Papst

Jorge Mario Bergoglio ist Papst Franziskus

Das Konklave in Rom ist beendet. Am 13. März 2013 hat der Kardinal-Protodiakon, Kardinal Jean-Louis Tauran, der Stadt und dem Erdkreis verkündet: Wir haben einen Papst – Kardinal Jorge Mario Bergoglio. Der Jesuit und bisherige Erzbischof von Buenos Aires (Argentinien) gibt sich den Namen Franziskus und ist der neue Heilige Vater für über eine Milliarde Katholiken weltweit. Franziskus ist der 266. Papst und zugleich offiziell der 265. Nachfolger des Apostels Petrus.

Papst Franziskus - Foto: © KNA/Reuters

Papst Franziskus ist mit mindestens einer Zweidrittel-Mehrheit, also von 77 der 115 anwesenden Kardinäle, zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt worden. Nach der Wahl wurde er von Kardinal Giovanni Battista Re, dem Wahlleiter, zunächst gefragt, ob er die Wahl annimmt, und hat dies bestätigt. Direkt im Anschluss stellte der Wahlleiter die Frage: „Wie willst Du Dich nennen?“ Daraufhin gab der neue Papst seinen Namen vor dem Kardinalskollegium bekannt und es wurde eine Urkunde angefertigt.

Bereits mit der Annahme der Wahl ist der neugewählte Papst rechtmäßig als Pontifex im Amt. Denn Papst Johannes Paul II. hat in der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregis festgelegt: „Mit der Annahme ist der Gewählte, der die Bischofsweihe bereits empfangen hat, unmittelbar Bischof der Kirche von Rom, wahrer Papst und Haupt des Bischofskollegiums; derselbe erhält sogleich die volle und höchste Gewalt über die Universalkirche und kann sie unverzüglich ausüben.“ Die feierliche Amtseinführung erfolgt einige Tage später bei einer Eucharistiefeier auf dem Petersplatz oder im Petersdom.

 

Titel des Papstes

Bischof von Rom

Stellvertreter Jesu Christi

Nachfolger des Apostelfürsten

Oberhaupt der universalen Kirche

Primas von Italien

Erzbischof und Metropolit der Kirchenprovinz Rom

Souverän des Staates der Vatikanstadt

Diener der Diener Gottes

 

Biographie

1936
Am 17. Dezember geboren in Buenos Aires als Sohn italienischer Einwanderer

1958
Eintritt in den Jesuitenorden am 11. März.

1958 – 1970
Studium der Geisteswissenschaften und Philosophie (Abschluss 1960) sowie Theologie (Abschluss 1970) in Chile und an der Theologischen Fakultät des Colegio Máximo San José in San Miguel. Parallel Lehrtätigkeit für die Fächer Literatur und Psychologie am Kolleg von Santa Fe (1964-1965), sowie seit 1966 am Kolleg von Buenos Aires.

1969
Am 13. Dezember Empfang der Priesterweihe

1970 bis 1971
Aufenthalt in Alcalá de Henares (Spanien), am 22. April 1973 Ewige Profess

Ab 1972
Arbeit als Novizenmeister und Theologiedozent an der Hochschule von San Miguel

1973 – 1979
Provinzial der argentinischen Provinz des Jesuitenordens

1980 – 1986
Rektor der Theologischen Fakultät von San Miguel. Im März 1986 Studienaufenthalt in Deutschland

1986 – 1992
Priester an der Jesuitenkirche von Cordoba (Argentinien)

1992
Am 20. Mai Ernennung zum Weihbischof in Buenos Aires und Titularbischof von Auca durch Papst Johannes Paul II.
Am 27. Juni Empfang der Bischofsweihe. Als Leitsatz für sein Bischofsamt wählt Bergoglio ein Wort aus dem Matthäusevangelium: „Durch Erbarmen auserwählt“.

1997
Am 3. Juni Ernennung zum Erzbischof-Koadjutor von Buenos Aires

1998
Am 28. Februar Ernennung zum Erzbischof von Buenos Aires nach dem Tod von Kardinal Antonio Quarracino. Gleichzeitig wird Erzbischof Bergoglio Ordinarius für die Gläubigen der orientalischen Riten in Argentinien, denen es nicht möglich ist, ihre Gemeinschaft aufzusuchen.

