Hilfswerke

Kreuz in der Pfarrei Vicaria Santa Rita, Argentinien © Adveniat/Escher

2016 förderten die katholischen Hilfswerke Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa mit rund 460 Millionen Euro.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man in Deutschland erfahren, wie sehr die Hilfe anderer Nationen nötig war und dass sie trotz historischer Schuld geleistet wurde. Daraus entwickelten die deutschen Bischöfe in den fünfziger Jahren den Gedanken, den armen Ländern der südlichen Erdhälfte partnerschaftliche Zusammenarbeit anzubieten, um existentielle Nöte der Menschen und soziale Ungerechtigkeiten zu mildern oder zu beseitigen. Kirchliche Entwicklungsarbeit trat so neben die traditionsreiche Unterstützung der pastoralen Arbeit in den Missionsländern in Asien, Afrika, Lateinamerika und Ozeanien.

Um Spenden zu sammeln und diese finanziellen Mittel entsprechend der jeweiligen Aufgabe und gemäß den Absichten der Spender einzusetzen, hat die Deutsche Bischofskonferenz, unterstützt durch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, unterschiedlich strukturierte Hilfswerke geschaffen. Unabhängige Prüfungen bescheinigen den katholischen Hilfswerken Jahr für Jahr besonders niedrige Verwaltungskosten. Mit ihrer Arbeit verbinden sie die Bewusstseinsbildung unter den deutschen Katholiken für die tatkräftige Solidarität mit den Armen in der Einen Welt. Zusätzlich unterstützen die 27 deutschen (Erz-)Bistümer weltkirchliche Projektpartner zusätzlich mit 54,41 Millionen Euro (2016) duch direkte Hilfen. Zudem pflegen viele Pfarreien in Deutschland direkte Partnerschaften mit Gemeinden in den ärmeren Ländern des Südens.

 

Adveniat

Die "Bischöfliche Aktion Adveniat" unterstützt seit 1961 kirchliche Initiativen in Lateinamerika und der Karibik für die Armen, Verfolgten und Minderheiten. Der Name bezieht sich auf die Bitte im lateinischen Vaterunser "Adveniat regnum tuum" (Dein Reich komme).

Pater Michael Heinz SVD, Hauptgeschäftsführer von Adveniat. © Steyler Missionare

Jährlich fördert das Hilfswerk rund 2.500 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 37 Millionen Euro. Damit ist Adveniat das größte Lateinamerika-Hilfswerk Europas.


Antworten auf die Armut
Adveniat fördert pastorale Projekte in ganz Lateinamerika und in der Karibik. Sie werden von Gemeinden, Einrichtungen und Diözesen beantragt und in der Adveniat-Geschäftsstelle in Essen sorgfältig geprüft. Unterstützt werden nur die Projekte, die armutsorientiert und dringend notwendig sind. So dient ein von Adveniat finanziertes Gemeindezentrum in einer entlegenen Region nicht nur als Versammlungsort, sondern auch als Ausbildungsstätte oder Krankenstation.


Partner für die Kirche in Lateinamerika
Wesentlich für die Durchführung der geförderten Projekte ist die unmittelbare Beteiligung der Kirche vor Ort. Die Projektpartner wissen am besten, wo die Not am größten und die Hilfe am nötigsten ist. Sie liefern die Ideen, stellen ihre Mittel und ihre Arbeitskraft zu Verfügung. Adveniat greift diesen Menschen unter die Arme. Das Ziel: Eigeninitiative fördern, statt neue Abhängigkeiten zu schaffen.

Der Hauptteil der Mittel, die Adveniat zur Verfügung stehen, wird in einer jährlichen Spenden-Aktion zu Weihnachten aufgebracht.


