THE PROBLEM OF GOD

Ein Ausstellungsprojekt der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

26. September 2015 bis 24. Januar 2016

Unter dem Titel THE PROBLEM OF GOD zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf eine Ausstellung, die sich mit der christlichen Bildsprache in den Werken international bedeutender zeitgenössischer Künstler beschäftigt. Anlass der Präsentation, mit der die nordrhein-westfälische Landesgalerie einer Einladung der Deutschen Bischofskonferenz folgt, ist das 50jährige Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Experten debattieren über Kunst und Religion

Das Erstarken von Religion und Religiosität in der Welt ist fast schon zu einem Alltagsthema geworden. Auch Künstlerinnen und Künstler setzen sich hiermit in vielen Ländern verstärkt auseinander. Über dieses Wiederauftauchen religiöser Motive und Bilder in der zeitgenössischen Kunst diskutieren internationale Experten am 27. und 28. November 2015 bei der Konferenz „KUNST – RELIGION – AKTUALITÄT“ in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

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Christliche Bildtradition als soziales Gedächtnis

Die Ausstellung „THE PROBLEM OF GOD“ in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) bewegt sich im Spannungsfeld von religiösen Fußspuren und säkularen Fragen der Gegenwart

Ungewohnt, beinahe deplatziert erscheint die Kirchen-Glocke im Eingangsbereich des K21 in Düsseldorf. Zusätzlich fehlt ihr noch der Klöppel, der sie erst zum Klingen bringt. Genau dieses Zerrbild aus Irritation und Verfremdung und einer Mischung aus Weltlichem und Religiösem steht im Mittelpunkt der Ausstellung „THE PROBLEM OF GOD“, die noch bis zum 24. Januar im Ständehaus zu sehen ist.

„Die Ausstellung zeigt wie sich die christliche Bildtradition als universales Kulturgut und soziales Gedächtnis in einem säkularen Kontext weiterentwickelt hat“, sagt Kuratorin Isabelle Malz. Und in der zeitgenössischen Kunst gebe es eine intensive Auseinandersetzung mit der christlichen Bildsprache, erklärt die Direktorin der Kunstsammlung Nordrheinwestfalen, Marion Ackermann weiter.

Auffällig viele der 120 Arbeiten widersetzen sich dabei einer einfachen Lesart. Vielmehr entfalten sie komplexe Geschichten und Bilder, die sich differenziert und hintergründig mit christlichen Motiven, Themen oder Fragestellungen auseinandersetzen. Die Auswahl der Werke konzentriert sich auf die Kunst der vergangenen 25 Jahre und umfasst Gemälde, Papier- und Glasarbeiten, Skulpturen, Fotografien, Video- und Filmarbeiten sowie komplexe, zum Teil eigens für diese Ausstellung geschaffene Rauminstallationen. Die Bandbreite reiche von den existentiellen Grundfragen des Lebens und den damit verbundenen philosophischen und spirituellen Herausforderungen bis zur humorvoll-kritischen Beschäftigung mit einzelnen Aspekten von Religion und Glauben, von der Auseinandersetzung mit der kunsthistorischen Tradition bis hin zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, so Kuratorin Isabelle Malz.

„Die Ausstellung handelt weder von sakraler Kunst noch von Religiosität im Allgemeinen“, erläutert Bischof Friedhelm Hofmann, Hauptinitiator des Kunstprojekts der Deutschen Bischofskonferenz. Der Fokus richte sich auf Arbeiten, die zwar auf christliche Symbole oder Themenfelder Bezug nehmen, diese jedoch kritisch reflektieren, transformieren und in neue inhaltliche wie ästhetische Zusammenhänge überführen. „Die Kunstwerke eröffnen den realen Blick in unsere Gesellschaft“, so Hofmann. „Sie sind eine große Möglichkeit die christliche Antwort auf die existentiellen Fragen unserer Zeit wieder ernst zu nehmen und sich in den Dialog zu begeben“.

Auch Hildegard Kaluza, Abteilungsleiterin Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen betont, dass die Werke „weit über ein enges Verständnis religiöser Kunst“ hinausgehen. „Dass wir in der Ausstellung ausschließlich christliche Bilderwelten finden, ist darüber hinaus keine hegemoniale Einengung, sondern vielmehr dem Umstand geschuldet, dass andere große Weltreligionen, wie der Islam oder das Judentum bildliche Darstellungen aus religiösen Gründen ablehnen“, erklärt Kaluza. Als Begleitprogramm zur Ausstellung eine interkulturelle Gesprächsreihe anzubieten, in der auch auf den Islam, den Buddhismus und das Judentum eingegangen wird, sei damit eine sinnvolle und notwendige Ergänzung.

Hinweis zum Rahmenprogramm der Ausstellung:

In Zusammenarbeit mit dem Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Bochum hat die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen erstmals für diese Ausstellung einen Audio-Guide in Leichter Sprache entwickelt. Er bereitet die Informationen zur Ausstellung besonders leicht verständlich auf.

