Max Bollinger

Das Buch der Schöpfung

„Es ist keine Geschichte wie die anderen.“ So beginnt der Hirte Elias seinem Sohn Jonathan die Geschichte von der Erschaffung der Welt zu erzählen, wie sie von den Vätern überliefert worden ist. Jonathan sieht die Wüstenlandschaft, in der sie leben, in jener Schönheit und Lebendigkeit, wie sie aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen ist. So vermag er auch alles Lebendige neu zu sehen. Er begreift, wie sehr er selbst allen Tieren und Pflanzen verwandt ist und wie sich doch der Mensch nach dem Menschen sehnt.

In Bolligers Darstellung sind fast unmerklich die beiden biblischen Schöpfungsberichte miteinander verknüpft, so dass zugleich die Erschaffung des Universums und die des Menschen als ihres Höhepunktes in ihrer inneren Einheit und Folgerichtigkeit verständlich werden. Die Rahmenhandlung ist in eher nüchterner Sprache gehalten, während die Schöpfungsgeschichte durch eine bilderreiche rhythmisierte Prosa hervorgehoben ist.

Die ganz- und doppelseitigen Bilder und Vignetten von Georges Lemoine stellen eine bruchlose Einheit mit dem Text dar. Großräumige Landschafts-darstellungen, aus unterschiedlichen Perspektiven gemalt, enthalten symbolische Elemente, wie z. B. den in immer neuen Zusammenhängen und Farben auftauchenden Berg. Viele Elemente der Natur, Pflanzen und Tiere sowie die Familie des Hirten Elias und das offene Gesicht des Knaben Jonathan bilden durch ihre naturnahe Darstellung ein Gegengewicht zu den machtvollen Abstraktionen von Universum und Landschaft.

Ganz unaufdringlich leitet das Buch an, alle Lebewesen in ihrer Eigenart zu achten und die Schöpfung als Gottes Werk zu bewahren — also auch ein „Umweltbuch“ im besten Sinn.

Ab 7 Jahre.

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