Aktuelles

Deutsche Bischofskonferenz verleiht zum zweiten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 20. Juni 2017

Bei einem Festakt in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum wurde heute (20. Juni 2017) in Berlin der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus verliehen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), und der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Juryvorsitzende, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), ehrten vier Initiativen für ihr herausragendes, vom christlichen Glauben getragenes Engagement. Den mit 4.000 Euro dotierten ersten Preis überreichten sie an das Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“, das Mitarbeiter des Diözesan-Caritasverbands Essen initiiert haben. Zweite Preise (jeweils 3.000 Euro) erhielten die Initiative „bleib.mensch“ aus Grevesmühlen und der Helferkreis für Asylbewerber in Salzweg. Mit einem „Sonderpreis Schule“ (1.000 Euro) wurde das Projekt „K21mondial“ an den katholischen Schulen in Hamburg ausgezeichnet.

In seiner Laudatio würdigte Kardinal Marx das breite gesellschaftliche Engagement gegen menschenverachtende Parolen: „Unsere Gesellschaft ist stark! Vielerorts stellt sie sich beherzt gegen all jene, die Ressentiments und Hass schüren. Und der christliche Glaube ist dabei häufig die entscheidende Motivation – an unseren vier Preisträgern zeigt sich dies auf beeindruckende Weise.“ Zugleich warnte er davor, fremdenfeindliche Straftaten zu verharmlosen: „Wo Asylsuchende, ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, engagierte Lokalpolitiker, Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten fortwährend beschimpft und eingeschüchtert werden, wo sie um ihre Sicherheit fürchten müssen und Opfer gezielter Angriffe werden, da handelt es sich um Terror von rechts. Keiner, dem an unserer Werteordnung liegt, darf die Augen davor verschließen.“ Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz erinnerte an die besondere christliche Sensibilität für die Anliegen von Flüchtlingen und Migranten: „Die christliche Gemeinde wird von ihrem Ursprung her als Gemeinschaft unter Fremden und für Fremde gedacht – und ist zugleich jener Ort, an dem die Trennung zwischen ehemals einander Fremden überwunden wird.“ Die vier ausgezeichneten Initiativen seien herausragende Beispiele für gelebte christliche Solidarität und Nächstenliebe. „Als Christen sind wir – wie es Papst Johannes Paul II. einmal treffend auf den Punkt gebracht hat – Teil ‚einer Großbewegung zur Verteidigung und zum Schutz der Würde des Menschen‘. Genau diesen Auftrag setzen Sie in Essen, Grevesmühlen, Salzweg und Hamburg tagtäglich eindrucksvoll in die Tat um“, unterstrich Kardinal Marx.

Weiterlesen und pdf-Datei zum Herunterladen

 

 

Preisträger stehen fest: Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus 2017

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 9. Mai 2017

Die Deutsche Bischofskonferenz vergibt 2017 zum zweiten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht an das Essener Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“. Zweite Preise zu jeweils 3.000 Euro erhalten die Initiative „bleib.mensch“ aus Grevesmühlen und der Helferkreis für Asylbewerber in Salzweg. Mit einem „Sonderpreis Schule“ (1.000 Euro) wird das Projekt „K21mondial“ an den katholischen Schulen in Hamburg ausgezeichnet.

Anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), der zugleich Jury-Vorsitzender ist: „Überall in unserem Land gibt es zahlreiche Katholiken, die sich aus ihrem Glauben heraus für ein respektvolles Miteinander und gegen menschenfeindliche Parolen einsetzen. Der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus möchte dieses wichtige Engagement sichtbar machen und würdigen. An der Arbeit der ausgezeichneten Initiativen wird auf besondere Weise deutlich: Als Christen verteidigen wir die Würde jedes Mitmenschen – unabhängig von Herkunft und Religion.“

Insgesamt sind 130 Bewerbungen und Vorschläge eingegangen. Die Preisverleihung wird am 20. Juni 2017, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, um 18.00 Uhr in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin stattfinden. Neben dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und Erzbischof Heße wird auch der Münchener Soziologe Prof. Dr. Armin Nassehi bei dem Festakt sprechen. Musikalisch wird die Feier vom Ensemble „TRIMUM – Musik für Juden, Christen und Muslime“ gestaltet. Anna Planken (ARD/WDR) wird die Verleihung moderieren.

