Pressemeldung
09.12.2005 - Nr. 125

Gespräch zwischen dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, am 09. Dezember 2005 in Heidelberg

Auf Einladung des Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, heute das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg besucht. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch die Dauerausstellung "Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma" wurden in einem gut einstündigen Gespräch einzelne Tätigkeitsschwerpunkte des Zentralrats sowie der katholischen Seelsorge für Sinti und Roma in Deutschland erörtert.
Beide Seiten unterstrichen die Notwendigkeit, allen Formen der Rassendiskriminierung, die auch in der deutschen Gesellschaft noch immer existieren, entschieden entgegenzuwirken. Dabei käme insbesondere der Bildungsarbeit eine wichtige Rolle zu. Der Zentralrat erläuterte seine Position im Blick auf das geplante Mahnmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma. Kardinal Lehmann vertrat die Auffassung, es müsse hinsichtlich der Gestaltung des Mahnmals Einvernehmen mit dem Zentralrat hergestellt werden. Romani Rose äußerte die Hoffnung, dass die katholische Kirche an ihrem Engagement in der Seelsorge für Sinti und Roma festhalte. Kardinal Lehmann betonte den Beitrag der Sinti und Roma zur Kultur in Deutschland und erläuterte die Schwerpunkte der katholischen Seelsorge für diese Minderheit, bei der insbesondere die Wallfahrten eine große Rolle spielten.
An dem Gespräch nahmen von Seiten des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma sein Vorsitzender Romani Rose, der Vorsitzende des Landesverbandes in Rheinland-Pfalz, Jacques Delfeld, Anita Awosusi als Mitglied des Vorstands des Zentralrats sowie Manfred Lautenschläger, Mitglied des Kuratoriums des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, teil. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, wurde bei dem Gespräch begleitet von P. Dr. Hans Langendörfer SJ, Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, und Pfarrer Wolfgang Miehle, Nationaldirektor für die Ausländerseelsorge.
In Deutschland leben rund 70.000 Sinti und Roma mit deutscher Staatsangehörigkeit, von denen etwa 90 % der katholischen Kirche angehören. Zum 1982 gegründeten Zentralrat gehören neun Landesverbände, das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und weitere regionale Mitgliedsvereine.
In der katholischen Seelsorge für Sinti und Roma in Deutschland sind neben dem Nationalseelsorger Pater Jozef Lancaric SDB drei weitere Priester, vier Diakone, ein Pastoralreferent sowie ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Eine besondere Rolle spielen die jährlichen Wallfahrten, unter anderem jährlich am 15. August zur Schmuckmadonna im Kölner Dom, nach Marpingen, Illingen und Oberlöstern im Saarland/Elsass, nach Marienstadt in der Eifel, Ave Maria in Baden-Württemberg, Altötting in Oberbayern und Maria Steinbach in Bayerisch-Schwaben.


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