Mehr Informationen:
Bischöfliche Aktion Adveniat
Gildehofstraße 2
D-45127 Essen
Tel: +49 (0)201 - 1756-0
Fax:+49 (0)201 - 1756-111

Siehe auch Stichwort Adveniat

 

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken ist von der Deutschen Bischofskonferenz mit der Förderung der Diaspora-Seelsorge beauftragt. Diese Aufgabe nimmt das von Laien gegründete Hilfswerk seit 1849 wahr.

Förderung der Diaspora-Seelsorge bedeutet Gläubige zu befähigen, den eigenen Glauben in einer glaubensfremden – zunehmend ungläubigen – Umgebung zu leben und weiterzugeben.

Das Bonifatiuswerk sammelt Spenden und stellt diese den Diaspora-Gemeinden als "Hilfe zur Selbsthilfe" objekt- und projektgebunden zur Verfügung: für den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, Jugend- und Bildungshäusern, katholischen Schulen und Kindergärten, für die Kinder- und Jugendseelsorge, für die Ausbildung von Priestern in der Gemeindearbeit sowie für die Motorisierung von Pfarreien.

Monsignore Georg Austen, Generalsekretär (© Bonifatiuswerk)

Dort, wo die Hilfe des Bonifatiuswerkes besonders gefordert ist, beträgt der Anteil katholischer Christen an der Gesamtbevölkerung nur 5% oder weniger. In dem extremen Diaspora-Gebiet zwischen Elbe und Oder ist das Werk seit seiner Gründung zur Stelle. Hier liegt der eine Schwerpunkt der Arbeit. Darüber hinaus unterstützt das Bonifatiuswerk Renovierungs- und Bauprojekte in deutschen Diaspora-Bistümern. Die extreme Diaspora-Situation in Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island führte im Jahre 1974 zu einer offiziellen Ausweitung des Engagements auf die nordeuropäischen Nachbarländer. Infolge der politischen Veränderungen und der großen Hilfsbedürftigkeit unterstützt das Bonifatiuswerk seit 1995 – in enger Zusammenarbeit mit Renovabis – auch die baltischen Diaspora-Christen in Estland und Lettland mit jährlich einer halben Millionen Euro.
Unter dem Dach des Bonifatiuswerkes sind zwei weitere Initiativen tätig, die sich jeweils auf einen besonderen Aufgabenbereich innerhalb der Diaspora-Hilfe spezialisiert haben: die Diaspora-Kinderhilfe (Kinder- und Jugendseelsorge) sowie die Diaspora-MIVA (Verkehrshilfe).

Mehr Informationen:
Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken
Kamp 22
33098 Paderborn
Tel.: +49 (0)5251 – 2996-0
Fax: +49 (0)5251 – 2996-88

 

Caritas international

Caritas international ist von der Deutschen Bischofskonferenz beauftragt, weltweit Katastrophenhilfe zu leisten, bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Erdbeben, aber auch bei Katastrophen, die durch Menschen ausgelöst wurden, wie Kriege, Bürgerkriege und Vertreibungen. Dafür arbeitet Caritas international eng mit den mehr als 160 nationalen Caritas-Organisationen zusammen. Der akuten Nothilfe folgen gezielte Maßnahmen zum Wiederaufbau und zur Herstellung verbesserter Lebensverhältnisse. In gefährdeten Gebieten leistet die Caritas Vorsorgehilfe, um zu befürchtende Folgen einer Katastrophe abzuschwächen. Außerdem fördert das Hilfswerk soziale Projekte für Kinder, alte und kranke Menschen sowie für Menschen mit Behinderungen.

Oliver Müller, Leiter von Caritas international (© Caritas international)

Es ist der ausdrückliche Auftrag der Caritas, Solidarität und soziale Gerechtigkeit in der Welt zu verbreiten. Die Motivation der Mitarbeiter/innen liegt in ihrer christlichen Überzeugung und Tradition, sowie in der kirchlichen Soziallehre. Caritas international setzt sich für eine Welt ein, in der die unantastbare Würde des Menschen an erster Stelle steht. Deshalb kämpft sie gegen Diskriminierung, Gewalt, Intoleranz und Armut.
Von seinem Hauptsitz in Freiburg aus unterstützt das katholische Hilfswerk jährlich Hilfsprojekte weltweit. Für seine Arbeit hat Caritas international 2016 über 67,49 Millionen Euro aufgebracht, nahezu die Hälfte davon sind Spenden. Hinzu kommen Erbschaften und sonstige Zuschüsse und fast elf Prozent stammen aus Kirchensteuermitteln.