2001
Am 21. Februar Ernennung zum Kardinalpriester mit der Titelkirche San Roberto Bellarmino. Kardinal Bergoglio wird Mitglied der Kongregation für den Gottesdienst, den Päpstlichen Rat für die Familie und die Päpstliche Kommission für Lateinamerika.

2005 – 2011
Vorsitz der Argentinischen Bischofskonferenz

2013
Am 13. März Wahl zum Papst.

Am 19. März Amtseinführung.

Am 29. Juni Veröffentlichung der Enzyklika LUMEN FIDEI. Die erste Enzyklika von Papst Franziskus erscheint im Jahr des Glaubens. In diesem Lehrschreiben äußert sich der Heilige Vater erstmals in umfassender theologischer Weise und gibt gleichzeitig Impulse für ein Leben aus dem Glauben heraus.

Am 8. Juli besucht Papst Franziskus die italienische Insel Lampedusa und lenkt den Blick der Welt auf die Probleme der Flüchtlinge, die aus Afrika kommen.

Vom 22. bis 28. Juli Reise zum XXVIII. internationalen Weltjugendtag in Rio de Janeiro, Brasilien (Ankunft in Rom am 29. Juli 2013).

2014
In einem öffentlichen Konsistorium am 22. Februar im Vatikan nimmt Papst Franziskus 19 neue Kardinäle in das Kardinalskollegium auf. Unter diesen Kardinälen ist auch der langjährige Bischof von Regensburg und jetzige Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller. Von 2002 bis 2012 war Erzbischof Müller Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz.

Am 27. April spricht Papst Franziskus seine Vorgänger Papst Johannes Paul II. und Papst Johannes XXIII. auf dem Petersplatz in Rom heilig.

Vom 24. bis 26. Mai Reise ins Heilige Land mit den Stationen Jordanien, Palästina und Israel.

Vom 14. bis 18. August 2014 reist Papst Franziskus nach Südkorea. Anlass der Reise ist der VI. Asiatische Jugendtag in Seoul.

Am 21. September 2014 Reise nach Albanien.

Papst Franziskus lädt zu einer Außerordentlichen Bischofssynode ein. Diese dritte Außerordentliche Generalversammlung der Bischofssynode findet vom 5. bis 19. Oktober 2014 im Vatikan statt. Sie steht unter dem Thema: „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung". Fortgesetzt werden diese Beratungen vom 4. bis 25. Oktober 2015 mit der XIV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode unter dem Thema „Berufung und Mission der Familie in der Kirche in der heutigen Welt“.

Papst Franziskus reist am 25. November 2014 zum Europaparlament nach Straßburg.

Apostolische Reise in die Türkei vom 28. bis 30. November 2014.

Apostolische Reise nach Straßburg (Frankreich) und zum Europaparlament am 25. November 2014.

Apostolische Reise in die Türkei vom 28. bis 30. November 2014.

2015
Apostolische Reise nach Sri Lanka und auf die Philippinen vom 12. bis 19. Januar 2015.

In seinem zweiten Konsistorium erhebt Papst Franziskus am 14. Februar 2015 weitere 20 Kardinäle, darunter den ehemaligen Kuriendiplomaten Erzbischof Karl Josef Rauber (Bistum Mainz).

Papst Franziskus kündigt am 13. März 2015 ein Außerordentliches Heiliges Jahr an. Das „Jubiläum der Barmherzigkeit“ beginnt am 8. Dezember 2015 und dauert bis zum 20. November 2016. Die Eröffnung des Heiligen Jahres erfolgt am 50. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils. Es ist damit zugleich eine Einladung, das mit dem Konzil begonnene Werk fortzuführen.

In seiner Botschaft bei der Heiligen Messe am 12. April 2015 zum Gedenken an das armenische Martyrium vor 100 Jahren und zur Ernennung des heiligen Gregor von Narek zum Kirchenlehrer zitiert Papst Franziskus u.a. seinen Vorgänger Johannes Paul II. und spricht von „dem ersten Genozid des 20. Jahrhunderts“, der das armenischer Volk getroffen habe.

Apostolische Reise nach Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) am 6. Juni 2015.

Papst Franziskus hat im dritten Jahr seines Pontifikats die Enzyklika zum Themenkomplex „Umwelt und Soziales“ veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Laudato si‘– Über die Sorge für das gemeinsame Haus (Rom, 24. Mai 2015)“ und wurde am 18. Juni 2015 im Vatikan vorgestellt.

Apostolische Reise nach Ecuador, Bolivien und Paraguay vom 5. bis 13. Juli 2015.

