Gelebter Glaube – Die Pfarrgemeinde

Die Kirche ist an unterschiedlichen Orten und auf verschiedenen Ebenen erfahrbares Zeichen der Beziehung Gottes zu den Menschen.

Familiengottesdienst in der Bonner Kirchengemeinde Sankt Sebastian. © KNA-Bild

Den Pfarreien als Zellen gemeindlichen Lebens in der Kirche kommt dabei besondere Bedeutung zu. Die Gemeinden „vor Ort“ verkörpern das Wesen der Kirche im unmittelbaren Lebensraum der Menschen. Sie bilden eine Basis, die zum einen wechselseitig auf die Diözese bezogen ist, zu der sie gehört, zum anderen auf die Gesamtkirche. Große Bedeutung haben darüber hinaus die verschiedenen Gruppen einer Gemeinde, die offene Türen zum Gemeindeleben sind. Für Jugendliche sind das zum Beispiel Messdiener- oder Pfadfindergruppen. Erwachsene kommen häufig durch katholische Kindergärten oder Schulen wieder in Kontakt zum aktiven Gemeindeleben.

Die Gemeinden sind damit beauftragt, miteinander den Glauben praktisch werden zu lassen und ihn beständig zu leben, zu feiern und Zeugnis für ihn zu geben. Eine lebendige Gemeindepastoral lebt von vielfältigem haupt- und ehrenamtlichen Engagement und der konstruktiven Zusammenarbeit von Priestern und Laien.

Erstkommunion Kommunionunterricht in der Pfarrei Sankt Nikolaus in Bonn. © KNA-Bild

So vielfältig und zahlreich die Interessen und Begabungen der Menschen in den Pfarreien sind, genau so vielfältig sind auch die Möglichkeiten, sich einzubringen und dem eigenen Glauben Ausdruck zu geben.Mehr Informationen zum Thema Ehrenamt in der katholischen Kirche: Zum Stichwort „Ehrenamt“Weitere Informationen unter katholisch.de

Besonders in den letzten Jahren hat sich das strukturelle Bild der meisten Diözesen Deutschlands merklich gewandelt. Das hat zum einen mit veränderten Bedingungen menschlichen Lebens überhaupt zu tun, aber auch mit personellen und strukturellen Aspekten in den Bistümern.

Formen von Gemeinde heute

Alle Bistümer vergrößern derzeit ihre Seelsorgeeinheiten. Dabei kristallisieren sich drei Grundmodelle zur Strukturierung der Pfarrseelsorge heraus:

  • Der Pfarreienverbund
    Zusammenarbeit mehrerer Pfarreien in verschiedenen Seelsorgefeldern bei weitgehender Wahrung ihrer Eigenständigkeit, also ohne Zusammenlegung von Gremien.

  • Die Pfarreiengemeinschaft
    Zusammenschluss mehrerer rechtlich selbstständiger Pfarreien, die einen Pfarrer haben, die rechtlich verbindliche Vereinbarungen treffen und gemeinsame Gremien bilden.

  • Die neu errichtete Pfarrei
    Fusion mehrerer Pfarreien, die in der Regel unter dem neuen Pfarrdach als unselbständige Gemeinden vor Ort weiter bestehen.

Tendenziell sind die Pfarreiengemeinschaften das Modell, das eher im Süden und in ländlichen Diözesen bevorzugt wird. Die Errichtung neuer Pfarreien erfolgt eher in den städtisch geprägten Diözesen im Norden.

An die größeren Seelsorgeeinheiten werden in der Regel kleinere Seelsorgeeinheiten wie karitative Einrichtungen, Gemeinschaften, Verbände und Orden angebunden. Eine große Bereitschaft zur Kooperation soll erreichen, dass mehrere schaffen, was der Einzelne allein nicht leisten kann.

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