Mehr Informationen:
Deutscher Caritasverband

Caritas international
Karlstraße 40
79104 Freiburg
Tel: +49 (0) 761 – 200-0
Fax: +49 (0) 761 – 200-572

 

Kindermissionswerk „Die Sternsinger“

Bereits am 2. Februar 1846 wurde das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ gegründet. Betroffen von der Not der Kinder in China und Afrika hatte Auguste von Sartorius, ein Kind in Aachen, eine Initiative aufgegriffen, die 1843 in Frankreich begonnen hatte und heute in 120 Ländern verbreitet ist.

Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks (© Kindermissionswerk)

Straßenkinder in Südamerika, Aids-Waisen in Afrika, Kinder in den Krisengebieten Asiens und Osteuropas – über 2.000 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Die Mittel für die Projektförderung stammen aus Spenden. Den größten Beitrag leistet jährlich die Aktion Dreikönigssingen, auch Sternsinger-Aktion genannt, die vom Kindermissionswerk und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gemeinsam getragen wird.

Zu Beginn eines jeden Jahres ziehen hunderttausende Kinder, gekleidet als Heilige Drei Könige, von Haus zu Haus, singen den Menschen Lieder von der Geburt Jesu und sammeln Spenden für Projekte, die Kindern zugute kommen. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben des Kindermissionswerks.

Mehr Informationen:
Kindermissionswerk „Die Sternsinger“
Stephanstraße 35
52064 Aachen
Tel: +49 (0)241– 4461-0
Fax: +49 (0)241 – 4461-40

 

Misereor

MISEREOR ist das Hilfswerk der deutschen Katholiken für die Entwicklungszusammenarbeit mit der so genannten Dritten Welt.

Das „Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e. V.“ wurde 1958 als „Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt“ von der Bischofskonferenz gegründet.

Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel (© Misereor/Radtke)

Den Namen schlug der Kölner Kardinal Joseph Frings vor, in Anlehnung an das Jesus-Wort „Misereor super turbam“ (Ich habe Mitleid mit den Menschen). Ziel ist die unmittelbare Bekämpfung der Ursachen von Armut und Unterentwicklung.

Partnerschaftlich handeln: Alle von Misereor geförderten Projekte werden eigenverantwortlich von den örtlichen Projektpartnern geplant und durchgeführt. Bereiche der Zusammenarbeit sind vor allem Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Handwerk und Gesundheitswesen. Zahlreiche Projekte sind an den Lebensbedürfnissen der Menschen in den Elendsgebieten der Großstädte orientiert. Unter anderem sind Projekte für die Bewahrung der Schöpfung und mehr Energie-Gerechtigkeit aktuelle Schwerpunkte der Projektförderung.

Fastenaktion
Das Hilfswerk bringt den größten Anteil der Spenden in der jährlichen Fastenaktion (zwei Wochen vor Ostern) auf. Über die Misereor angeschlossene "Zentralstelle für Entwicklungshilfe" werden zudem staatliche Mittel für wirtschaftliche Zusammenarbeit eingesetzt.

MISEREOR arbeitet eng zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e. V. (AGEH); das ist der Dienst der katholischen Kirche für den Einsatz von Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfern in der Dritten Welt.

