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Nationalsozialistische "Machtergreifung"
Bild: © KNA-Bild – Pius XII. unterzeichnet das Reichskonkordat

Nationalsozialistische "Machtergreifung"

1933 ist Hitlers taktisches Entgegenkommen gegenüber der katholischen Kirche nicht leicht zu durchschauen. Die kirchlicher Lehre gemäß anzuerkennende Obrigkeit füllt der neue Reichskanzler zunächst in der Pose des christlich-nationalen Staatsmannes aus. Die Regierungserklärung am 23. März schafft eine wirksam inszenierte Vertrauensbasis. Sie wird mit der Unterzeichnung des Reichskonkordats am 20. Juli erfolgreich zementiert. Das NS-Regime zahlt dafür allerdings den Preis einer Existenzgarantie für die katholische Kirche. Aus dem Vertragsabschluss mit dem Heiligen Stuhl jedoch dessen Sympathie für die autoritäre deutsche NS-Regierung abzuleiten, ist verfehlt. Dass der Konkordatsabschluss gar mit der Preisgabe der Zentrumspartei „erkauft“ wird, lässt sich historisch nicht belegen.
Nach dem Untergang der Zentrumspartei Anfang Juli 1933 fällt den deutschen Bischöfen eine ungewohnt politische Führungsrolle zu. Sie erklären sich bereit, am Aufbau eines christlichen Deutschland mitzuwirken. Die Zahl katholischer Parteigenossen vervielfacht sich. Der Nachholprozess ist gerade in katholischen Gebieten besonders groß, weltanschaulich überzeugte NSDAP-Mitglieder bleiben unter den Katholiken gleichwohl eine Minderheit. Dem Verständnis katholischer Mitwirkung widerspricht es auch, die katholischen Organisationen mit den nationalsozialistischen „gleichzuschalten“. Bischöfe und Verbandsführer betonen ihre nationale Zuverlässigkeit auch, um – unter Berufung auf den nur unzureichend formulierten Konkordatsschutz – die Eigenständigkeit des kirchlichen Vereinswesens zu unterstreichen.

 

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