Neben regelmäßigen öffentlichen Führungen gibt es eigens geplante Herbstferienaktionen für Kinder und Jugendliche, interkulturelle Gespräche sowie Vorträge im Rahmen von F 3 Schmela Haus. Eine wissenschaftliche Konferenz (27. und 28. November 2015) diskutiert u. a. die in den Kunstwerken angelegten kultur- und sozialpolitischen Auseinandersetzungen mit einem christlichen Referenz- und Bildsystem.

Zum Projekt

THE PROBLEM OF GOD umfasst etwa 120 Werke – von der großen Rauminstallation bis zu Gemälden, Zeichnungen und Fotografien – und ist vom 26. September 2015 bis zum 24. Januar 2016 im K21 Ständehaus zu sehen. Beteiligt sind unter anderem die Künstlerinnen und Künstler Eija-Liisa Ahtila, Francis Alÿs, Berlinde de Bruyckere, Francis Bacon, Janet Cardiff, Tacita Dean, Marlene Dumas, Harun Farocki, Katharina Fritsch, Kris Martin, Hermann Nitsch, Robert Rauschenberg, James Turrell und Bill Viola.

Die Ausstellung dokumentiert, wie sich Elemente der christlichen Ikonografie als Bestandteil des kollektiven Bild- und Textgedächtnisses vielschichtig und ambivalent in den Werken der Künstlerinnen und Künstler wiederfinden. „Auffällig viele Arbeiten widersetzen sich dabei einer einfachen Lesart. Vielmehr entfalten sie komplexe Geschichten und Bilder, die sich differenziert und hintergründig mit christlichen Motiven, Themen oder Fragestellungen auseinandersetzen“, erklärt Ausstellungskuratorin Dr. Isabelle Malz. Die Ausstellung handelt daher weder von sakraler Kunst noch von Religiosität im Allgemeinen. „Sie interessiert sich auch nicht für Werke mit rein illustrativem Charakter. Der Fokus der Ausstellung richtet sich vielmehr auf Arbeiten, die zwar auf christliche Symbole oder Themenfelder Bezug nehmen, diese jedoch kritisch reflektieren, transformieren und in neue inhaltliche wie bildästhetische Zusammenhänge überführen“, betont Malz.

Dementsprechend vielfältig ist die Bandbreite der in den Werken dargestellten Themen: Sie reichen von existentiellen Grundfragen des Lebens und den damit verbundenen philosophischen und spirituellen Herausforderungen bis zur humorvoll-kritischen Beschäftigung mit einzelnen Aspekten von Religion und Glauben. Auch Auseinandersetzungen mit der kunsthistorischen Bildtradition spielen ebenso eine Rolle wie aktuelle gesellschaftspolitische Probleme.

Die Auswahl der Werke konzentriert sich hauptsächlich auf die Kunst der vergangenen 25 Jahre und umfasst Gemälde, Zeichnungen, Collagen, Holzschnitte, Skulpturen, Fotografien und Objekte, Video- und Filmarbeiten sowie komplexe Rauminstallationen. Gut ein Drittel der gezeigten Arbeiten markiert zentrale Positionen der Kunstgeschichte zwischen 1950 und 1980. Sie sind zugleich wichtige Bezugspunkte für die zeitgenössische Kunst insgesamt. An ihnen lässt sich beispielhaft die bisweilen subtile Durchdringung des christlichen Zeichen- und Symbolsystems rückwirkend nachvollziehen und innerhalb eines kollektiven Bildgedächtnisses verorten.

Zum Programm der Ausstellung gehört ein zweitägiges international besetztes Kolloquium.

Das Ausstellungsprojekt  wird von der Kulturstiftung des Bundes, Halle/Berlin, und vom Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München, gefördert.

Die Künstlerinnen und Künstler: Eija-Liisa Ahtila, Francis Alÿs, Berlinde de Bruyckere, Francis Bacon, Michaël Borremans, Pavel Büchler, Andrea Büttner, Janet Cardiff, Flavio de Carvalho, Paul Chan, Tacita Dean, Marlene Dumas, Andrew Esiebo, Harun Farocki, Katharina Fritsch, Douglas Gordon, Gary Hill, Katarzyna Kozyra, Thomas Locher, Santu Mofokeng, Kris Martin, Aernout Mik, Boris Mikhailov, Barnett Newman, Hermann Nitsch, Robert Rauschenberg, James Turrell, Bill Viola, Paloma Varga Weisz (Planungsstand: September 2014).

Die Kuratorin

Dr. Isabelle Malz, Kuratorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (u.a. verantwortlich für die Ausstellungen „Joseph Beuys. Parallelprozesse“, 2010/11, „Wolfgang Tillmans“, 2013, „Kandinsky, Malewitsch, Mondrian – Der weiße Abgrund Unendlichkeit“, 2014)

 

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