Preisverleihung 2017

Anna Woltz und Andrea Kluitmann für „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ ausgezeichnet

28. Verleihung des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2017 der Deutschen Bischofskonferenz am 11. Mai 2017 in Wien - (v.l.n.r.) Heidi Lexe, Weihbischof Robert Brahm, Kardinal Christoph Schönborn, Andrea Kluitmann und Bischof Gebhard Fürst

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Zum 28. Mal hat die Deutsche Bischofskonferenz am 11. Mai 2017 den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Die Autorin Anna Woltz und die deutsche Übersetzerin Andrea Kluitmann erhalten die Auszeichnung für das im Carlsen Verlag erschienene Buch „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“.

In einem gemeinsamen Festakt des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises und der STUBE, Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur der Erzdiözese Wien, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert, übergab der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) die Preisträgerstatuette an die Übersetzerin Andrea Kluitmann. Die Autorin Anna Woltz konnte nicht zur Preisverleihung anreisen.

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In seiner Begrüßung im Erzbischöflichen Palais in Wien unterstrich der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, die Wichtigkeit von Kinder- und Jugendliteratur für die Entwicklung und religiöse Sprachfähigkeit: „Die Bedeutung von Kinderliteratur für das gemeinsame Lesen und Lernen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es ist wirklich wunderbar, sich auf die Welt eines Buches einzulassen, ja darin einzutauchen. Und Literatur hat einen wesentlichen Anteil daran, die Sprache einzuüben. Die Sprache macht es erst möglich, die eigenen Erfahrungen ins Wort zu bringen und Antworten zu geben, wenn Menschen fragen oder wenn Gott ruft.“

Bischof Fürst betonte den Weg, den Fitz, die zwölfjährige Protagonistin des Buches „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“, geht und der sich an diesem einen Tag im Krankenhaus zu konzentrieren scheine. „Es geht um die Frage, was menschliche Beziehungen und Bindungen wert sind – in ihrer Veränderlichkeit und ihrer Brüchigkeit.“ Fitz mache die Erfahrung, „dass sie nicht allein durch die Veränderungen gehen muss, sondern dass Beziehungen auch neu entstehen, tragen und beflügeln können. Sie macht die Erfahrung, dass es hilft, sich auseinander zu setzen, da zu bleiben und neue Beziehungen einzugehen. Sie wird dadurch ein Stück heil, und hilft gleichzeitig anderen ein Stück heiler zu werden.“ Die Geschichte von Anna Woltz komme „ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit ganz viel Witz und Lebensfreude daher. Das sorgt dafür, dass sie bei aller Tiefe und Lebensweisheit nie schwer wird, sondern mit einer ungeheuren Leichtigkeit bezaubert“, so Bischof Fürst.

In einem parallel zur Preisverleihung veröffentlichten Video-Grußwort bedankte sich die Autorin Anna Woltz bei der Jury für die Auszeichnung: „Es ist eine große Ehre und so wunderbar, dass mein Buch unter so vielen anderen tollen Büchern ausgewählt wurde.“ Zum Beginn ihrer Geschichte glaube die Hauptfigur Fitz nicht mehr an die Liebe. „Sie ist wütend auf ihre Eltern und sie entscheidet sich, sich niemals zu verlieben. Aber dann kommt dieser eine Tag im Krankenhaus. Sie lernt Adam kennen und viele andere Charaktere. Und am Ende des Tages hat Fitz den Mut, wieder zu lieben.“ Fitz lerne, „dass sie nicht ohne Hoffnung leben kann und nicht ohne Liebe. Nicht nur die romantische Liebe, sondern auch Liebe für ihre Eltern, ihre Geschwister, für ihre neuen Freunde“, so Anna Woltz.

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Auch die Übersetzerin Andrea Kluitmann, die den Preis auch im Namen von Anna Woltz entgegengenommen hat, bedankte sich bei der Jury und der Deutschen Bischofskonferenz, „dass Sie ‚Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte‘ mit diesem besonderen Preis ausgezeichnet haben.“ Sie freue sich sehr, dass mit Anna Woltz eine Autorin ausgezeichnet werde, die Kinder ernst nehme. „Fitz, Adam, Bente und Primula aus ‚Gips‘ dürfen mit all ihren Eigenheiten da sein. Fitzʼ unbändige Wut auf ihre Eltern, Adams schwieriges Verhältnis zu seinem zu früh geborenen Bruder, Primulas vielleicht zunächst albern wirkende Verliebtheit in Doktor Wong: Sie sind echte Kinder mit echten Gefühlen. Ich weiß, dass sich Anna beim Schreiben sehr tief in ihre Figuren einfühlt – Sie IST Fitz und die anderen – und wie schwer es ihr fällt, sich wieder von ihren Protagonisten zu trennen, wenn ein Buch fertig ist. Genau so geht es mir als Übersetzerin auch – es ist, als würde man sehr gute Freunde verabschieden.“ Aus diesem Grund freue es sie besonders, dass die Jury den Preis auch an die Übersetzung von „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ verleihe. „Meine Berufsgruppe unternimmt viel, um ein wenig sichtbarer zu werden; wir versuchen, Lesern zu zeigen, wie kreativ unser Fach ist. Fast jedes Wort, jeden Satz hätte man auch anders übersetzen können.“

Die Jury des katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises der Deutschen Bischofskonferenz unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat das diesjährige Preisbuch aus 241 Titeln ausgewählt, die von 64 Verlagen eingereicht wurden. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird zwischen Autorin (4.000 Euro) und Übersetzerin (1.000 Euro) aufgeteilt. Durch den Abend führte Dr. Reinhard Ehgartner, mit Musik von Dr. Matthias Keidel und Lyrik verfasst und gelesen von Heinz Janisch.

Zur Autorin

Anna Woltz wurde am 29. Dezember 1981 in London geboren und wuchs in Den Haag auf. Im Alter von 15 Jahren schrieb sie in der niederländischen Tageszeitung „de Volkskrant“ eine regelmäßige Kolumne über ihr Leben in der Schule. 2002 veröffentlichte Anna Woltz ihr erstes Kinderbuch. Seit ihrem Studium der Geschichte in Leiden ist sie als Schriftstellerin und Journalistin tätig.

Die Werke von Anna Woltz wurden mit zahlreichen Auszeichnungen prämiert. So erhielt zuletzt „Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess“ (2013) einen Vlag en Wimpel der Griffeljury, „Hundert Stunden Nacht“ (2014) gewann den Nienke van Hichtum-Preis und „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ (2016) wurde mit dem Gouden Griffel 2016 ausgezeichnet.

Zur Übersetzerin

Andrea Kluitmann wurde 1966 geboren und studierte Germanistik und Niederlandistik in Bochum und Amsterdam. Sie arbeitet als freie Übersetzerin aus dem Niederländischen und übersetzte Werke unter anderem von Hella Haasse und Gerbrand Bakker. Ihre Übersetzung von Do van Ransts Jugendroman „Wir retten Leben, sagt mein Vater“ wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet


Bischof Dr. Gebhard Fürst, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz
Grußwort

Anna Woltz, Preisträgerin 2017
Abschrift Video-Dankwort

Andrea Kluitmann, Preisträgerin 2017
Dankwort

Jurybegründung zum Preisbuch
Jurybegründung

 

 

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