Robert Cormier, Cornelia Krutz-Arnold für die Übersetzung

„Nur eine Kleinigkeit“

„Nur eine Kleinigkeit” soll der elfjährige Henry für seinen Arbeitgeber, den von fanatischem Fremdenhass getriebenen Ladenbesitzer Hairston, erledigen: nämlich das Miniatur-Dorfmodell eines verwirrten alten Juden zerstören, in dem dieser sein von den Nazis vernichtetes polnisches Heimatdorf wiedererstehen lässt. Dafür verspricht er ihm eine Belohnung, und die hätte Henrys unter der Arbeitslosigkeit des Vaters leidende Familie bitter nötig. Henry will es nicht tun - aber es geschieht doch durch ihn. Er versucht sich dem Psychoterror seines ebenso brutalen wie listigen Arbeitgebers zu widersetzen aber er wird doch in Schuld verstrickt. Am Ende findet er die Kraft, den Lohn des Bösen zurückzuweisen und Gott um Vergebung zu bitten: für sich und für Mr. Hairston. Die mit zwingender Konsequenz und in fast lakonischer Dichte erzählte Geschichte fesselt durch die Schilderung der seelischen Spannungen und Erschütterungen. Sie weiß um das Geheimnis des Bösen, um die Verführbarkeit des Menschen, aber auch um seine Kraft, sich zu widersetzen. Die als Motto vorangestellte Vaterunserbitte „Erlöse uns von dem Bösen„ unterstreicht unmissverständlich die religiöse Substanz des Buches.

Ab 12 Jahren.

Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254