Erster Preis: „Sach wat! Tacheles für Toleranz“
Das von Mitarbeitern des Diözesan-Caritasverbands Essen initiierte Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ hat sich den Kampf gegen fremdenfeindliche Parolen zur Aufgabe gemacht – nicht nur mit regelmäßigen Argumentationstrainings für Haupt- und Ehrenamtliche, sondern auch mit einer „Kneipentour“, die das Problem dort angeht, wo es häufig entsteht: an den Stammtischen. Ein Schauspieler-Duo stellt in Ruhrgebietskneipen an mehreren Abenden Stammtischgespräche nach und entwickelt mit den Gästen Gegenstrategien. So wird vermittelt, wie man sachlich, rhetorisch geschickt und entschieden auf menschenverachtende Haltungen reagieren kann. Darüber hinaus leistet auch „youngcaritas im ruhrbistum“ mit ihren „Workshops gegen Hatespeech“ einen wichtigen Beitrag zu dem Projekt: Die Kurse schulen Jugendliche sowie Erwachsene, die mit Jugendlichen arbeiten, im Umgang mit Hass und Hetze im Internet. Ziel ist es, jene Stimmen zu stärken, die sich in sozialen Netzwerken und anderen Online-Foren für Respekt und Toleranz einsetzen. Die Initiative „Flüchtlinge mitnehmen“, die Asylsuchenden im Ruhrgebiet zu mehr Mobilität verhilft, ist ebenfalls Teil des Projekts.
Bei ihrer Entscheidung haben die deutschen Bischöfe besonders gewürdigt, dass „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ auf der Grundlage des christlichen Menschenbilds innovative Strategien gegen fremdenfeindliche Ressentiments und für ein besseres gesellschaftliches Miteinander erarbeitet.


Zweiter Preis: „bleib.mensch“, Grevesmühlen
Im mecklenburgischen Grevesmühlen (ca. 10.000 Einwohner) befindet sich das sogenannte „Thinghaus“, das vom Verfassungsschutz als „Beispiel für die Vernetzung von NPD, Neonazis und struktureller rechtsextremer Szene“ genannt wird. In diesem schwierigen Kontext engagiert sich die Initiative „bleib.mensch“ für die Belange schutzsuchender Menschen und leistet zudem politische Überzeugungsarbeit gegen Rechtsextremismus. Das konkrete caritative Engagement der an den „Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern“ angebundenen Initiative umfasst alle Aspekte der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe (z.B. Patenschaften, Begegnungsfeste, Kultur- und Sportangebote, Sprachunterricht, Asylverfahrensberatung, Unterstützung bei Familienzusammenführungen, Fahrrad- und Kleiderspenden). Die maßgeblich von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen getragene Initiative stellt ein gutes Beispiel für ökumenische und zivilgesellschaftliche Vernetzungsarbeit dar – inmitten eines Umfelds, in dem Katholiken nur eine kleine Minderheit sind.


Zweiter Preis: Helferkreis für Asylbewerber in Salzweg
Die Gemeinde Salzweg (ca. 6.800 Einwohner) liegt in der Nähe der österreichischen Grenze bei Passau. Seit Oktober 2013 setzt sich die örtliche katholische Kirchengemeinde gemeinsam mit evangelischen Christen und Muslimen sowie der Lokalpolitik intensiv dafür ein, dass vor Ort eine lebendige Willkommenskultur wächst und aufrechterhalten wird. Ein wichtiger Schritt war die Einrichtung eines Caritas-Beratungsbüros, in dem nun eine in Aleppo geborene Muslimin arbeitet. Kinder und Jugendliche werden gezielt unterstützt, um Zugang zu Bildung und Berufsqualifikation zu erlangen. Darüber hinaus bietet der Helferkreis das ganze Spektrum an Flüchtlingshilfe an (z. B. Sprachkurse, Kinderbetreuung, Begleitung zu Ärzten und Ämtern, Rechtsberatung, Hilfe bei der Wohnungssuche, Sachspenden, Freizeitgestaltung, individuelle Betreuung einzelner Familien und Personen). Dem ehrenamtlichen Engagement ist es zu verdanken, dass die Stimmungsmache gegen eine Asylbewerberunterkunft im „Salzweger Hof“ nicht verfing.


