Sollte dieser Newsletter nicht korrekt dargestellt werden, klicken Sie bitte hier.
Newsletter 03/2015
Sehr geehrte Damen und Herren,
Die letzte Phase des Gesprächsprozesses der Deutschen Bischofskonferenz hat begonnen. Vor fünf Jahren – auf der Herbst-Vollversammlung der Bischöfe in Fulda – wurde die Idee des Prozesses ins Leben gerufen. Der neue Newsletter gibt erste Informationen über das abschließende bundesweite Gesprächsforum in wenigen Wochen in Würzburg. Und auch danach wird es viel Anlass geben, über die Kirche zu diskutieren und sich zu informieren: Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda, die römische Bischofssynode, das Konzilsjubiläum zum 50. Jahrestag des Abschlusses und der Auftakt des Heiligen Jahres. In der Vielfalt dieser Themen ist jene Dynamik spürbar, von der Papst Franziskus spricht, wenn er sich eine „Kirche im Aufbruch“ wünscht.

Wir wünschen Ihnen erholsame Sommerwochen und erneut eine anregende Lektüre unseres Newsletters!

Ihr Redaktionsteam

Newsletter vom 31. Juli 2015
Gesprächprozess
Jahresveranstaltung des Gesprächsprozesses in Würzburg
Mit dem fünften und letzten Gesprächsforum des bundesweiten Gesprächsprozesses am 11. und 12. September 2015 in Würzburg mündet der Gesprächsprozess in seine abschließende Phase. Das Leitwort der Veranstaltung heißt: „Im Heute glauben: Wo Gott ist, da ist Zukunft.“ Das Motto greift den Grundgedanken des Gesprächsprozesses auf: Jede der Jahresveranstaltungen stand unter der großen Überschrift „Im Heute glauben“. Nachdem die Unterthemen sich an den wesentlichen Selbstvollzügen der Kirche orientierten (Diakonia, Liturgia, Martyria), wird zum Abschluss noch einmal das Wort von Papst Benedikt XVI. in den Mittelpunkt gestellt: „Wo Gott ist, da ist Zukunft.“ Dieses Wort war auch das Leitwort der Papstreise im September 2011.
Dokumente für Gesprächsforum in Würzburg in Vorbereitung
In Würzburg geht es um die Zusammenfassung des bisher im Gesprächsprozess Erreichten, aber auch um die im Gesprächsprozess gewonnenen Einsichten für das weitere kirchliche Handeln. Dazu wird in Würzburg ein „Abschlussbericht“ diskutiert und verabschiedet, der den Weg des Prozesses und seine theologische Grundierung darlegt. Breiten Raum wird auch das Anliegen einnehmen, über die Auswirkungen und Folgen des überdiözesanen Gesprächsprozesses zu reden und über seine Wirksamkeit für die Zukunft nachzudenken. Informationen zum bisherigen Verlauf finden sich im Internetdossier „Gesprächsprozess“ mit einer Dokumentation aller bisherigen bundesweiten Gesprächsforen. Hier werden auch in den kommenden Wochen weitere Informationen zum Treffen in Würzburg bereitgestellt.
Christ in der Gegenwart: Kirche wohin?
Anlässlich von Konzilsjubiläum und innerkirchlichen Debatten fragt „Christ in der Gegenwart“: Kirche wohin? Chefredakteur Johannes Röser liefert eine bemerkenswerte und differenzierte Analyse. Bei allem Ringen um Reformen und dem Suchen nach dem „richtigen“ Weg, gehe es am Ende gar nicht in erster Linie um die Rettung der Kirche: „ Es geht viel tiefer einzig und allein um Gott – und Mensch. Darum müssen wir beten. Darum müssen wir aber auch streiten, so wie auf allen guten Konzilien heftig gestritten und nicht harmlose Wohlfühlatmosphäre verbreitet wurde. Denkverweigerung und Denkverbote helfen nicht. Alles muss radikal, das heißt substanziell von der Wurzel her, auf den Tisch – und nicht nur auf den Tisch. Wahrhaftigkeit!“, schreibt Johannes Röser.