Mehr Informationen:
Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR
Mozartstraße 9
D-52064 Aachen
Tel: +49 (0)241 – 442-114 (Pressestelle)
Fax: +49 (0)241 – 442-524

Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e. V.
Ripuarenstraße 8, D - 50679 Köln
Tel: 0221 / 8896-0; Fax: 0221 / 8896-100

Siehe auch Stichwort Misereor

 

Missio

Gemeinsam bilden missio in Aachen und missio in München das Internationale Katholische Missionswerk in Deutschland, das den über 100 päpstlichen Missionswerken weltweit angehört.

missio entstand als „Bürgerinitiative“ Anfang des 19. Jahrhunderts: In Aachen rief im Jahr 1832 der Arzt Heinrich Hahn den Franziskus-Xaverius-Verein ins Leben. Mit der Gründung des Ludwig Missionsverein legte König Ludwig I. im Jahr 1838 in Bayern den Grundstein für den heutigen Sitz von missio in München.

Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen (© missio)
Msgr. Wolfgang Huber, Präsident von missio München (© missio)
Porträtfoto von Msgr. Huber im Anzug.

Seit 1972 führen beide Häuser den Namen „missio – Internationales Katholisches Missionswerk“. Der Auftrag von missio ist es, die Ortskirchen in Afrika, Asien und Ozeanien zu unterstützen. Schwerpunkte sind die Aus- und Weiterbildung von kirchlichem Personal sowie Hilfen zum Lebensunterhalt kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. missio sieht sich als Gestalter einer missionarischen Bewegung, die sich für die Weitergabe des Glaubens und die zukunftsgerichtete Gestaltung der Einen Welt aus dem Evangelium einsetzt.

Spendenkollekte am Weltmissionssonntag
Am jährlichen Welttag der Mission Ende Oktober ruft missio die deutschen Katholiken zur Hilfe für die Evangelisierung in den südlichen Kontinenten auf.


Weitere Informationen:
missio
Internationales Katholisches Missionswerk missio e.V.
Goethestr. 43
D-52064 Aachen
Tel. +49 (0)241 7507-00
Fax +49 (0)241 7507-335

missio
Internationales Katholisches Missionswerk
Ludwig Missionsverein KdöR
Pettenkoferstr. 26-28
80336 München
Tel: +49 (0)89 51 62-0
Fax: +49 (0)89 51 62-335

Siehe auch:
Stichwort Missio

 

Renovabis

Das jüngste Hilfswerk der Kirche in Deutschland wurde 1993 auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken von der Deutschen Bischofskonferenz gegründet als „Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“. Das Hilfswerk unterstützt seine Partner bei der pastoralen, sozialen und gesellschaftlichen Erneuerung der ehemals kommunistischen Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas.

Pfarrer Dr. Christian Hartl, Hauptgeschäftsführer von Renovabis. (© Renovabis)

Renovabis wurde benannt nach dem alttestamentlichen Psalmvers [Ps 104,30]: „Emitte spiritum tuum ...et renovabis faciem terrae“ bzw. „Sendest du deinen Geist aus, (so werden sie alle erschaffen) und du erneuerst das Antlitz der Erde“). Der Renovabis-Etat speist sich aus Kirchensteuermitteln, aus der für die Anliegen von Renovabis bestimmten Pfingstkollekte, aus Spenden, Nachlässen und Erbschaften sowie aus öffentlichen Mitteln. Die Mittel fließen in kirchlich-pastorale, sozial-caritative sowie in Bildungs- und Medienprojekte. Mit rund 30 Millionen Euro werden damit etwa 1.000 Projekte im Jahr gefördert.

Pfingstaktion
Die Kollekte aus allen katholischen Kirchen in Deutschland am Pfingstsonntag ist für Renovabis bestimmt. Renovabis möchte in der Aktionszeit auf die oftmals schwierige Situation vieler Menschen im Osten Europas aufmerksam machen: bundesweit und sowohl im inner- als auch im außerkirchlichen Kontext.

 

Mehr Informationen:
Renovabis
Domberg 27
85354 Freising
Tel.: +49 (0) 8161) – 5309-0
Fax: +49 (0) 8161 – 5309-11

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