„Sonderpreis Schule“: Projekt „K21mondial“ an den katholischen Schulen in Hamburg
„K21mondial“ initiiert und fördert seit 2016 kulturelle und soziale Kooperationsprojekte zwischen den Schülern der 21 katholischen Schulen in Hamburg sowie geflüchteten Kindern und Jugendlichen. So werden etwa gemeinsame Musik-Workshops, Koch-Veranstaltungen sowie Opern-, Konzert- und Ausstellungsbesuche durchgeführt. Herzstück des Projekts sind größere Spielzeitprojekte, an denen sich auch Künstler aus Syrien, dem Iran und aus Afghanistan beteiligen, beispielsweise die Aufführung „Israel in Egypt“ (Februar 2016) und das west-östliche Konzert DIVAN (Juni 2016). Das Programm „K21mondial“ zeigt, dass katholische Schulen – auch inmitten einer säkularen Metropole in der Diaspora – das Potential haben, einen wichtigen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zur kulturellen Teilhabe und Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu leisten.

Hintergrund
Auf Anregung der Migrationskommission lobte die Deutsche Bischofskonferenz Anfang 2015 zum ersten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aus. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bzw. für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken.

Zur Jury des Preises gehören:

  • Erzbischof Dr. Stefan Heße, Vorsitzender der Jury, Erzbischof von Hamburg, Vorsitzender der Migrationskommission
  • Gabriele Erpenbeck, Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche
  • Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Professor für Theologische Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin
  • Prälat Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes
  • Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung
  • Barbara Stamm MdL, Präsidentin des Bayerischen Landtags
  • Dr. h. c. Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a. D.
  • Josef Philip Winkler, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages

Mehr lesen über die Preisträger 2017

Hinweis:
Über die ausgezeichneten Initiativen informieren darüber hinaus www.caritas-essen.de, www.bleibmensch.org, salzweg.asylkreis.de und www.kulturforum21.de.

 

 

Ausschreibung des Katholischen Preises gegen Fremdenfeindlichkeit
und Rassismus 2017

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 7. Dezember 2016

Im Jahr 2017 wird die Deutsche Bischofskonferenz zum zweiten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus vergeben. „Zahlreiche Christen setzen sich tagtäglich für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft ein. Dieses Engagement wollen die deutschen Bischöfe stärken und würdigen. Zugleich wollen wir deutlich zum Ausdruck bringen: Wo Ressentiments geschürt und Hassparolen skandiert werden, da haben Christen nichts verloren“, erklärt Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Juryvorsitzender des Preises anlässlich der Veröffentlichung der Preisausschreibung. „Jeder, der gegen Flüchtlinge und Migranten hetzt, muss wissen: Hartherzigkeit und Fremdenfeindlichkeit sind mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Als Christen sind wir dazu berufen, die Freiheit und Würde jedes Menschen zu verteidigen“, so Erzbischof Heße.

Weiterlesen? pdf-Datei zum Herunterladen

Deutsche Bischofskonferenz verleiht erstmals Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 3. Dezember 2015

Bei einem Festakt in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin ist heute (3. Dezember 2015) der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus verliehen worden. Mit dem Preis, der dieses Jahr zum ersten Mal ausgelobt wurde und mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist, setzt die Deutsche Bischofskonferenz ein deutliches Zeichen für das respektvolle Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und gegen jede Form der Menschenverachtung. In der Kirche Maria Regina Martyrum gedenken die deutschen Katholiken seit 1963 der Christen, die unter der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft ihr Eintreten für Glaubens- und Gewissensfreiheit mit dem Leben bezahlten.

pdf-Datei zum Herunterladen

Pater Oliver Potschien und das Sozialpastorale Zentrum in Duisburg-Marxloh werden ausgezeichnet

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 13. Oktober 2015

Pater Oliver Potschien O.Praem. und das von ihm geleitete Sozialpastorale Zentrum Petershof in Duisburg-Marxloh erhalten den mit 5.000 Euro dotierten Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, den die Deutsche Bischofskonferenz dieses Jahr erstmals vergibt.

