Jutta Richter

Hechtsommer

„Hechtsommer“ erzählt aus der Perspektive des Mädchens Anna vom Zauber eines wunderschönen licht durchfluteten Sommers, der nicht aufzuhören scheint, und der für die Protagonisten zum letzten Sommer ihrer Kindheit wird.

Anna und die Brüder Lukas und Daniel sind Freunde. Sie leben als Kinder von Gutsangestellten auf einem ländlichen Hof. Für die Kinder ist dieses kleine Schloss ein Paradies. Anna und die beiden Jungen unternehmen in ihrer Freizeit vieles gemeinsam. Nur ein Hobby der Brüder verabscheut das Mädchen zutiefst. Lukas und Daniel sind besessene Angler und haben es sich in den Kopf gesetzt, gegen jedes Verbot den großen Hecht zu fangen.

Als der Sommer beginnt, ist er für alle drei ein Sommer voller Verheißungen auf endlose warme Tage und spannende Unternehmungen. Doch dann wird Gisela, die Mutter der Jungen, plötzlich krank. Ganz allmählich legt sich das unheimliche Wort „Krebs“ wie ein Schatten über den sommerlichen Alltag. Auf einmal gibt es keine Sicherheiten mehr. Aus Hoffnung wird Angst. Aus Angst zunehmende Gewissheit. Vor allem Anna als Älteste ahnt schon bald das kommende Unheil. Sie ist zwar nicht direkt betroffen, aber die unerwartete Begegnung mit dem Tod verschärft ihre eigenen Ängste vor Verlust und Einsamkeit. Erst jetzt merkt sie, wie sehr sie unter der Abwesenheit ihres Vaters leidet, der die kleine Familie verlassen hat. Weil ihre Mutter sich immer intensiver um ihre erkrankte Freundin kümmert und sich viel Zeit für die beiden Jungen nimmt, muss sie zurückstecken und ist mit ihren Fragen und Ängsten auf sich allein gestellt. Anna ist wütend und eifersüchtig und weiß in ihrer Hilflosigkeit nicht, wie die Freundschaft zu den beiden Jungen weiter gehen soll. Daniel, der ältere der beiden, glaubt felsenfest daran, den Tod der Mutter aus eigener Kraft abwenden zu können. Wenn er seine Feigheit überwindet und den Hecht fängt, wird die Mutter endlich wieder gesund. Im Sieg über den „Hechtgott“ will er die Krankheit der Mutter bannen. Doch an dem Tag, an dem die Kinder den Fisch endlich erlegen, stirbt die Mutter.

Jutta Richters bilderreiche und kraftvolle Erzählung lässt die spannungsvolle Atmosphäre des ganzen schönen und traurigen Sommers lebendig werden. Mit einem Sinn für die leisen Zwischentöne erzählt sie ihre eindringliche Geschichte von Freundschaft, Treue und Geschwisterliebe, von Hoffnung, Angst, Hilflosigkeit, von Traurigkeit und Abschiednehmen und vom Ende der Kindheit. Obwohl die Kinder zunächst nicht weiter wissen, schafft es die Autorin, den Roman in einer Atmosphäre der Hoffnung enden zu lassen. Der Leser spürt, dass sich die Geschichte der Kinder fortsetzen wird, anders, als sie gehofft haben, aber auf dem Weg zu neuem Gottvertrauen und neuer Lebenshoffnung.

Jutta Richter besitzt die beneidenswerte Gabe, schwierige Dinge, Stimmungen und Gefühle mit ihrer klaren und dichten Sprache in Bildern einzufangen, die den Leser anrühren und lange in ihm nachschwingen.

Niemand wird dieses Buch aus der Hand legen, ohne den Zauber und den Schrecken dieses längst vergangenen Sommers so gespürt zu haben, als sei man selbst dabei gewesen.

Ab 11 Jahren

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