Pressemeldung
04.10.2004 - Nr. 65

"Mehr Dokumentation und Reportage in den Medien"

Kardinal Karl Lehmann verleiht Katholischen Medienpreis in Hamburg

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hat am Montagabend im Hamburger Rathaus den Katholischen Medienpreis 2004 verliehen. Die mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ging in der Kategorie Print an Ariel Hauptmeier, in der Kategorie Elektronik an die Autorin Tina Soliman und den Kameramann Torsten Lapp. "Beide Beiträge sind ein Zeugnis für die Kraft, die in der christlichen Hoffnung liegt. Sie sind ein Bekenntnis zum Leben und zur Verantwortung, sie sind letztlich ein Dokument für den Glauben", würdigte Kardinal Lehmann die ausgezeichneten Beiträge in seiner Festansprache. Mehr als 250 Gäste aus Kirche, Medien und Politik nahmen an dem Festakt, den ARD-Tagesschau-Sprecher Jan Hofer moderierte, teil, darunter auch der Hamburger Erzbischof Werner Thissen, und die Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, Birgit Schnieber-Jastram. Laudatoren waren der Chefredakteur von ARD-Aktuell, Dr. Bernhard Wabnitz, sowie der Chefredakteur des Rheinischen Merkurs, Professor Michael Rutz.Medien seien "Gradmesser für den kulturellen Zustand des Landes", so Kardinal Lehmann. Sie berichten nicht nur einfach über Ereignisse, sondern "determinieren auch das gemeinsame Forum der Verständigung über die Welt und sind Teil der Entwicklung kultureller Identität". Daraus ergebe sich ein hohes ethisches Anforderungsprofil - nicht nur für Journalisten, sondern auch für die politisch und unternehmerisch Verantwortlichen. Es gehe nicht nur um "gründliche Recherche, objektive Berichterstattung, qualifizierte Kommentare und kompetente Kritik", so Lehmann. Vielmehr plädierte er auch für "mehr Ausführlichkeit und zuweilen auch Langsamkeit". "Wir, die Zuschauer, brauchen mehr Erklärstücke, brauchen Anleitungen, um komplexe Zusammenhänge der vielfältigen Prozesse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hierzulande und auch weltweit zu verstehen. Dies gehört meines Erachtens zu den originären Funktionen der Medien." Geeignete Formate, die die Möglichkeit zur Ausführlichkeit und Entschleunigung bieten, seien Dokumentation und Reportage. "Gerade ihnen kann es gelingen, uns die Welt verständlicher zu machen. Und genau diese Aufklärung ist für das Zusammenleben in unserer pluralistischen Gesellschaft wichtig." Die beiden ausgezeichneten Beiträge mögen, so der Wunsch des Kardinals, "den Medienhäusern und Redaktionen vielleicht Ansporn geben, dem Genre Dokumentation und Reportage mehr Sendezeit und Zeilen einzuräumen als bisher!"Die Preisträger waren einstimmig aus insgesamt 115 eingereichten Beiträgen von einer sechsköpfigen Jury unter Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Friedrich Ostermann (Münster), ausgewählt worden. Ariel Hauptmeier erhielt den Preis für seine Reportage "Wir müssen draußen bleiben" (erschienen im Magazin der Süddeutschen Zeitung am 29.04.2004), in der er ebenso einfühlsam wie sachlich das Thema illegale Einwanderung aufgreift. Tina Solimann und Torsten Lapp wurden für ihre Dokumentation "Grausames Glück - Wenn Geburt und Tod aufeinander treffen" (ausgestrahlt am 18.11.2003 in der ZDF-Sendereihe "37°") ausgezeichnet. Der Film erzählt von Menschen, die zum Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes durch einen plötzlichen Schicksalsschlag ihren Lebenspartner verlieren.
Hinweis:
Weitere Informationen zum Katholischen Medienpreis, zu den Preisträgern sowie die Texte der Ansprachen im Wortlaut finden . des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardial Karl Lehmann, beim Pressegespräch am 4.10.2004 in Hamburg des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Friedrich Ostermann (Münster), Vorsitzender der Jury des Katholischen Medienpreises, beim Pressegespräch am 4.10.2004 in Hamburg

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