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Katholische Kirche 1975 - 1989
Bild: © KNA-Bild – Papst Johannes Paul II. besuchte vom 15. bis 19. November 1980 Deutschland. Bild v.r.n.l.: Joseph Kardinal Höffner, Papst Johannes Paul II. und Joseph Kardinal Ratzinger in München.

Katholische Kirche 1975 - 1989

Seit Mitte der 1970er Jahre nehmen die Zweifel am grenzenlosen Wachstum von Wirtschaft und Gesellschaft zu. Die entstehende Friedens- und Umweltbewegung wird zum Kristallisationspunkt konfessionsübergreifenden christlichen Engagements der jungen Generation. Nicht nur der Laienkatholizismus ändert sein Gesicht. Innerkirchlich geht die Beteiligung der Gläubigen am Gottesdienst weiter zurück. Vor allem aber beginnt sich zunehmend der Mangel an Priestern und Priesteramtskandidaten abzuzeichnen.

Zu einer Fortführung der Würzburger Synode zehn Jahre nach ihrem Abschluss kommt es nicht. Die erst begonnene Durchführung früherer Beschlüsse, aber auch veränderte Vorgaben im neuen, 1983 approbierten Kirchenrecht weichen die Bischöfe in den 1980er Jahren auf Synoden (1986/87: Rottenburg-Stuttgart, 1989: Hildesheim, 1990: Augsburg) oder synodenähnliche Kongresse aus.

Inhaltlich schalten sich Bischöfe und Laienkatholizismus intensiv in die gesellschaftliche Wertedebatte ein. Bei Ehe- und Familienfragen, vor allem aber in der Auseinandersetzung über die gesetzliche Novellierung des Schwangerschaftsabbruchs (§ 218 StGB) rückt die vom christlichen Sozialwissenschaftler und Kölner Erzbischof Höffner angeführte katholische Kirche die Bewahrung des Lebensschutzes als unabdingbare Grundlage der gesamtgesellschaftlichen demokratischen Ordnung in den Mittelpunkt. Unterstützt wird sie darin durch Papst Johannes Paul II., der  1980 und 1987 die Bundesrepublik besucht.

Höffners Nachfolger als Vorsitzender der Fuldaer Bischofskonferenz, der Mainzer Bischof Lehmann, treibt im Sinne der Würzburger Synode den Dialog von Kirche und säkularer Gesellschaft und das gemeinsame Gespräch mit den protestantischen Kirchen sowie dem Judentum voran.

In der DDR führt die bis zum Tode Kardinal Bengschs und darüber hinaus verfolgte kirchenpolitische Strategie der Abstinenz zu einer äußeren Starre, die den sozialen und kirchlichen Wandel internalisiert. Andererseits stellt der „Bengsch-Kurs“ relativ sicher, dass die Kirche von nennenswerten Verstrickungen in das SED-Regime verschont bleibt. Die Kontakte zur DDR-Regierung und zur Staatssicherheit bleibt auf bischöfliche Gesprächsbeauftragte konzentriert.

 

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