Trier, ältestes Bistum Deutschlands

Chorfestival in Kooperation mit Pueri Cantoris e. V.

Vom 1. bis 5. Juli 2015 veranstaltete das Bistum Trier gemeinsam mit dem deutschen Chorverband Pueri Cantores e. V. ein Kinder- und Jugendchorfestival in Trier. Während der fünf Tage kamen insgesamt 102 Chöre mit knapp 3.000 Sängerinnen und Sängern in die Bistumsstadt.

Das Festival war Teil des Kunst- und Kulturprojektes „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“. Deshalb zog sich das Thema durch das gesamte Programm und wurde immer wieder aufgegriffen. So knüpften das Festivalgebet und das Chorbuch an das Motto an. Außerdem fanden erstmals auch Konzerte in sozialen Einrichtungen in Trier und der Umgebung statt. An eigens entworfenen Holzstelen durften die jungen Sängerinnen und Sänger ihre Freuden, Hoffnungen und Ängste aufschreiben. Und auch das Leitthema des Festivals „Gott liebt diese Welt“ ist auf Grund der Beteiligung am Konzilsprojekt entstanden.

Besonders deutlich kam das Thema des Projekts im Wandelkonzert zum Ausdruck, das am letzten Abend (4. Juli 2015) stattfand. Drei Chöre traten jeweils viermal in einer Kirche in Trier auf. Das Publikum wurde ebenfalls in vier Gruppen aufgeteilt und wanderte von Konzert zu Konzert. So konnte jeder alle Konzerte hören. Für das Wandelkonzert wurden extra drei Komponisten beauftragt, Lieder zu komponieren. Dabei bekamen der Engländer John Barnard, der aus Luxemburg stammende Camille Kerger und der Schwede Thomas Jennefeld genaue Vorgaben für ihre Kompositionen. Eine Arbeitsgruppe des Chorverbands hatte Texte ausgewählt, die die Komponisten in ihre Werke einfließen lassen sollten. Alle Textvorlagen standen dabei im Zusammenhang mit dem Konzilsprojekt. John Barnard erhielt ein Gebet aus dem Stundenbuch, Thomas Jennefeld Passagen aus dem Konzilsdokument „Gaudium et Spes“ und Camille Kerger verschiedene Stichworte, die er so weiterentwickelt hat, dass er letztlich mit einem Text der Heiligen Hildegard von Bingen arbeitete. Die drei Auftragskompositionen wurden beim Wandelkonzert uraufgeführt.

Im Dom führte der Kammerchor der Mädchenkantorei an St. Remigius Borken die Komposition „O gloriosissimi“ von Camille Kerger auf. In der Liebfrauenbasilika erklang durch den Kathedraljugendchor Trier das von Thomas Jennefeld komponierte „Dann erstrahlte…“. Und in der Konstantinbasilika sang der Paderborner Domchor das von John Barnard komponierte „Herr, du hast die Welt gestaltet“.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann freute sich über das gelungene Chorfestival: „Die Fröhlichkeit und positive Ausgelassenheit der Kinder haben mich begeistert.“ Und eine der schönsten Erfahrung für ihn sei gewesen, „wenn die Kinder singend durch die Straßen ziehen“.

Zum Projekt

© 2013 KNA

Neben zahlreichen öffentlichen Chorauftritten und musikalisch gestalteten liturgischen Gebetszeiten fand am Samstag, 4. Juli 2015, eine besondere Abendveranstaltung in Trier statt – ein Wandelkonzert mit Werken der Komponisten John Barnard (England), Thomas Jennefelt (Schweden) und Camille Kerger (Luxemburg).

In der Einladung sagte Bischof Dr. Stephan Ackermann: „,Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.‘ So heißt es im Schlussdokument des Zweiten Vatikanischen Konzils, das die Bischöfe der Welt vor 50 Jahren uns Christen mit auf den Weg gegeben haben. Beim Festival werdet Ihr zeigen, dass Euer Singen diese Empfindungen der Menschen von heute zum Klingen bringt und ihr die Liebe Gottes in der Welt verkündet.“

Das Leitthema des Festivals lautete deshalb: „Gott liebt diese Welt“. Die darin enthaltenen zentralen Themenfelder des Zweiten Vatikanischen Konzils im Kontext von Glaube, Sprache, Musik und Ökumene konnten durch die Historie und Tradition der Stadt und des Bistums Trier besonders gut erfahrbar gemacht werden.

Am letzten Abend des Chorfestivals wurden drei Auftragskompositionen für Chöre uraufgeführt. Zugesagt hatten der Engländer John Barnard, der Schwede Thomas Jennefelt sowie der aus Luxemburg stammende Camille Kerger. Diese Werke wurden inhaltlich an „Gaudium et Spes“ angeknüpft. Dessen grundlegende Aussagen sind der Ausgangspunkt für die jeweiligen Textvorlagen. Das Kunstereignis war ein Wandelkonzert, bei dem an verschiedenen Orten in der Stadt Ensembles spielen und singen und Interessierte von Ort zu Ort wechseln konnten. Die drei großen Kirchen Dom, Liebfrauen- und Konstantinbasilika wurden dabei in das Geschehen einbezogen. Es sangen prominente Knaben-, Mädchen- bzw. Jugendchöre. Auf diese Weise konnten alle Teilnehmer des Festivals an der Uraufführung mitwirken. 

Kuratoren

Matthias Balzer, Präsident des Deutschen Chorverbandes Pueri Cantores
Thomas Kiefer, Domkapellmeister in Trier

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