Pressemeldung
08.08.2017 - Nr. 126

Achter Europäischer Workshop der Maximilian-Kolbe-Stiftung in Oświęcim/Auschwitz

Erzbischof Schick: „Auschwitz darf sich nie und nirgends wiederholen!“

Die mit Unterstützung der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz 2007 gegründete Maximilian-Kolbe-Stiftung führt vom 11. bis 16. August 2017 in Oświęcim/Auschwitz zum achten Mal ihren jährlichen europäischen Workshop zum Umgang mit der gewaltbelasteten Vergangenheit von Auschwitz durch. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage nach den bis heute andauernden Prägungen und Verletzungen, die von Auschwitz und dem Zweiten Weltkrieg ausgehen, sowie nach einem angemessenen Umgang mit der Gegenwart dieser Geschichte. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofkonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), erinnert im Vorfeld des Workshops daran, wie wichtig der Blick auf die Vergangenheit für die Versöhnung ist: „Diesbezüglich ist in Europa noch viel zu tun. Es gibt keinen Frieden und Erhalt des Friedens ohne ständige Bemühungen darum. Versöhnung und Friede sind ein Dauerauftrag und haben kein Verfallsdatum. Wer darin nachlässt, verliert den Frieden.“ Die Maximilian-Kolbe-Stiftung wolle mit dem Workshop in Auschwitz zu Versöhnung, Friede und Erhalt des Friedens beitragen. „Junge Europäerinnen und Europäer sollen zu Liebhabern und Promotern des Friedens werden“, so Erzbischof Schick. „Dabei schauen sie auch über Europa hinaus, zum Beispiel nach Afrika, Asien und Südamerika.“ Erzbischof Schick fügt hinzu: „Auschwitz ist ein Ort, wo die schrecklichen Folgen von Unfrieden zwischen Menschen, Rassen und Völkern sichtbar werden. Auschwitz macht wie kein anderer Ort auf der Welt deutlich, was Menschen einander antun können und ruft jedem Menschen weltweit zu: Auschwitz darf sich nie und nirgendwo wiederholen! Der heilige Maximilian Kolbe ist uns dabei Patron und Vorbild.“

An dem Workshop nehmen Vertreter aus 14 Ländern, darunter Russland, die Ukraine, die USA, die baltischen Staaten sowie Deutschland und Polen teil. Der Interreligiöse Rat in Bosnien-Herzegowina hat vier Teilnehmer entsandt, die die serbisch-orthodoxe, die katholische, die muslimische sowie die jüdische Gemeinschaft repräsentieren. Ein besonderer Höhepunkt des Workshops wird der Vortrag des polnischen Primas, Erzbischof Wojciech Polak (Gnesen), sein, der am 13. August 2017 vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in Polen über die Rolle der Kirche beim Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit sprechen wird. Erzbischof Schick wird ebenfalls am Workshop teilnehmen und am Sonntag (14. August 2017) eine mehrstündige Prozession von der Innenstadt Oświęcim zum Lager Auschwitz begleiten bis an den Platz, an dem Maximilian Kolbe sich für den Mithäftling opferte.

Ausgehend von den unterschiedlichen Erfahrungen in ihren Ländern und Regionen diskutieren die Teilnehmenden über die grundlegenden Perspektiven von Gewaltüberwindung und Versöhnung sowie über die Schwierigkeiten auf dem Weg dahin. Dabei stoßen sie immer wieder auf gravierende Unterschiede in der Wahrnehmung der Geschichte. Durch den angemessenen, respektvollen Austrag der daraus resultierenden Konflikte, zum Beispiel zwischen Ukrainern und Russen, trägt der Workshop zu einem vertieften gegenseitigen Verständnis bei. Zugleich setzt er ein Zeichen europäischer Gemeinsamkeit.

Der jährliche Workshop leistet einen Beitrag zur Stärkung eines europäischen, auf Heilung und Versöhnung zielenden Diskurses. Die Begegnungen der Teilnehmenden helfen zugleich, ein europäisches Netzwerk zu bilden, durch das sie vielfältige Aktivitäten gegenseitig unterstützen.


Hintergrund

Die Maximilian-Kolbe-Stiftung wurde 2007 mit Unterstützung der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz gegründet. 2015 haben die Vorsitzenden der beiden Bischofskonferenzen das Ziel bekräftigt, die Stiftung weiterzuentwickeln. Die Aufgabe der Stiftung besteht darin, Beiträge zur Stärkung der (kirchlichen) Versöhnungsarbeit in Europa zu leisten und sich für Opfer von Unrecht und Gewalt zu engagieren. Der heilige Maximilian Kolbe gab 1941 sein Leben stellvertretend für einen Mithäftling im Konzentrationslager Auschwitz und setzte damit ein Zeichen, dass Hass und Gewalt nicht das letzte Wort haben. Weitere Informationen unter www.maximilian-kolbe-stiftung.de.


Hinweis:

Das Programm des Workshops steht unten in englischer Sprache zum Download bereit.


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