligen Jahr geht es auch darum, Bedeutung und Wirkung des Konzils lebendig zu halten.

Weitere Informationen zum Heiligen Jahr unter www.dbk.de/themen/heiliges-jahr. Dort steht auch die Einberufungsbulle als Download zur Verfügung. Die entsprechende Broschüre aus der Reihe „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls“ (Nr. 200) ist in Kürze lieferbar und kann hier vorbestellt werden: www.dbk-shop.de
50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil
Im Lichte der Konzilsdebatten gründet Papst Paul VI. am 8. April 1965 das römische Sekretariat für die Atheisten. Der Erzbischof von Wien, Kardinal Franz König, wird dessen Präsident. Damit sind für den „dreifachen Dialog“, den Papst Paul VI. wünschte, Sekretariate geschaffen: für die getrennten Christen, die nichtchristlichen Religionen und die Atheisten. Einige Wochen später fordert der Papst in einer Ansprache an die römischen Kardinäle: Wie das Konzil in freudiger und zuversichtlicher Stimmung begonnen habe, so möge es doch auch in „ungetrübter brüderlicher Eintracht, in gegenseitiger Freundschaft und Solidarität … zu Ende gehen.“
Drei Fragen an…
Joachim Frank
Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten, Chefkorrespondent der DuMont-Mediengruppe (Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung/Halle) und Autor der Frankfurter Rundschau

Dialogprozess bedeutet für mich…
... einen Beleg für die Fähigkeit der Kirche zur Krisenintervention in eigener Sache sowie die „Hoffnung gegen alle Hoffnung“, dass Dialog in der Kirche am Ende mehr ist als gepflegtes Palaver.

Das Konzil ist heute für mich…
… eine Eigenblut-Transfusion, die der sterbenskranken Patientin Kirche das Leben gerettet und sie für viele Menschen wieder lebenswert und liebenswürdig gemacht hat – auch noch 50 Jahre danach.

Für die Kirche 2015 wünsche ich mir…
…, dass „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute“ den Bischöfen auf der Familiensynode gegenwärtig sind und dass sie sich gemeinsam mit dem Papst davon leiten lassen.
Gebetsimpuls
„Dank sei dir Gott, für unsere Zeit,
zweitausend Gnadenjahre.
Das Licht des Glaubens macht sie hell,
vertreibt die Dunkelheiten.
An Christus glauben wir: Christus gestern, Christus heute, Christ in Ewigkeit.“

(aus dem Heilig-Jahr-Lied 2000, Text: Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke)
In eigener Sache
Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben nun die zweite Ausgabe 2015 des Newsletters des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz zum Gesprächsprozess „Im Heute glauben“ gelesen. Wir bedanken uns für Ihre Anregungen und Rückmeldungen und wünschen Ihnen noch einen schönen, sonnigen Frühling.

Aktuelle Informationen rund um den Gesprächsprozess finden Sie wie gewohnt unter www.dbk.de.

Die Redaktion des Newsletters erreichen Sie per E-Mail an newsletter@dbk.de.
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