In der Kleiderkammer des Sozialen Zentums Petershof bekommt ein kleines Kind neue Sachen. © Bistum Essen / Pohl

Mit dem Preis will die Deutsche Bischofskonferenz ein Zeichen setzen für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Anlässlich der Bekanntgabe der drei Preisträger erklärt Bischof Trelle, dass der christliche Glaube und Fremdenfeindlichkeit miteinander unvereinbar seien. „Von der letzten Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ging die klare Botschaft aus: Wer Flüchtlingen und Migranten mit Hass begegnet, der tritt Christus selbst mit Hass entgegen.“


Erster Preisträger
„Inmitten eines Stadtteils, der in der öffentlichen Diskussion meist als sozialer Brennpunkt wahrgenommen wird, leisten Pater Oliver und sein Zentrum einen wegweisenden Beitrag für das Zusammenleben von Menschen verschiedener kultureller und religiöser Prägungen“, so der Vorsitzende der Jury und der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle (Hildesheim). Mit unermüdlichem Einsatz stehen Pater Oliver und sein Team den Flüchtlingen, Migranten und sozial benachteiligten Menschen in Duisburg-Marxloh zur Seite. Im sogenannten „Infirmarium“ des Petershofs können sich Menschen ohne Krankenversicherung kostenlos medizinisch behandeln lassen. Darüber hinaus engagieren sich Pater Oliver und der Petershof für eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen und helfen ihnen in ihren materiellen und seelischen Nöten.

Pater Oliver Potschien O.Praem. leitet das Sozialpastorale Zentrum Petershof in Duisburg-Marxloh. © Bistum Essen / Pohl

„Pater Olivers Wirken lässt christliche Nächstenliebe, Gastfreundschaft und Barmherzigkeit unter den Bedingungen einer durch Migration geprägten Gesellschaft erfahrbar werden“, so Bischof Trelle. Der 45-jährige Prämonstratenser aus der Duisburger Abtei Hamborn arbeitet eng mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften vor Ort zusammen. Interreligiöser Dialog geht für ihn mit der konkreten Verbesserung der Lebensbedingungen in seinem Stadtteil einher. Das Sozialpastorale Zentrum wurde im September 2012 als Reaktion auf die kirchlichen und sozialen Umbruchbewegungen, die sich im Duisburger Norden besonders deutlich abzeichnen, von Pater Oliver Potschien ins Leben gerufen.

Zweite Preisträger
Neben dem ersten Preisträger werden die Ökumenische Initiative „hingucken… denken… einmischen… Magdeburg aktiv gegen rechts“ und die Initiative „CAMPUSAsyl“ der Katholischen Hochschulgemeinde Regensburg jeweils mit einem zweiten Preis geehrt und erhalten 2.500 Euro Preisgeld.

Ökumenische Initiative „hingucken… denken… einmischen… Magdeburg aktiv gegen rechts“
Bei der Magdeburger Initiative wirken katholische und evangelische Christen seit acht Jahren gemeinsam rechtsextremistischen Tendenzen in ihrer Stadt entgegen. Beispiele für das Engagement der Initiative sind regelmäßige Gedenkzeiten für die Opfer rechter Gewalt auf der „Meile der Demokratie“, die Gestaltung einer Straßenbahn zum Thema „Vielfalt erleben“ sowie in jüngster Zeit die Unterstützung von Flüchtlingen. „In einem Umfeld, in dem die Christen nur eine Minderheit darstellen, legt die ökumenische Initiative ein überzeugendes christliches Zeugnis gegen jede Form der Fremdenfeindlichkeit ab“, betont Bischof Trelle. Grundlage für das Engagement der Initiative ist das ökumenische Gemeinsame Wort „Wir brauchen eine Kultur der Aufmerksamkeit“, an dem u. a. der Bischof von Magdeburg, Dr. Gerhard Feige, mitgewirkt hat und das 2007 alle Christen in Sachsen-Anhalt zu einem entschiedenen Kampf gegen Rechtsextremismus aufrief.

Initiative „CAMPUSAsyl“ der Katholischen Hochschulgemeinde Regensburg
Die Initiative „CAMPUSAsyl“ der Katholischen Hochschulgemeinde Regensburg nutzt die Ressourcen und Kompetenzen der Universität, um nicht nur für Flüchtlinge und Asylbewerber, sondern auch mit ihnen eine lebendige Willkommens- und Integrationskultur auf den Weg zu bringen. „Die Flüchtlingshilfe der Katholischen Hochschulgemeinde Regensburg ist ein herausragendes Beispiel für den Enthusiasmus und die Kreativität junger Christinnen und Christen“, erläutert Bischof Trelle. Die Einzelprojekte der Initiative umfassen unter anderem Maßnahmen zur Sprachförderung in der Erstaufnahmeeinrichtung, in den Gemeinschaftsunterkünften und in Schulklassen, den Aufbau eines Dolmetscherpools, Sport- und Musikangebote sowie interkulturelle Schulungen für ehrenamtlich Engagierte. Mit ihrem Eintreten für die Belange von Flüchtlingen und Asylbewerbern leisten die gut 200 Regensburger Studierenden zugleich einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung fremdenfeindlicher Ressentiments.

