Emeritierter Papst Benedikt XVI.

Wie am 11. Februar 2013 angekündigt, ist Benedikt XVI. am 28. Februar 2013 um 20 Uhr von seinem Amt als Oberhaupt der katholischen Kirche zurückgetreten und ist damit auch nicht länger Leiter der Römischen Kurie oder weltlicher Souverän des Vatikanstaates.

Der offizielle Titel von Benedikt der XVI. lautet nun „emeritierter Papst“, die Anrede bleibt unverändert „Seine Heiligkeit“. Benedikt XVI. hat sich vorübergehend in die Sommerresidenz des Papstes nach Castel Gandolfo zurückgezogen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird der emeritierte Papst in das Kloster „Mater Ecclesiae“ auf dem Gebiet der Vatikanstadt ziehen.

 

Biographie des emeritierten Papstes

Benedikt XVI. auf dem Marienfeld bei Köln 2005. (© WJT/VDD)

Benedikt XVI. wurde am 19. April 2005 zum Nachfolger des heiligen Petrus und Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt.

Damit war er zugleich Leiter der Römischen Kurie und weltlicher Souverän des Vatikanstaates.

„Cooperatores veritatis“ (Mitarbeiter der Wahrheit) lautet der lateinische Wahlspruch von Papst em. Benedikt XVI., den er am 28. Mai 1977 bei seiner Weihe zum Bischof wählte.

In diesem Wort aus dem Johannesbrief spiegelt sich das Anliegen wider, dem sich Papst Benedikt XVI. mit ganzem Herzen verschrieben hat: Mitarbeiter der Wahrheit zu sein, ihr zu dienen und sie in die Welt zu tragen. Diesem Motto folgt er auch während seines Pontifikats.

 

Biographie

Papst Benedikt XVI. beim Weltjugendtag in Köln (© WJT/VDD)

1927

geboren am 16. April in Marktl am Inn (Landkreis Altötting, Bayern)

1946-1951

Studium der Philosophie und Theologie in Freising und München

1951

Priesterweihe am 29. Juni in Freising
Aushilfspriester in München-Moosach (Pfarrei St. Martin)

1951-1952

Kaplan in München-Bogenhausen (Pfarrei Hl. Blut)

1952-1954

Dozent im Erzbischöflichen Klerikalseminar Freising

1953

Promotion zum Doktor der Theologie

1954-1957

Dozent für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising

1957

Habilitation an der Universität München im Fach Fundamentaltheologie mit einer Untersuchung über Bonaventura

1958-1959

außerordentlicher Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising

1959-1963

Ordinarius für Fundamentaltheologie an der Universität Bonn

1962-1965

Offizieller Konzilstheologe (Peritus) des Zweiten Vatikanums

1963-1966

Ordinarius für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Münster

1966-1969

Ordinarius für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Tübingen

1969-1977

Ordinarius für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Regensburg

1976-1977

Vizepräsident der Universität Regensburg

1976

Ernennung zum Päpstlichen Ehrenprälaten

1977

Ernennung durch Papst Paul VI. zum Erzbischof von München und Freising am 25. März, 28. Mai Bischofsweihe
Erhebung zum Kardinalpriester am 27. Juni 1977 durch Papst Paul VI.
Ernennung zum Honorarprofessor der Universität Regensburg

1981

Ernennung am 25. November 1981 durch Papst Johannes Paul II. zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre in Rom, zum Präsidenten der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologenkommission

1986-1992

Leiter der Päpstlichen Kommission zur Erstellung des „Katechismus der Katholischen Kirche“

1993

Erhebung im Konsistorium des 5. April 1993 zum Kardinalbischof des suburbikarischen Bistums Velletri-Segni durch Papst Johannes Paul II.

1998

Bestätigung der Wahl zum Vizedekan des Kardinalskollegiums am 6. November 1998 durch Papst Johannes Paul II.
Ernennung zum Subdekan des Kardinalskollegiums

2002

Wahl am 30.11.2002 zum Dekan des Kardinalskollegiums, erhält zusätzlich das suburbikarische Bistum Ostia durch Papst Johannes Paul II.

2002-2005

Dekan des Kardinalskollegiums

 

Pontifikat

2005

Im Konklave wählen die Kardinäle Joseph Kardinal Ratzinger am 19. April zum Nachfolger von Papst Johannes Paul II. Am 24. April 2005 wird der neue Papst als Benedikt XVI. in sein Amt eingeführt.

