Kunst und Kultur

 

Ausstellungsraum im Kunstmuseum Kolumba des Erzbistums Köln. © KNA-Bild

Die katholische Kirche ist in Deutschland neben dem Staat und den Kommunen der größte Kulturträger. Sie versteht ihr musisch-ästhetisches Engagement als Dienst vor Gott und Dienst am Menschen. Deshalb sind katholische Kulturangebote nichtkommerziell, partizipativ und werteorientiert.

 

Nur der ehrenamtliche Einsatz von Millionen von Christinnen und Christen ermöglicht es, kirchliche Kulturangebote kostenfrei zu gestalten. Vor allem im ländlichen Raum stellt die Kulturarbeit der Kirchengemeinden eine attraktive Möglichkeit dar, aktiv am kulturellen Leben teilzunehmen.

Die Kirche trägt Verantwortung für Erhalt und Pflege eines Jahrtausende alten Kulturerbes. Das verpflichtet sie aber nicht nur dazu, dieses Erbe auf professionelle Weise zu bewahren, sondern es auch geistig zu erschließen. Damit leistet sie einen Beitrag für das „kulturelle Gedächtnis“ Europas, von dem alle Mitglieder der Gesellschaft profitieren.

Musik

Kirchenchor im Sankt Paulus Dom von Münster. © KNA-Bild

Musik bildet die größte katholische Kultursparte. In 18.860 katholischen Chören und Musikensembles haben sich 424.000 Laienmusiker und -musikerinnen zusammengeschlossen. Die katholischen Chöre sind einerseits als Freizeitangebot auch für kirchlich weniger Aktive attraktiv, wirken aber zugleich regelmäßig an der Gestaltung der Liturgie mit. Dass dieses kirchliche Kultur-Konzept voll aufgeht, beweist der derzeitige Höchststand von 5.000 katholischen Kinder- und Jugendchören mit mehr als 100.000 Mitgliedern. Davon wiederum sind 11.000 junge Sänger/-innen unter dem Dach des Deutschen Chorverbandes Pueri Cantores aktiv. Die größte Organisation katholischer Chöre ist der Allgemeine Cäcilienverband (ACV).

Literatur/Buch

In Deutschland existieren derzeit knapp 3.900 katholische öffentliche Büchereien, die sich größtenteils in Trägerschaft der einzelnen Pfarrverbünde befinden. Schwerpunkte des Buchangebotes sind Spiritualität und gehobene Unterhaltungsliteratur. Die Büchereien bieten neben dem regulären Buchverleih auch jährlich 40.000 begleitende Bildungsveranstaltungen an. Insgesamt liegt die Zahl der Entleihungen bei über 31 Millionen pro Jahr. Rückgrat der katholischen Büchereien sind 33.000 ehrenamtliche Büchereimitarbeiter. Überdiözesane Aus- und Weiterbildung leisten die beiden großen Büchereifachverbände St. Michaelsbund für Bayern und der Borromäusverein für das restliche katholische Deutschland.

Architektur und Denkmalpflege

In Deutschland gibt es ca. 24.500 katholische Gotteshäuser, wovon etwa 23.000 denkmalgeschützt sind. Zusammen mit den anderen denkmalgeschützten Liegenschaften wie Pfarrhäusern, Wohnstiften, Konventgebäuden usw. besitzt die katholische Kirche in Deutschland circa 60.000 denkmalgeschützte Gebäude. Hinzu kommen noch 821 denkmalgeschützte Friedhöfe.

Derzeit werden etwa 1,7 % der katholischen Kirchengebäude nicht mehr liturgisch genutzt. Lediglich 0,4 % sind verkauft oder abgerissen worden. Für die nächsten Jahre wird damit gerechnet, dass ca. 3 % der Kirchengebäude nicht mehr der Feier der Liturgie dienen werden. Darüber darf man nicht vergessen, dass seit 1995 in Deutschland mehr als 50 katholische Gotteshäuser neu gebaut wurden, etliche davon sind international preisgekrönte Gebäude.

Bildende Kunst

Die Kirche sieht es als eine große Verpflichtung, ihre sakralen Kunstschätze zu bewahren. Die 43 Museen der katholischen Kirche und mehr als 100 Museen mit konzeptioneller bzw. finanzieller Beteiligung weisen mit 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr eine ungebrochen hohe Nachfrage auf. In einigen Diözesen erregen kürzlich vollendete Museumsneubauten internationale Aufmerksamkeit. In 20 Bistümern gibt es eigene, vom Bischof eingesetzte Kunstkommissionen, die die Gemeinden und das Bischöfliche Bauamt in ästhetischen Fragen beraten. In bundesweit 12 katholischen Künstlergemeinschaften sind bildende Künstler zusammengeschlossen. In elf Diözesen gibt es eigene Künstlerseelsorger. Dem Dialog von Kirche und Kunst dient auch der „Aschermittwoch der Künstler“, der jährlich in 27 deutschen Städten stattfindet.

Kinofilm und Audiovisuelle Medien

Zentrales Anliegen der katholischen Filmarbeit ist die Unterstützung des künstlerisch wertvollen und inhaltlich diskussionswerten Films. Die kritische Sichtung des Filmangebots leistet die Katholische Filmkommission. Die Stellungnahmen zu allen anlaufenden Spielfilmen – über 53.000 seit 1947 – werden in der katholischen Zeitschrift film-dienst veröffentlicht. Auf internationalen Filmfestivals zeichnen ökumenische Jurys die aus christlicher Sicht besten Produktionen aus. Die Aktion „Kirche und Kino“ unterstützt Kooperationen von kirchlichen Institutionen mit öffentlichen Kinos. Die AV-Medienstellen für audiovisuelle Medien in den 27 deutschen Bistümern halten weit über 10.000 Titel bereit. Diese Einrichtungen verleihen Filme und andere AV-Medien für Jugend- und Erwachsenenbildung, Schule, Katechese und pastorale Sonderaufgaben. Sie führen auch medienpädagogische, kommunikationspädagogische oder journalistische Aus- und Fortbildungsveranstaltungen durch.

Kulturpreise

Quer durch alle Kunstsparten verleiht die Katholische Kirche regelmäßig Kulturpreise. Gewürdigt werden Werke, in denen sich hohe künstlerische Qualität mit existentieller Symbolik und moralischer Sensibilität verbindet. Prominentester Preis der katholischen Kirche ist der Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken. Weitere kirchliche Kulturpreise sind der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis, der Katholische Medienpreis sowie zahlreiche diözesane Preise, wie der von der Katholischen Akademie in Bayern ausgelobte "Guardini-Preis", der von der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst ausgelobte Gebhard-Fugel-Preis oder der vom Erzbischof von Köln verliehene "Ludwig-Mülheims-Preis für religiöse Dramatik".

Neben den statistisch erfassten katholischen Kulturträgern gibt es eine nahezu unüberschaubare Palette weiterer kultureller Angebote etwa der Citypastoral, Tourismusseelsorge, Künstlerseelsorge sowie der vielen katholischen Verbände, Stiftungen, Studentenverbindungen und Akademikerschaften.

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