Die Preisverleihung findet am 3. Dezember 2015 um 17.30 Uhr in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin statt. Neben Bischof Trelle werden der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Ulla Schmidt MdB, und die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Hinterbliebenen der NSU-Opfer, Prof. Barbara John, sprechen.

Hintergrund
Auf Anregung der Migrationskommission lobte die Deutsche Bischofskonferenz Anfang 2015 zum ersten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aus. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bzw. für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken. Insgesamt 86 Bewerbungen und Vorschläge für preiswürdige Einzelpersonen und Initiativen sind bei der Deutschen Bischofskonferenz eingegangen.

Mehr lesen:

Flüchtlinge schützen – den gesellschaftlichen Zusammenhalt bewahren

Erklärung des Abschlussforums des überdiözesanen Gesprächsprozesses vom 12. September 2015

An diesem Wochenende, am 11.-12. September 2015, haben sich mehr als 300 Vertreterinnen und Vertreter des kirchlichen Lebens in Deutschland zum abschließenden Forum des fünfjährigen überdiözesanen Gesprächsprozesses versammelt und weitreichende Perspektiven für das Leben der katholischen Kirche in unserem Land beraten. Als Bischöfe, Delegierte der Diözesen, der Orden, des Deutschen Caritasverbandes und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), der Verbände und geistlichen Gemeinschaften und der katholisch-theologischen Fakultäten können wir aber gar nicht anders, als unseren Blick in diesen Tagen auch auf die dramatischen Flüchtlingsbewegungen zu richten, die eine große Herausforderung für Europa und Deutschland und somit auch für die Kirchen geworden sind. (...)

Weiterlesen und pdf-Datei herunterladen

Kardinal Marx zu den jüngsten Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte

„Gegen Hass und Gewalt klar Stellung beziehen“

Aus Anlass der jüngsten Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am 17. Juli 2015:

„Alles deutet darauf hin, dass das Feuer, das in der Nacht zum Donnerstag in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft im bayerischen Reichertshofen ausgebrochen ist, vorsätzlich gelegt wurde. Reichertshofen ist damit das jüngste Glied in einer langen Kette von Übergriffen auf Flüchtlings- und Asylbewerberunterkünfte – 150 allein im ersten Halbjahr 2015! Besonders die andauernden Proteste und Ausschreitungen im sächsischen Freital zeigen, dass einige Gruppen versuchen, das Klima in unserer Gesellschaft zu vergiften und Hass zu säen. Das dürfen wir niemals dulden! ...

Ganze Pressemitteilung lesen

Appell zum Solidaritätsabend für Flüchtlinge

Kardinal Rainer Maria Woelki hat mit der Aktion 23.000 Glockenschläge für Flüchtlinge ein Zeichen für die Schutzsuchenden an den Grenzen Europas gesetzt. Neben dem Kölner Dom läuteten über 230 Kirchen im Erzbistum. Auch die Bistümer Osnabrück und Münster schlossen sich der Aktion an. Das Gedenkläuten für die 23.000 seit dem Jahr 2000 auf dem Weg nach Europa getöteten Flüchtlinge zum Auftakt des Weltflüchtlingstags war auch als Ruf an die Politik gedacht. Verbunden mit der Aktion war ein großes Solidaritätsfest rund um den Kölner Dom, zu dem trotz des Regens rund 4.000 Menschen gekommen waren.

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln
19. Juni 2015 auf dem Roncalliplatz in Köln

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

hinter jedem der Glockenschläge, die soeben verklungen sind, stand ein Toter. 23.000 Menschen sind seit dem Jahr 2000 auf ihrem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrunken. Auf dem Weg weg von menschenunwürdigen Lebensbedingungen haben diese 23.000 Menschen leider genau dieselben menschenunwürdigen Bedingungen erlitten, die sie hinter sich lassen wollten. Migration ist Kennzeichen einer jeden Epoche und ein zutiefst menschlicher Vorgang, den wir nicht einfach ausbremsen oder abwenden können.

Im 19. Jahrhundert war Amerika das verheißungsvolle Ziel, heute ist es Europa. Doch während in Amerika die Einwanderer auf Liberty Island von der Freiheitsstatue begrüßt wurden, schottet sich Europa ab und schützt mit Zäunen und der Grenzschutzagentur Frontex unseren Wohlstand. Menschen auf der Flucht sollen das reiche Europa gar nicht erst betreten. Sie stehen vor Zäunen und Mauern oder ihre Schiffe werden beschossen.

