WÜRZBURG – DIE „EXZELLENZ-STADT“ DER BIOMEDIZIN

"Signalwege" - Videokunst und Bildende Kunst im Rudolf-Virchow-Zentrum

Das Bistum Würzburg feiert das epochale Ereignis des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils dem Anlass gemäß ad extra: mit einem eigenständigen Kunstprojekt an einem unabhängigen Ort der Wissenschaft und Forschung. Das Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg wird zum Schauplatz eines temporären Kunstprojekts. Damit ist das Spannungsfeld Kunst und Wissenschaft im Horizont der menschlichen Existenz als Basisthema vorgegeben. Das Vorhaben gewinnt seine spezifische Energie aus Grenzüberschreitungen und Überlagerungserscheinungen, die in den Methoden und Praktiken beider gesellschaftlicher Segmente gleichermaßen angelegt sind: Forschen und Prüfen, Wahrnehmen und Sichtbarmachen, Vermitteln und Heilen. Der Mensch in seiner Grundkonstitution steht im Zentrum von Wissenschaft und Kunst. Ausgangspunkte sind Nicht-Wissen, Fragen, Irritationen.

Kunstausstellung "Signalwege"

Am 21. Mai 2015 eröffnete Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, Bischof von Würzburg, zusammen mit den Kuratoren Dr. Ulrike Lorenz und Dr. Anne Vieth die Kunstausstellung „Signalwege“ im Rudolf-Virchow-Zentrum.

Pinar Yoldar (USA/Türkei) repräsentiert den Aspekt „Künstler als Forscher“ mit einer raumgreifenden Installation im Foyer des Virchow-Zentrums. Ihre Arbeit schlägt eine assoziative Brücke zur Beschäftigung mit Molekülen, Zellstrukturen und organischem Material.

Als Spurensucherin tritt Ulla von Brandenburg (Frankreich) mit ihrem installativen, medienübergreifenden Werk im historischen Vorlesungssaal in Erscheinung treten. Die Künstlerin nutzt die Ästhetik des Theaters und die Inszenierung eines Schauspiels nicht zuletzt, um dem Betrachter Fragen an die eigene Rolle und die damit verbundenen gesellschaftlichen Rituale zu stellen.

Den Aspekt „Künstler als Mediator“ bringt Janet Grau (USA/Deutschland) mit ihrem interaktiven Projekt von Wissenschaftlern und Jugendlichen zum Ausdruck. Sie verfolgt einen konzeptuellen Ansatz, den sie in Performances, Fotografie, Filmen und Installationen veranschaulicht.

Kerim Seiler (Schweiz) beleuchtet den Aspekt „Künstler als Impulsgeber“ mit mehreren Skulpturen in der Würzburger Innenstadt. Ihre Kunstwerke sollen aufgrund ihrer Größe und Form die Passanten irritieren und auf das Würzburger Kunstprojekt aufmerksam machen.

Das Rudolf-Virchow-Zentrum in Würzburg wird nach langjähriger Unterstützung und Förderung als nationales „Center of Excellence“ durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft inzwischen als eine zentrale Einrichtung der Universität Würzburg geführt. Die international besetzten Forschergruppen arbeiten auf dem Gebiet der Schlüsselproteine – Bausteine des Menschen, die für die Funktion von Zellen, das heißt nicht zuletzt für die Gesundheit bzw. Krankheiten besonders wichtig sind. Auch wenn es sich bei der wissenschaftlichen Arbeit im Institut zuallermeist um Grundlagenforschungen handelt, steht dabei doch immer das menschliche Wesen als personale Identität im Mittelpunkt der Forschung.

In der Ausstellung treffen mit der Kirche, der Wissenschaft und der Kunst drei Würzburger Konstanten auf ungewöhnliche Weise aufeinander und eröffnen einen Denkraum, dessen Inhaltsreichtum kuratorische Herausforderung und Chance gleichermaßen darstellt. Ziel der Ausstellung ist es, das Potenzial dieser besonderen Konstellation auszuschöpfen, Anknüpfungspunkte ebenso aufzuzeigen wie Diskrepanzen, aber vor allem, die Besucher an dieser inspirierenden Begegnung teilhaben zu lassen.

Dafür haben die Kuratorinnen Dr. Ulrike Lorenz und Dr. Anne Vieth vier aufstrebende Gegenwartskünstler ausgesucht, die sich einerseits subtil, andererseits auf offenkundige Weise an prädestinierten Stellen mit dem wissenschaftlichen Ausstellungsort auseinandersetzen und wie das Rudolf-Virchow-Zentrum auch, Fragen an den Zustand der heutigen Gesellschaft stellen. Pinar Yoldas, Ulla von Brandenburg und Janet Grau werden ihre eigens für die Ausstellung entwickelten Arbeiten im Rudolf-Virchow-Zentrum zeigen. Kerim Seiler wird mit einigen Werken im Stadtraum Würzburg vertreten sein. Hinzu kommt ein Filmprogramm, das in ausgewählten Videos international renommierter Künstlerinnen und Künstler die vier zentralen Themen „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ behandelt.

Neben dem Aufzeigen der inhaltlichen Bandbreite dieser Begegnung von Kunst und Wissenschaft, geht es auch darum, das breite Spektrum zeitgenössischer künstlerischer Werkansätze anzudeuten. Interdisziplinarität, Materialität und Kontextualisierung sind Parameter für beide – Kunst und Wissenschaft – geworden.

Das Vorhaben wird wesentlich vom Bistum Würzburg unterstützt, was sich auch in entsprechenden, gemeinsam veranstalteten Gesprächsrunden während der Ausstellungszeit niederschlägt. Getragen und koordiniert von der Domschule und der Katholischen Akademie des Bistums Würzburg, wählen sie die grundsätzlichen Fragestellungen von Wissenschaft, Kunst und Kirche zum Ausgangspunkt.

Kuratorinnen

Dr. Ulrike Lorenz, Mannheim, und Dr. Anne Vieth, Dresden

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