Wissenschaft und Hochschule

Bibliothek der Katholischen Universität Eichstätt. © KNA-Bild

Seit jeher misst die katholische Kirche der Wissenschaft eine hohe Bedeutung bei. Neben den Theologischen Fakultäten, den Katholischen Hochschulen und den Einrichtungen der Studien- und Wissenschaftsförderung sind insbesondere die Katholischen Hochschul- und Studierendengemeinden und die Studentenverbindungen als katholische Einrichtungen im Raum von Hochschule und Wissenschaft präsent.

Katholisch-theologische Fakultäten und kirchliche Hochschulen

An elf staatlichen Universitäten bestehen Katholisch-Theologische Fakultäten. Darüber hinaus gibt es 34 katholisch-Theologische Institute und Hochschuleinrichtungen an staatlichen Universitäten, die der Religionslehrerausbildung dienen.

In kirchlicher Trägerschaft gibt es gegenwärtig neben der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt drei diözesane Theologische Fakultäten.

Fünf Ordenshochschulen pflegen die besondere Ausrichtung der jeweiligen Gemeinschaft in Lehre und Forschung. Alle Ordenshochschulen sind kirchlich und staatlich anerkannt. Standen die Hochschulen bei ihrer Gründung nur Ordensmitgliedern offen, so haben heute sämtliche Studenten und Studentinnen Zugang.

 

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU)

Die 1972 gegründete Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) ist die einzige ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Sie verbindet in besonderer Weise Wissenschaft und Glauben. Die kirchlich und staatlich anerkannte Katholische Universität bietet eine Vielzahl von Studiengängen und Studiengangskombinationen. Die Zulassung zum Studium ist unabhängig von der Konfessionszugehörigkeit. Zurzeit hat die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ca. 120 Professoren, über 200 wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 5.426 Studierende. Die KU umfasst gegenwärtig acht Fakultäten, von denen die meisten sozial- und geisteswissenschaftlich ausgerichtet sind.

 

Katholische Fachhochschulen

Gegenwärtig gibt es neben den Fachhochschulstudiengängen an der Katholischen Universität fünf staatlich anerkannte Katholische Fachhochschulen (Catholic University of Applied Sciences). Sie bieten insbesondere Studiengänge inder Sozialen Arbeit, der Pflege, der Heilpädagogik und in der Religionspädagogik an. Die Hochschulen engagieren sich in Forschung und Weiterbildung und vermitteln eine anwendungsbezogene Ausbildung auf wissenschaftlicher Grundlage.

 

Hochschul- und Studentengemeinden

An den Universitäten, Technischen Hochschulen, Pädagogischen Hochschulen, Gesamthochschulen und Fachhochschulen in Deutschland bestehen 123 KatholischeKatholische Hochschul- und Studierendengemeinden. Sie unterstützen und begleiten die Katholiken, die an den Hochschulen als Dozenten, Studenten, Forscher oder Mitarbeiter tätig sind, in ihrem Leben als Christen, sind ökumenisch ausgerichtet und machen auch Angebote für nicht-christliche Studierende und Hochschulangehörige. Die Hochschulseelsorge will die universitäre Kultur und die Frohe Botschaft in einen fruchtbaren Dialog bringen. Die Tätigkeit der einzelnen Hochschulgemeinden wird subsidiär unterstützt durch das Forum Hochschule und Kirche e. V.

 

Wissenschaftliche Vereinigungen

Im Bereich von Wissenschaft und Forschung bestehen verschiedene katholische Vereinigungen und Einrichtungen, die sich der Pflege der Wissenschaft widmen. Die bedeutendste ist die 1876 gegründete Görres-Gesellschaft. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, in Bewahrung ihres im katholischen Glauben wurzelnden Gründungsauftrages wissenschaftliches Leben auf den verschiedenen Fachgebieten zu fördern und Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch zu bieten. Die 2.758 Mitglieder (Stand: 2014) sind katholische Hochschullehrer und Wissenschaftler, die neben ihrer Tätigkeit in Forschung und Lehre an den Hochschulen im Rahmen der Görres-Gesellschaft Forschungsprojekte und wissenschaftlichen Austausch betreiben.

Der Erforschung der Geschichte von Kirche und Katholizismus im 19. und 20. Jahrhundert widmet sich die  Kommission für Zeitgeschichte. Im Mittelpunkt der Forschungen und Publikationen der Kommission stehen das Verhältnis zwischen Staat und Kirche sowie das gesellschaftliche und politische Wirken der deutschen Katholiken im 19. und 20. Jahrhundert.

Das Institut für Ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte, die Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum, die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle sowie das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik widmen sich speziellen Themen. Sie veranstalten Fachtagungen und beteiligen sich durch Publikationen an der allgemeinen wissenschaftlichen Forschung im jeweiligen Fachbereich. 

 

Studienförderung für deutsche und ausländische Studierende und Graduierte

Die kirchliche Förderung begabter Studierender und Graduierter hat in Deutschland besonderes Gewicht. Die Förderung erfolgt insbesondere in der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk, im Katholische Akademische Ausländerdienst (KAAD) und im Theologischen Stipendienprogramm Albertus Magnus des Instituts für Weltkirche und Mission. Dabei bildet die ideelle Förderung neben der Vergabe von Stipendien den Kern der Arbeit. Durch Ferienakademien, fachbezogene Veranstaltungen und geistliche Angebote soll es den Stipendiatinnen und Stipendiaten erleichtert werden, persönlich einen christlich motivierten Standpunkt zu gewinnen und aus dieser Überzeugung heraus später Verantwortung in Gesellschaft und Kirche zu übernehmen.

Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk fördert jährlich ca. 900 begabte deutsche Studentinnen und Studenten aller Fachrichtungen im Erststudium sowie ca. 200 Promovenden. Der Katholische Akademische Ausländerdienst (KAAD) fördert mehr als 450 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Osteuropa. Das im Aufbau befindliche Theologische Stipendienprogramm Albertus Magnus fördert vor allem Priester und Ordensleute aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa, die sich in Deutschland theologisch weiter qualifizieren wollen.

Akademische Verbände und Vereinigungen

In den katholischen Korporationsverbänden (insbesondere Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen – CV, Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine – KV, Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine Unitas - UV) und akademischen Vereinigungen (z. B. Bund katholischer deutscher Akademikerinnen, Christopherus-Vereinigung, Bonifatius-Einigung, Hochschulkreis der Ackermann-Gemeinde etc.) sind zahlreiche Studierende und Akademiker zusammengeschlossen.

Die akademischen Verbände und Vereinigungen machen ihren Mitgliedern ein spezifisches Bildungsangebot, das von theologisch-religiösen Veranstaltungen über fachbezogene Seminare und Tagungen bis hin zu allgemeinen gesellschafts- und hochschulpolitischen Aktivitäten reicht. Zur Unterstützung der Initiativen der Einzelverbände und zur Koordinierung ihrer Maßnahmen bestehen die „Arbeitsgemeinschaft der katholischen Studentenverbände (AGV)“ und die „Katholische Akademikerarbeit Deutschlands (KAD)“.

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