Der ganze Beitrag
Synode im Bistum Trier: Forum „Frauen: Perspektive“
Drei Foren begleiten die Diözesansynode des Bistums Trier. Am 17. und 18. Juli 2015 hat das Forum „Frauen: Perspektiven“ stattgefunden, zu dem Bischof Dr. Stephan Ackermann eingeladen hatte. Rund 150 Frauen und 50 Männer diskutierten über die Situation der Frauen in der katholischen Kirche. Für Bischof Ackermann dürfe die Frauenfrage nicht rein „ergebnisorientiert“ betrachtet werden: „Das ist ein Thema, das ganz viel mit Emotionen und Leidenschaft zu tun hat“, so der Bischof.

Informationen und Hintergründe zum Forum
Bischof Bode: Der Prozess hat sich gelohnt
Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) sieht den fünfjährigen Gesprächsprozess als einen Erfolg. Im Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) betonte er, dass viele konkrete Fragen angegangen worden seien. „Wir müssen noch intensiver über die Strukturen und das Miteinander aller Dienste in den Pfarreien reden, über die Kirche vor Ort. Das ist bisher sicher zu kurz gekommen. Auch bei der Frage nach unserer Verantwortung für die Weitergabe des christlichen Glaubens können wir noch zulegen. Ebenso beim Dialog mit anderen Glaubensgemeinschaften und mit Menschen, die sich keinem Glauben zugehörig fühlen“, so Bischof Bode.

Das ganze Interview zum Nachlesen
Bistumsfest im Bistum Essen zum Zukunftsbildprozess
Das Bistum Essen lädt zum Bistumsfest ein: Am 29. August 2015 werden ab 14.00 Uhr auf dem Burgplatz vor dem Essener Dom die Ergebnisse des Zukunftsforums und des bisherigen Zukunftsbildprozesses vorgestellt. Zugleich werden die daraus folgenden strategischen Schwerpunkte für die Entwicklung der Kirche im Bistum Essen formuliert. Das Zukunftsforum ist die Umsetzung des Gesprächsprozesses der Deutschen Bischofskonferenz im Bistum Essen.

Weitere Informationen
Arbeitspapier zur Bischofssynode veröffentlicht
Das zentrale Arbeitspapier für die im Oktober in Rom stattfindende Bischofssynode, das „Instrumentum laboris“, ist vom Vatikan veröffentlicht worden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hält das Dokument für eine gute Arbeitsgrundlage für die Beratungen: „Während manche Fragen und Problembereiche nur vorsichtig angesprochen werden, spürt man im gesamten Text das Bemühen, keine Vorfestlegung zu bestimmten Themen treffen zu wollen. Insgesamt halte ich das ‚Instrumentum laboris‘ für einen nachdenklichen Text, der um Differenzierung bemüht ist.“ Zentrale Anliegen, die in der Antwort der Deutschen Bischofskonferenz auf den Fragebogen benannt worden seien, finden sich im „Instrumentum laboris“ wieder.