Vom 18. bis 21. August erste Auslandsreise anlässlich der Feierlichkeiten des XX. Weltjugendtags 2005 in Köln

Veröffentlichung der Enzyklika Deus caritas est (Gott ist Liebe) am 25. Dezember

2006

Im ersten Konsistorium ernennt Papst Benedikt XVI. am 24. März 15 neue Kardinäle

Besuch in Polen vom 25. bis 28. Mai mit einer Rede im Vernichtungslager von Auschwitz-Birkenau

Teilnahme am V. Weltfamilientag im spanischen Valencia vom 8. bis 9. Juli

Reise in die bayerische Heimat, die den Papst u. a. nach München, Altötting und Regensburg führt (9. bis 14. September)

Besuch in der Türkei mit Stationen in Ankara, Istanbul und Ephesus und Besuch der Blauen Moschee von Istanbul (28. November bis 1. Dezember)

2007

Teilnahme an der 5. Generalversammlung der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik in Brasilien (9. bis14. Mai)

Reise nach Österreich anlässlich des 850. Gründungstages des Heiligtums von Mariazell (7. bis 9. September)

Im zweiten Konsistorium ernennt Papst Benedikt XVI. 23 neue Kardinäle

Veröffentlichung der Enzyklika Spe salvi facti sumus (Auf Hoffnung hin sind wir gerettet) am 30. November

2008

Reise in die Vereinigten Staaten von Amerika und Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen (15. bis 21. April)

Teilnahme am XXIII. Weltjugendtag im australischen Sydney (12. bis 21. Juli)

Besuch in Frankreich mit Stationen in Paris und Lourdes anlässlich des 150. Jahrestags der Erscheinungen von Lourdes (12. bis 15. September)

2009

Reise auf den afrikanischen Kontinent nach Kamerun und Angola (17. bis 23. März)

Pilgerreise in das Heilige Land mit den Stationen Jordanien, Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten (8. bis 15. Mai)

Veröffentlichung der Enzyklika Caritas in veritate (Die Liebe in der Wahrheit) am 29. Juni

Besuch der Tschechischen Republik (26. bis 28. September)

2010

Apostolische Reise nach Malta (17. bis 18. April)

Apostolische Reise nach Portugal (11. bis 14. Mai)

Apostolische Reise nach Zypern (4. bis 6. Juni)

Apostolische Reise nach Großbritannien (16. bis 19. September)

Apostolische Reise nach Santiago de Compostela und Barcelona (6. bis 7. November)

Im dritten Konsistorium ernennt Papst Benedikt XVI. 24 neue Kardinäle, darunter Reinhard Kardinal Marx und Walter Kardinal Brandmüller.

2011

Apostolische Reise nach Kroatien (4. bis 5. Juni)

Apostolische Reise nach Madrid (Spanien) zu den Feierlichkeiten des XXVI. Weltjugendtags (18. bis 21. August)

Apostolische Reise nach Deutschland (22. bis 25. September 2011)
Papst Benedikt XVI. besucht auf seiner Reise die Erzbistümer Berlin und Freiburg sowie das Bistum Erfurt. Besuchsorte sind die Bundeshauptstadt Berlin, das ostdeutsche Erfurt, der Wallfahrtsort Etzelsbach in der Region Eichsfeld und Freiburg im Breisgau.
Mehr Informationen auf der Internetseite www.papstindeutschland.de

Apostolische Reise nach Benin (18. bis 20. November)

2012

Papst Benedikt XVI. ernennt am 6. Januar 22 neue Kardinäle, die im vierten Konsistorium seiner Amtszeit (18. Februar) zu Kardinälen kreiert werden, darunter der Berliner Erzbischof Dr. Rainer Maria Woelki und Prof. Pater Dr. Karl Josef Becker SJ, Dogmatikprofessor an der Päpstlichen Universität Gregoriana.

In einem Konsistorium am 24. November werden weitere 6 Kardinäle kreiert. Alle dort ernannten Kardinäle sind wahlberechtigt und stammen nicht aus Europa.

2013

Am 11. Februar hat Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt für den 28. Februar angekündigt. Er ist der erste Papst der Neuzeit, der von seinem Amt zurücktritt. Am 28. Februar um 20 Uhr endet das Pontifikat von Benedikt XVI. und die Sedisvakanz beginnt, die Zeit ohne Papst.

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