Seelsorgliche Berufe

Gott ruft uns Menschen

„Ihr seid das Salz der Erde. […] Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,13.14)

Bereits mit diesen Worten Jesu, die er in der bekannten Bergpredigt an eine große Menschenmenge richtet, die sich versammelt hat, verbindet sich der Auftrag, seine Botschaft in der Welt hörbar und sichtbar zu machen.„Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern […]“ (Mt 28,19) Dieser Auftrag des Herrn gilt auch heute. Und er richtet sich an alle, die an ihn glauben.

Kirchliche Hochzeit: Der Priester hat die Stola über die gefalteten Hände des Brautpaares gelegt und spricht die Trauformel. (Foto: KNA)

Die Sendung der Kirche geht auf Jesus Christus selbst zurück. Alle Gläubigen sind gleichermaßen dazu aufgerufen, unabhängig etwa von Geschlecht, Herkunft und Alter. Sie haben den Auftrag, ihren Glauben zu leben, zu feiern und zu bezeugen. Das soll nicht nur in der Gemeinde geschehen, sondern in allen Bereichen des menschlichen Lebens: in der Familie und im Freundeskreis, in der Freizeit und am Arbeitsplatz.

Die Berufe der Kirche eröffnen dafür besondere Möglichkeiten; neben dem Priesteramt auch für die hauptberufliche Mitarbeit der Laien.

Die Priester

Priester erfüllen ganz unterschiedliche Dienste und Aufgaben. Sie begegnen uns in der Feier der Heiligen Messe und spenden die Sakramente. Sie sind gefragt als Gesprächspartner in Lebensfragen, Konflikten und Krisen, Krankheit und Alter. Priester haben vielfältige Aufgaben, sind Leiter von Gemeinden, Religionslehrer, arbeiten in der Kinder- und Jugendarbeit oder in der Erwachsenenbildung, sie sind Seelsorger in Krankenhäusern, Alteneinrichtungen oder im Gefängnis.

Der Priester soll in seiner Zeit erfahrbar machen, dass der gute Wille Gottes durch seinen Geist fortwährend die Kirche belebt, die wiederum auf Jesus Christus selbst zurückgeht. Dafür soll er durch seinen Dienst und seine Lebensführung Zeugnis geben und allen Gläubigen ein Vorbild sein.

Umso wichtiger ist es gerade heute für die Kirche, die Priesterberufe als echte Option für engagiertes menschliches Leben zu stärken und im Gespräch zu halten.

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Die Diakone

Die Bezeichnung Diakon geht auf das griechische Wort für Diener oder Helfer zurück. Diese Übersetzung beschreibt treffend das Tätigkeitsprofil eines so genannten Ständigen Diakons, denn: „Im Dienst des Wortes, des Altares und der Liebe ist der Diakon für alle da.“Mit diesen Worten befähigt der Bischof bei der Diakonenweihe den Kandidaten zum Seelsorgedienst im Namen und in der Person Jesu Christi.

Eine Besonderheit des Ständigen Diakonats ist, dass es sowohl hauptberuflich als auch nebenberuflich ausgeübt werden kann, eine weitere, dass die Diakone im Gegensatz zum Priester wählen können, ob sie ehelos leben oder heiraten und eine Familie gründen möchten.

Der hauptberufliche Diakon versieht seinen Dienst in der Regel in der Gemeinde, kann aber auch auf regionaler, diözesaner oder verbandlicher Ebene mitwirken. Nebenberufliche Diakone hingegen üben schwerpunktmäßig einen Zivilberuf aus und sollen von ihrem Platz in der Gesellschaft und ihrer Heimatgemeinde aus seelsorglich tätig werden.

Diakone begleiten das gemeindliche Leben, engagieren sich im sozialen Bereich und unterstützen den Priester bei der Verkündigung und der Feier der Sakramente. So dürfen sie etwa Wortgottesdienste feiern und assistieren in der Heiligen Messe. Sie taufen, trauen und leiten Begräbnisfeiern.

Im Jahr 2008 sind in Deutschland fast 3.000 Menschen im Ständigen Diakonat wirksam gewesen, über 1.800 mit Zivilberuf, über 1.100 im Hauptberuf.

 

 

 


Seelsorgliche Berufe für nicht geweihte Christen

Seit den 1970er Jahren haben in den deutschen Bistümern zwei verhältnismäßig junge seelsorgliche Berufe fortwährend Konjunktur: Männern und Frauen entschließen sich dafür, als Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten oder als Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten zu arbeiten. Im Jahr 2008 etwa sind bundesweit insgesamt über 7.500 Menschen in diesen Berufen tätig gewesen.

Diese beiden hauptberuflichen Tätigkeiten in der Kirche sind nicht an ein Weiheamt gebunden. Deshalb stehen sie allen getauften und gefirmten Laien, Frauen wie Männern, gleichermaßen offen. Beide Berufe verdanken sich letztlich einem richtungweisenden Impuls des Zweiten Vatikanischen Konzils. So ist in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche, Lumen gentium, zu lesen:
„Außer dem Apostolat, das schlechthin alle Christgläubigen angeht, können die Laien darüber hinaus in verschiedener Weise zu unmittelbarerer Mitarbeit mit dem Apostolat der Hierarchie berufen werden […]“ (LG 33)

Zentrale Aufgabe von Gemeindereferentinnen und -referenten ist die seelsorgliche Begleitung der Gemeinde, gemeinsam mit Priestern und Diakonen. Sie bereiten Kinder und Jugendliche auf Taufe, Erstkommunion und Firmung vor, geben Religionsunterricht und sind für die unterschiedlichen Gremien und Gruppen in den Gemeinden ansprechbar.

Der jüngste unter den seelsorglichen Berufen ist der der Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Sie werden vielfältig eingesetzt – in den Gemeinden und darüber hinaus auf regionaler oder diözesaner Ebene, in den Bereichen Bildung und Verwaltung sowie in der seelsorglichen Zusammenarbeit mit gesellschaftlich, sozial oder karitativ engagierten Menschen außerhalb des kirchlichen Raumes.

Der Beruf der Gemeindereferentin, des Gemeindereferenten setzt eine religionspädagogische Ausbildung voraus; derjenige der Pastoralreferentin, des Pastoralreferenten ein theologisches Hochschulstudium. Bis zur zweiten Dienstprüfung wird von Gemeinde- bzw. Pastoralassistenten gesprochen.

Weitere Informationen rund um diese Berufe:

www.berufung.org

www.gemeindereferent.de

www.pastoralreferenten.de

www.wegbereiter-online.de

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