Pressemeldung
16.02.2005 - Nr. 10

Pressegespräch zum Jahr der Eucharistie

Statement des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz,
Kardinal Karl Lehmann

Es gilt das gesprochene Wort!
Am Fronleichnamsfest des vergangenen Jahres, am 10. Juni 2004, hat Papst Johannes Paul II. ein Jahr der Eucharistie angekündigt, das von Oktober 2004 bis Oktober 2005 in der gesamten Kirche gefeiert werden soll. Feierlich eröffnet wurde dieses Jahr auf dem Eucharistischen Weltkongress am 17. Oktober 2004 in Guadalajara (Mexiko). Seinen Abschluss wird es mit der XI. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode im Oktober 2005 in Rom finden, die unter dem Thema "Die Eucharistie als Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche" steht.Nachdem Papst Johannes Paul II. mit der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia im Jahr 2003 der Eucharistie ein eigenes Dokument gewidmet hatte, fügt sich das Jahr der Eucharistie nahtlos in sein Bemühen ein, die Pastoral der Kirche auf dieses Sakrament hin auszurichten. Das Apostolische Schreiben Mane nobiscum Domine vom 7. Oktober 2004 gibt einige grundlegende Orientierungen zu diesem Jahr, in dem sich die Kirche "in besonderer Weise bemühen wird, das Geheimnis der heiligen Eucharistie zu leben".Der Titel dieses Schreibens verweist auf die Geschichte der Emmausjünger, die im 24. Kapitel des Lukasevangeliums erzählt wird. Danach gesellte sich zu zwei Jüngern, die nach der Kreuzigung Jesu niedergeschlagen auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus waren, ein unbekannter Dritter, der ihnen das Schicksal Jesu aus der Heiligen Schrift deutete. Als er sich verabschieden wollte, baten sie ihn: "Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt." Beim gemeinsamen Mahl erkannten die Jünger in dem Fremden ihren Herrn, als er ihnen das Brot brach.Das "Brotbrechen", wie die Eucharistie im Anfang genannt wurde, steht von jeher im Mittelpunkt allen kirchlichen Lebens. Hier wird das Geheimnis von Christi Tod und Auferstehung gegenwärtig, hier empfangen wir Christus als &quot,das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist" (Joh 6,51), hier erhalten wir die Hoffnung auf ewiges Leben.Die Eucharistie ist "ein Geheimnis, das vor allem gut gefeiert werden muss«. Jeder Gottesdienst ist Feier: Unterbrechung des Alltags; geprägt nicht von sachlichen Zwängen, Funktionalität und Zeitdruck, sondern von Fülle, Gemeinschaft und Freude. In der Liturgie wendet sich Gott den Menschen zu; in der Liturgie erfahren sie Zustimmung zu ihrem Leben und feiern die Gegenwart Jesu Christi in den eucharistischen Gaben von Brot und Wein, in seinem Wort und in der Gemeinde, die zu seinem Lob versammelt ist.In das Jahr der Eucharistie hat Papst Johannes Paul II. den Weltjugendtag ausdrücklich mit einbezogen, der vom 16. bis 21. August in Köln stattfinden wird. Die Eucharistie wird dabei der lebendige Mittelpunkt sein, um den herum sich die Jugendlichen versammeln, um ihren Glauben zu bekennen und IHN anzubeten.Die deutschen Bischöfe erhoffen sich vom Jahr der Eucharistie ein vertieftes Verständnis des Sakramentes der Eucharistie, eine Verlebendigung der Feier der heiligen Messe und einen neuen Impuls für die Weitergabe des Glaubens in unserer Zeit.
Anmerkungen:1) Apostolisches Schreiben Mane nobiscum Domine: VAS 167, Nr. 2.2) Ebd., Nr. 17.

Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254