Die katholische Kirche feiert ab 2015 gemeinsam mit den orthodoxen Christen einen Gebetstag zur Bewahrung der Schöpfung. In einem am 10. August 2015 vom Vatikan veröffentlichten Schreiben legt Papst Franziskus als Datum den 1. September fest, an dem die Orthodoxen bereits seit 1989 für den Schutz der Natur beten. Papst Franziskus folgt damit einer Anregung des Ökumenischen Patriarchats.

Vom 4. bis 25. Oktober 2015 findet die XIV. Generalversammlung der Bischofssynode in Rom unter dem Leitwort: „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ statt.

Apostolische Reise von Papst Franziskus nach Kenia, Uganda und in die Zentralafrikanische Republik vom 25. bis 30. November 2015.


2016
Vom 12. bis 17. Februar 2016 Apostolische Reise nach Kuba und Mexiko. Am 12. Februar kommen Papst Franziskus und Patriarch Kyrill von Moskau und dem ganzen Rus zu einem historischen ökumenischen Treffen auf dem internationalen Flughafen „José Martí“ von Havanna zusammen.

Am 8. April 2016 veröffentlicht der Vatikan das Nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia – Über die Liebe in der Familie“ von Papst Franziskus zu den Familiensynoden 2014 und 2015.

Apostolische Reise auf die Insel Lesbos (Griechenland) am 16. April 2016; Begegnung mit Flüchtlingen

6. Mai 2016 Verleihung des Karlspreises
Der Aachener Karlspreis wird an Papst Franziskus aufgrund besonderer Verdienste um „Frieden, Verständigung und Barmherzigkeit“ in Europa verliehen. In seiner Rede mahnt der Papst zu mehr europäischer Solidarität und Gemeinschaft.

24. bis 26. Juni Apostolische Reise nach Armenien
Bei seiner Reise setzt Papst Franziskus starke ökumenische Akzente mit Vertretern der armenisch-apostolischen Kirche. Mit einem Gebet an der Genozid-Gedenkstätte in Eriwan gedenkt der Papst der Opfer des Völkermordes an den Armeniern.

27. bis 31. Juli 2016 Apostolische Reise nach Polen anlässlich des XXXI. Weltjugendtags in Krakau
Papst Franziskus reist zunächst nach Tschenstochau, wo er unter anderem vor der Schwarzen Madonna betet. Am Abend des 28. Juli wird er in Krakau von den jugendlichen Pilgern begrüßt. Im weiteren Verlauf seiner Reise feiert der Papst gemeinsam mit hunderttausenden Jugendlichen einen Kreuzweg sowie eine Gebetsvigil und beendet seinen Aufenthalt mit einer Heiligen Messe auf dem Campus Misericordiae. Große Resonanz löst sein Besuch in dem ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau aus, wo Papst Franziskus sich bewusst entscheidet, keine Ansprache zu halten und stattdessen zu schweigen.

Am 4. September 2016 spricht Papst Franziskus die Missionarin und Ordensgründerin Mutter Teresa von Kalkutta (Anjezë Gonxha Bojaxhiu) heilig.

Papst Franziskus erhebt am 19. November 2016 im dritten Konsistorium seiner Amtszeit weitere 17 Kardinäle aus 15 Ländern, darunter der Erzbischof von Mecheln-Brüssel, Jozef De Kesel, sowie Madrids Erzbischof Carlos Osoro Sierra.

Am 21. November veröffentlicht der Vatikan das Apostolische Schreiben Misericordia et misera von Papst Franziskus zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit.

Wichtige Veröffentlichungen

Enzyklika „Lumen fidei – Über den Glauben“

veröffentlicht am 5. Juli 2013, unterzeichnet am 29. Juni 2013 (Hochfest Peter und Paul)

Apostolisches Schreiben „Evangelium gaudium – Über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute
veröffentlicht am 26. November 2013, unterzeichnet am 24. November 2013 (Christkönigsfest)

Enzyklika „Laudato si‘– Über die Sorge für das gemeinsame Haus
veröffentlicht am 18. Juni 2015, unterzeichnet am 24. Mai 2015

Nachsynodales Schreiben „Amoris laetitia – Über die Liebe in der Familie“
veröffentlicht am 8. April 2016, unterzeichnet am 19. März 2016

Apostolisches Schreiben „Misericordia et misera“ zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit
veröffentlicht am 21. November 2016, unterzeichnet am 20. November 2016
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