Europa darf nicht nur eine Union sein, in der es vor allem um wirtschaftliche Interessen geht. Europa muss jene Wertegemeinschaft sein und bleiben, die sich klar und unverbrüchlich zur Charta der Grundrechte ihrer Union bekennt, die nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger der EU gelten, sondern für alle Menschen; Werte, die seit jeher in den EU-Verträgen verankert sind: Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte. Deshalb brauchen wir endlich eine europäische Willkommenskultur und damit legale und sichere Möglichkeiten, nach Europa einzureisen. Migration wird es immer geben – sie ist ein wichtiger Bestandteil der Menschenrechte. Und für die hier ankommenden Menschen sollte spürbar sein: Nächstenliebe endet nicht an den Zäunen und im Wassergraben Südeuropas; wir müssen Nächstenliebe endlich globalisieren. Jeder Mensch auf dieser Erde ist mein Nächster, ist mein Bruder und meine Schwester und ich muss mich – einfach weil er ein Mensch ist wie ich selbst – für ihn einsetzen. (...)
Mehr lesen: pdf-Datei herunterladen

Video ansehen: Zum Video-Archiv auf www.dbk.de

katholisch.de: Dossier zum Thema Flüchtlinge

„Wer gegen Flüchtlinge, Fremde, Migranten und Menschen anderer Hautfarbe hetzt, der hat die Kirche gegen sich.“

Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

Die deutschen Bischöfe haben angesichts der anhaltend hohen Flüchtlingszahlen bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Hildesheim erneut über den Schutz von Flüchtlingen beraten. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), berichtete heute bei einem Pressegespräch in Hildesheim über den Beitrag der Kirche in Deutschland zur internationalen Hilfe für die Flüchtlinge im Nahen Osten. Besonders wies er auf den Exodus der Christen aus dieser Region hin, der dringend gestoppt werden müsse:
„Das Verschwinden der reichen christlichen Kultur des Orients wäre ein unersetzlicher Verlust nicht nur für das weltweite Christentum, sondern auch für die muslimische Mehrheitsbevölkerung.“
Es müssten Bedingungen geschaffen werden, die den Menschen ermöglichen, in den Heimatländern ihren Glauben in Frieden, Freiheit und gegenseitigem Respekt zu leben.

Mit Klick auf das Bild können Sie sich das Plakat vergrößert ansehen.

Bischof Norbert Trelle (Hildesheim) erneuerte als Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz vor dem Hintergrund des jüngsten tragischen Bootsunglücks vor der libyschen Küste die Forderung, die Seenotrettung als zentralen Bestandteil der von der Europäischen Union koordinierten Operationen im Mittelmeer wieder auszuweiten. Er kritisierte mit Blick auf eine Reihe von Ereignissen der letzten Jahre auch den offenen und verdeckten Rassismus, den es in Deutschland trotz einer insgesamt erfreulichen Offenheit für die Aufnahme von Zuwanderern auch heute noch gebe. „Als Christen sind wir berufen, hier ein deutliches Zeichen zu setzen: Wer gegen Flüchtlinge, Fremde, Migranten und Menschen anderer Hautfarbe hetzt, der hat die Kirche gegen sich“, so Bischof Trelle. Die Deutsche Bischofskonferenz lobe daher in diesem Jahr erstmals den „Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ aus.

Pressemitteilung vom 25.02.2015

Die Bischöfe im Pressegespräch „Herausforderungen der Migration in Deutschland“ am 25. Februar 2015 in Hildesheim zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz

Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz
Statement lesen

Bischof Norbert Trelle (Hildesheim), Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz
Statement lesen

Bischof Dr. Heiner Koch (Dresden-Meißen), Mitglied der Migrationskommission und der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz
Statement lesen

Plakat

Ein Plakat (DIN A3) macht auf die Bewerbungsfrist für den Preis am 30. April 2015 aufmerksam und soll zugleich dazu beitragen, dass der Preis und die damit verbundene Haltung der katholischen Kirche bekannt gemacht werden kann. Das Format eignet sich unter anderem für Schaukästen.

Sie können das Plakat kostenfrei bestellen oder als pdf-Datei herunterladen.
Zu Veröffentlichungen

Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254