Pressemeldung
21.10.2017 - Nr. 176

Bischof Feige mahnt weltweite Religionsfreiheit an

„Wenn es die orientalisch-orthodoxen Kirchen nicht gäbe, würde dem Christentum Wesentliches fehlen“

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), hat heute (21. Oktober 2017) eine weltweite Religionsfreiheit angemahnt. Bei einem ökumenischen Gottesdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland im Berliner Dom mit Vertretern der orientalisch-orthodoxen Kirchen würdigte Bischof Feige, dass katholische und evangelische Christen hierzulande in einem gesellschaftlichen Kontext lebten, in dem Glaubens- und Religionsfreiheit ein hohes Rechtsgut sei. „Mögen wir als Christen manchmal müde belächelt oder verbal angegriffen werden, gewaltsamen Übergriffen sind wir in der Regel nicht ausgesetzt.“

Bischof Feige dankte in seinem Geistlichen Wort den Vertretern der orientalisch-orthodoxen Kirchen für ihr Glaubenszeugnis, gerade dann, „wenn Sie aus Regionen kommen, wo Krieg oder Bürgerkrieg herrschen und Christen aus religiösen Gründen verfolgt werden oder staatliche Repressionen erfahren“. Die biblische Verheißung, dass Gott immer auf der Seite der Menschen sei, bedeute eine Zusage der bedingungslosen Liebe Gottes. Damit, so Bischof Feige, werde das Leid nicht ungeschehen gemacht, aber diese Liebe Gottes „lässt in der Bedrängnis die Zuversicht keimen, dass Gott auf der Seite derer ist, die um seines Namens willen verfolgt werden. Dies ist keine billige Vertröstung auf irgendwann. Gottes Kraft wirkt sich schon jetzt aus“. Die endgültige Heilung der Wunden dieser Welt stehe noch aus. „Aber diese Wunden erfahren in den Armen Gottes bereits jetzt eine neue Deutung und eine neue Perspektive. Und weil das so ist, befreit uns das auch zum  politischen Handeln – befreit es dazu, dass wir dann doch alles versuchen, um die Wunden anderer zu heilen – befreit es dazu, uns für Versöhnung und Frieden in dieser Welt einzusetzen“, so Bischof Feige.

Mit Blick auf die Situation der Christen im Nahen und Mittleren Osten sagte Bischof Feige: „Wenn es die orientalisch-orthodoxen Kirchen nicht gäbe, würde dem Christentum Wesentliches fehlen. Ihre Liturgien, ihre Traditionen und ihre je eigene Geschichte sind ein kostbarer Schatz. Daher können wir nur allen Bischöfen und Gläubigen dankbar sein, die in schwierigen Situationen ausharren und so ein mutiges Zeugnis von Jesus Christus geben. Auf ihn setzen wir Christen unsere Hoffnung. In aller Bedrängnis ist er unsere Zuversicht.“

Hinweis:
Das Geistliche Wort von Bischof Feige im ökumenischen Gottesdienst ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.


Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254