Pressemeldung
14.08.2017 - Nr. 128

Solidaritätsbesuch von Erzbischof Schick in der Zentralafrikanischen Republik vom 16. bis 23. August 2017

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), reist am 16. August 2017 zu einem mehrtägigen Solidaritätsbesuch in die Zentralafrikanische Republik. Im ärmsten Land der Welt ist in den vergangenen Monaten die Gewalt zwischen verschiedenen Milizen untereinander und mit der internationalen Blauhelmtruppe MINUSCA erneut aufgeflammt. In den Regionen um die Städte Bria, Alindao und Bangassou sind rund 180.000 Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht.

Mit seinem Besuch beabsichtigt Erzbischof Schick, den Menschen im Land die Solidarität der Kirche in Deutschland auszudrücken – eine Solidarität, die sich auch im wachsenden Engagement der deutschen katholischen Hilfswerke äußert. Der stellvertretende Vorsitzende der Zentralafrikanischen Bischofskonferenz, Bischof Nestor-Désiré Nongo-Aziagbia (Diözese Bossangoa), wird Erzbischof Schick über die jüngsten Entwicklungen informieren. Bei einem Besuch in der Stadt Bambari kann sich der Erzbischof selbst ein Bild über die Notlage machen. Dort sind auch Gespräche mit Bischof Bertrand Appora-Ngalanibé OP geplant. Die Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens der Religionsgemeinschaften im Land stehen im Vordergrund einer Begegnung mit dem muslimischen Oberhaupt Imam Kobine Layama und der „Plattform der Religionen in Zentralafrika“. Die Plattform wurde nach den Unruhen im Jahr 2013 von katholischer, protestantischer und muslimischer Seite ins Leben gerufen, um den interreligiösen Dialog zu stärken. Auf politischer Ebene sind Begegnungen mit dem Außenminister der Zentralafrikanischen Republik (Charles Armel Doubane), dem Leiter der UN-Blauhelmmission MINUSCA, mit Parlamentariern und dem deutschen Botschafter geplant.

Auf dem Weg in die Zentralafrikanische Republik legt Erzbischof Schick einen Zwischenstopp in Kamerun ein. Er wird sich dort in Gesprächen mit Kardinal Christian Tumi und weiteren Vertretern der Kamerunischen Bischofskonferenz (CENC) über die aktuellen Entwicklungen im Konflikt zwischen der anglophonen Minderheit im Norden des Landes und der Zentralregierung des mehrheitlich frankophonen Landes informieren.


Hintergrund
Lage in der Zentralafrikanischen Republik: Seit 2013 kommt es zu massiver Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik. Mehrheitlich muslimische Séléka-Milizen stürzten im Frühjahr 2013 den Präsidenten François Bozizé. In der Folge begann ein blutiger Konflikt zwischen den Séléka-Rebellen und den christlich bzw. animistisch geprägten Anti-Balaka-Milizen, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung erheblich zu leiden hat. Kardinal Dieudonné Nzapalainga, Erzbischof der Hauptstadt Bangui, rief daraufhin zusammen mit protestantischen und muslimischen Führern die „Plattform der Religionen in Zentralafrika“ ins Leben. Die religiösen Führer betonen, dass es sich nicht um einen religiösen Konflikt, sondern um einen politisch-militärischen handele. Der Gewalt im Land setzt seitdem die „Plattform der Religionen in Zentralafrika“ das interreligiöse Engagement für Frieden und sozialen Zusammenhalt entgegen. Mit seinem Besuch Ende 2015 unterstützte auch Papst Franziskus den Versöhnungsprozess in dem krisengeschüttelten Land. Vor einigen Monaten sind jedoch die Kämpfe zwischen den verschiedenen Milizen mit neuer Heftigkeit ausgebrochen. Ein von der katholischen Laiengemeinschaft Sant’Egidio vermitteltes Friedensabkommen zeigte nicht die erhoffte Wirkung. Seit Beginn des Konflikts 2013 kämpfen mehr als eine halbe Million Flüchtlinge im Land um ihr Überleben. Die Hälfte der rund fünf Millionen Einwohner ist auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Situation im anglophonen Teil Kameruns:
Seit Oktober 2016 finden im anglophonen Nordwesten des Landes Demonstrationen gegen Benachteiligungen im Schul- und Rechtssystem statt. Blutige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei sind die Folge. Die Bischöfe der anglophonen Diözesen Kameruns richteten bereits im Dezember 2016 ein Memorandum an den Staatspräsident Paul Biya, in dem sie zu einer friedlichen Lösung des Konflikts aufrufen. Das Memorandum blieb bislang unbeantwortet.

Hinweis:
Interviewmöglichkeiten kurz nach der Reise werden durch die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz vermittelt. Schicken Sie dazu bitte eine E-Mail an pressestelle(at)dbk.de .

Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254