Aktuelle Meldung
20.03.2016 - Nr. 009

Predigt von Kardinal Marx am Palmsonntag im Liebfrauendom in München

„Können unseren Blick nicht von den Leidenden abwenden“

In der Karwoche sind nach Überzeugung des Erzbischofs von München und Freising und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz , Kardinal Reinhard Marx, alle Christen zu besonderer Aufmerksamkeit für menschliche Nöte aufgerufen. Der Leidensweg Jesu, der in der Woche vor Ostern von den Gläubigen besonders betrachtet wird, sei „nicht nur eine historische Erinnerung an das, was damals geschah, sondern ein Aufruf, zu sehen, was heute geschieht“, sagte Kardinal Marx laut Manuskript am heutigen Palmsonntag (20. März 2016) im Münchner Liebfrauendom. „Der Sohn Gottes, Jesus Christus, ist in jedem Opfer des Krieges, in jedem Geschlagenen, in jeder Vergewaltigten, in allen schreienden und notleidenden Kindern gegenwärtig. Ja, wir glauben, dass er selbst uns in diesen Gesichtern anschaut. Und so ist die Leidensgeschichte Jesu auch ein Protest gegen das Leid und die Sünde und ein Aufruf an uns, Leiden, wo und wie immer möglich, zu lindern und zu überwinden.“

Die Bilder, die uns in diesen Tagen aus den Kriegs- und Krisengebieten erreichten, seien „auch ein Appell an uns Christen und die christlich geprägten Länder“, betonte Kardinal Marx laut Predigtmanuskript. „Wann endlich raffen sich die Völker Europas, Russlands und Amerikas auf, alles zu tun, um den Kriegen im Nahen Osten ein Ende zu setzen? Wann endlich schaffen sie zumindest humanitäre Lösungen für die Menschen an den Grenzen und in den Flüchtlingslagern?“

„Wir Christen jedenfalls können in dieser Karwoche unseren Blick nicht abwenden von diesen Opfern, diesen Leidenden. Wir würden uns von Christus selbst abwenden“, unterstrich Kardinal Marx. „Deshalb ist der geistliche Weg durch diese Woche auch eine Bitte an Gott um Frieden und Gerechtigkeit für die Verfolgten und Leidenden. Und auch ein Aufruf an die politisch Verantwortlichen zu handeln.“

Quelle: Pressestelle Erzbistum München und Freising

Alle Rechte vorbehalten © 2016 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254