Militärseelsorge

Das deutsche "Militärordinariat", kirchenrechtlich in der Form eines "Personal-Bistums" 1956 durch den Heiligen Stuhl eingerichtet, umfasst die katholischen Soldaten und ihre (katholischen) Familienangehörigen sowie die katholischen Familienangehörigen nicht-katholischer Soldaten der Deutschen Bundeswehr. Zum Militärbischof wird ein Diözesanbischof vom Heiligen Stuhl im Einvernehmen mit der Bundesregierung ernannt.

Militärbischof ist zurzeit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen). Seine Kurie befindet sich in Berlin.

Die Katholische Militärseelsorge wurde aufgrund Art. 27, Abs. 4 des Reichskonkordats am 4. Februar 1956 durch ein Dekret der Konsistorialkongregation mit der Ernennung des ersten Militärbischofs neu errichtet. Durch die von Papst Paul VI. im Benehmen mit der Bundesregierung erlassenen "Statuten für die Seelsorge in der Deutschen Bundeswehr" vom 31. Juni 1965 wurde die katholische Militärseelsorge geordnet. Es bedurfte dieser einvernehmlichen rechtlichen Regelung zwischen Staat und Kirche, um den Zugang der Kirche zur Seelsorge im militärischen Bereich zu gewährleisten.

Auf Ortsebene sind dem Katholischen Militärbischofsamt 91 Dienststellen zugeordnet. Zwei Drittel der Militärseelsorger sind Priester, ein Drittel Pastoralreferenten und 14 Seelsorger arbeiten zusätzlich im Nebenamt. Sie feiern mit den Soldaten Gottesdienste, bieten verschiedene Formen "seelsorglicher Intensivformen" (Werkwochen, Exerzitien, Familienwochenenden etc.) an und führen den "Lebenskundlichen Unterricht" durch, an dem die Soldaten aller Dienstgrade teilnehmen. Ein wichtiges Ereignis in der Militärseelsorge ist die Teilnahme an der alljährlichen Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes, an der jeweils Soldaten aus mehr als 20 Nationen, darunter auch etwa 2.000 deutsche Soldaten, teilnehmen. Aber auch in vielen alltäglichen Sorgen ist der Militärseelsorger wichtiger Ansprechpartner für die Soldaten. Die "Diakonia" spielt darum in der Militärpastoral eine erhebliche Rolle.

Eine wichtige Aufgabe stellt sich den Militärpfarrern in der Begleitung deutscher Soldaten bei Einsätzen der Bundeswehr im Ausland, vor allem unter Verantwortung der Vereinten Nationen - so in Kambodscha, Somalia und im ehemaligen Jugoslawien. Neben der seelsorglichen Begleitung kommt der Vermittlung der kirchlichen Friedenslehre und der Vermittlung von Beiträgen zur Gewissensbildung große Bedeutung zu.

Ein unverzichtbares Element stellen die Gremien und Verbände der Laienarbeit in der Militärseelsorge dar. Dies geschieht in der Form eines Diözesanrates ("Zentrale Versammlung") sowie örtlicher Pfarrgemeinderäte. In der Gemeinschaft Katholischer Soldaten haben sich viele Zeit- und Berufssoldaten in verbandlicher Form organisiert. In allen Bereichen der Pastoral suchen der Militärbischof und seine Seelsorger enge Kontakte und gute Zusammenarbeit mit Diözesen und Pfarrgemeinden.

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