Zum Volltext
Theologischer Studientag zur römischen Bischofssynode
Die Vorsitzenden der Deutschen, Schweizer und Französischen Bischofskonferenz haben am Pfingstmontag zu einem theologischen Studientag aus Anlass der Bischofssynode nach Rom eingeladen. Bei dem Treffen mit Bischöfen, Theologen und Journalisten ging es darum, die biblischen und theologischen Grundlagen für das Synodenthema zu reflektieren und die Problemstellungen zu erörtern, die die gegenwärtige Debatte um Ehe und Familie bestimmen. Seit Kurzem ist eine umfassende Dokumentation aller in Rom gehaltenen Referate auf den Internetseiten der drei Bischofskonferenzen bereitgestellt.
Kirchenstatistik 2014 veröffentlicht
Die Kirchenstatistik 2014 ist jetzt veröffentlicht worden. In den Eckdaten des kirchlichen Lebens werden die Zahlen von Gottesdienstbesuchern, Taufen, Erstkommunion, Firmung und Trauungen sowie Begräbnissen, Kirchenaustritten und Wiedereintritten dokumentiert. Die Kirchenstatistik ist in ihren nüchternen Zahlen auch Ausdruck der Vielfalt kirchlichen Lebens. Kardinal Reinhard Marx betonte bei der Veröffentlichung der Statistik: „Sie zeigt, wie vielgestaltig Kirche ist und dass sie eine missionarische Kraft hat, auch wenn uns die hohe Zahl von Kirchenaustritten schmerzlich bewusst macht, dass wir Menschen mit unserer Botschaft nicht erreichen. Hinter der Zahl der Kirchenaustritte stehen persönliche Lebensentscheidungen, die wir in jedem einzelnen Fall zutiefst bedauern, aber auch als freie Entscheidung respektieren. Wir werden uns weiter bemühen, unseren Auftrag glaubwürdig so zu erfüllen, dass wir die Freude des Evangeliums verkünden können und viele Menschen in der Gemeinschaft der Kirche Heimat finden oder auch wiederfinden. Dabei übersehen wir nicht, dass wir in einer offenen und pluralen Gesellschaft leben.“ Die aktuelle Arbeitshilfe „Zahlen und Fakten 2014/2015“ kann als pdf-Datei heruntergeladen oder als Broschüre unter der Rubrik „Veröffentlichungen“ bestellt werden.
Internetseite zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit
Für das von Papst Franziskus ausgerufene außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit gibt es in Kürze eine eigene Internetseite von der Deutschen Bischofskonferenz. Dort finden sich ab voraussichtlich 20. August 2015 alle wichtigen Informationen. Erste Grundlagen sind bereits jetzt in einem Dossier „Heiliges Jahr“ gesammelt.
Rückblick: 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil
Während des Konzils geht das ökumenische Gespräch voran. Am 5. Juli 1965 wird eine „Gemischte Kommission“ zwischen dem Lutherischen Weltbund und der katholischen Kirche eingesetzt, die gemeinsam theologische Fragen erörtern soll. In einem Brief vom 28. August 1965 fordert Papst Paul VI. alle Bischöfe und Gläubigen zum Gebet und zur Buße für das Konzil auf. Einige Wochen später beginnt die feierliche Eröffnung der vierten Konzilssitzung.
Drei Fragen an…
Dr. Thomas Scheidtweiler
Generalsekretär der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk

Dialogprozess bedeutet für mich…
... die Vielfalt der Erfahrungen des Glaubenslebens und des Lebens in den Gemeinden auszutauschen, in Verbundenheit miteinander, damit für die wirklich zentralen Herausforderungen der Kirche Antworten gefunden werden, die Kraft und Zuversicht geben.

Das Konzil ist heute für mich…
… ein bleibendes „Zeichen Gottes für unsere Zeit“, wie Benedikt XVI. es einmal formuliert hat – ein Beleg dafür, dass die Kirche immer wieder die Kraft hat, die Zeichen der Zeit zu erkennen, sich mit Weitblick und Augenmaß zu erneuern – ohne billige Kompromisse.

Für die Kirche 2015 wünsche ich mir…
…, dass wieder weniger Menschen aus den Kirchen austreten und dass das Heilige Jahr, welches im Dezember beginnt, ein „Jubiläum der Barmherzigkeit“ wird, das vielfältiges Wachstum – im biblischen Sinne – begünstigt.
Gebetsimpuls
„Lehre uns, den Wert von allen Dingen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht. Danke, dass du alle Tage bei uns bist. Ermutige uns bitte in unserem Kampf für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.“

(aus dem Gebet von Papst Franziskus zum Abschluss der Enzyklika „Laudato si‘“)
In eigener Sache
Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben nun die dritte Ausgabe 2015 des Newsletters des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz zum Gesprächsprozess „Im Heute glauben“ gelesen. Wir bedanken uns sehr für Ihr Interesse und Ihre Anregungen.

Aktuelle Informationen rund um den Gesprächsprozess finden Sie wie gewohnt unter www.dbk.de.

Die Redaktion des Newsletters erreichen Sie per E-Mail an newsletter@dbk.de.
Kontakt | Impressum | Newsletter abmelden www.dbk.de
Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz
Sollte dieser Newsletter nicht korrekt dargestellt werden, klicken Sie bitte hier.