Kunstsparten

Kunstwerke eröffnen Räume der Begegnung. Die verschiedenen Kunstsparten bedienen sich dabei je eigener Mittel und Aussagearten. Der Wunsch der Katholischen Kirche in Deutschland ist es, dass uns die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Werken eine Art Spiegel vorhalten.

Hier finden Sie die bislang geplanten Projekte nach Kunstsparten.

Bildende Kunst

„Eine Stärke der Kunst ist es, den Finger auf die Wunden des Gegenwärtigen zu legen, Fragen und Wünsche, auch Sehnsüchte aufzudecken. Ein solcher Anstoß kann ein erster Schritt in einem Heilungsprozeß sein. Hierin liegt nicht zuletzt die Kraft künstlerischer Provokation.“(Zitat aus „Liturgie und Bild“, Arbeitshilfe 132 der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 1996, S. 23)

Film und Video

„Die Vielfalt religiöser Themen und Formen im Film macht die Auseinandersetzung spannend. Religion und Kino zu begegnen heißt nicht, die Katechismus-Lektion mit allen Mitteln audiovisueller Eindringlichkeit serviert zu bekommen, sondern zu einer Auseinandersetzung mit religiös relevanten Fragen eingeladen zu werden, zu einer Spurensuche, die Denkanstöße vermitteln kann.“ (zitiert nach Peter Hasenberg, Der Film und das Religiöse. Ansätze zu einer systematischen und historischen Spurensuche, in: Spuren des Religiösen im Film. Meilensteine aus 100 Jahren Filmgeschichte. Mainz/Köln 1995, S. 23)

Literatur

„Literatur ist für die Theologie ein anderer Kontext … So etwas kann Frucht tragen: das Übereinanderblenden profaner und heiliger Texte führt zu Bildern, die einander verstärken und befragen, bestätigen und widerstreiten. …

Literatur und Theologie sind darnach keineswegs dazu da, Lösungen festzuschreiben. Vielmehr machen sie Probleme erst ansichtig, indem sie eine angemessene Sprache finden.“

(zitiert nach Jörg Seip, Einführung, in Erich Garhammer: Zweifel im Dienst der Hoffnung. Poesie und Theologie. Würzburg 2011, S. 11 u. 16) 

München: Literaturfest – Lesungen an (un-)gewöhnlichen Orten

Musik

„Die überlieferte Musik der Gesamtkirche stellt einen Reichtum von unschätzbarem Wert dar, ausgezeichnet unter allen übrigen künstlerischen Ausdrucksformen vor allem deshalb, weil sie als der mit dem Wort verbundene gottesdienstliche Gesang einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie ausmacht. … Dabei billigt die Kirche alle Formen wahrer Kunst …“ (aus dem Artikel 112 der „Konstitution über die Heilige Liturgie“ des Zweiten Vatikanischen Konzils)

Trier: Chorfestival im ältesten Bistum Deutschlands in Kooperation mit Pueri Cantoris e. V.

Theater

„Von früheren wechselseitigen Unterstellungen zwischen Theater und Kirche ist im 21. Jahrhundert so gut wie nichts mehr zu spüren. … Theater und Religion haben eine große thematische Schnittmenge. … Und Ulrich Khuon sagte einmal: … (Beide) kreisen um die existentiellen Fragen des Menschen. Sie behandeln auch sein Streben nach Transzendenz, also den Wunsch, über sich selbst hinauszugehen.“ (zitiert nach Robert Zollitsch, Geleitwort, zu: Inszenieren – Inspirieren – Konfrontieren. Potentiale zwischen Kirche und Theater. Arbeitshilfe 254 der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2011, S. 8 u. 9)

 

Kirche und Kunst – eine Einführung

Christentum und Kultur sind eng miteinander verbunden. Schon in einem der ersten Texte der Bibel, der alttestamentlichen Schöpfungserzählung, wird vom Auftrag Gottes an den Menschen berichtet, er soll die Erde bebauen und bewahren (Genesis 1,28). Diese Kulturleistung führt der Mensch bis in die Gegenwart fort.

Künstlerinnen und Künstler sind immer kreativ tätig. Ihre Profession geht auf diese ureigene Aufgabe der Menschheit zurück. Dadurch, dass sie ihre Werke zumeist aus eigenem Antrieb erschaffen, wohnt diesen das Moment der Freiheit inne, das die Arbeiten dann auch zu dem macht, was sie von den üblichen handwerklichen Erzeugnissen, dem abhängig Geschaffenen, abhebt.

Mit der Frage der Kultur befasst sich einer der zentralen Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils. In der Pastoralkonstitution Gaudium et Spes gibt es einen ausführlichen Abschnitt, das zweite Kapitel im zweiten Teil (Art. 53-62), der mit „Die richtige Förderung des kulturellen Fortschritts“ betitelt ist. Darin wird deutlich gemacht, wie eng Natur und Kultur miteinander verknüpft sind. Der Mensch als Schöpfer der Kultur ist bei aller zuzugestehenden Autonomie aufgerufen, sittlich reif und verantwortlich zu handeln. „Wenn überdies der Mensch sich den verschiedenen Fächern, der Philosophie und Geschichte, der Mathematik und Naturwissenschaft, widmet und sich künstlerisch betätigt, dann kann er im höchsten Grad dazu beitragen, daß die menschliche Familie zu den höheren Prinzipien des Wahren, Guten und Schönen und zu einer umfassenden Weltanschauung kommt …“ 

Die Kirche nimmt die Errungenschaften der Kulturen auf und integriert sie in das kirchliche Leben. Der Bau von Kirchen und anderen kirchlichen Gebäuden, deren künstlerische Gestaltung, die Pflege von Musik und Theater, aber auch der Film, haben eine Heimstatt im christlichen Leben. So befruchtet die Zeitgenossenschaft von Kunst und Kirche beider Entwicklung.

„Das Kunstprojekt der Katholischen Kirche 2015“, das anlässlich der 50. Wiederkehr des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils durchgeführt wird, nimmt die Überlegungen der Konzilsväter auf, dass die Kultur für alle Menschen zugänglich sein muss. Zugleich öffnet sich die Kirche selbst für die kulturellen Äußerungen der Künstler, die schon immer „für das Leben der Kirche von großer Bedeutung“ waren und nach wie – auch und gerade heute – wichtig sind. Die Künstlerinnen und Künstler gehen auf die heutigen „Zeichen der Zeit“ ein und befragen Gesellschaft wie Kirche.

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