Pressemeldung
11.10.2010 - Nr. 163

11.10.2010: Katholischer Medienpreis 2010 verliehen

„Offenheit und Wahrheit, Verantwortung und Orientierung“

Mit der Einladung an die Medien, den Weg der Kirche „kritisch und anregend“ zu begleiten, hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, heute den Katholischen Medienpreis 2010 verliehen. Während des Festaktes in Bonn betonte Erzbischof Zollitsch, dass Medien und Publizistik über die Möglichkeit verfügten, Orientierung für eine menschlichere Welt zu geben: „Sie ermöglichen Kommunikation im tieferen Sinne.“ Auch moderne soziale Netzwerke im Internet böten hierfür eine Chance, seien aber gleichzeitig eine Gefahr für tatsächliche Nähe und Intimität im persönlichen Umgang. Das Mediale könne das menschliche Zusammenleben zwar unterstützen, „die direkte Nähe von Menschen samt deren spezifischem Glück aber nicht ersetzen“. Zollitsch appellierte an die rund 200 Vertreter aus Medien, Kirche und Gesellschaft, sich aktiv in den vor diesem Hintergrund bei der Herbst-Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda initiierten Dialogprozess einzubringen, „damit Offenheit und Wahrheit, Verantwortung und Orientierung gelingen“. Die diesjährigen Preisträger des Katholischen Medienpreises seien leuchtende Beispiele für mediale Tätigkeit als „Brückenbauer für Gemeinschaft und Fortschritt der Menschen“, so Zollitsch.

In der Kategorie Print-Medien überreichte Erzbischof Zollitsch den Preis an Henning Sußebach für seinen Artikel „Die Opokus von nebenan“, der in der „Zeit“ (7. Mai 2009) erschienen ist. Der Beitrag handelt vom Leben der ghanaischen Einwandererfamilie Opoku in Hamburg. „Dem Autor gelingt es, dieser Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, indem er zeigt, wie die Opokus versuchen, über Bildung einen Zugang zur Mehrheitsgesellschaft zu finden, um endlich in Deutschland anzukommen“, heißt es in der Begründung der Jury. Als Laudator würdigte der Vorsitzende des Friedenscorps Grünhelme, Dr. Rupert Neudeck, den Beitrag: Sußebach zeige eine Familie, die sich vielleicht noch etwas fremd in diesem Land fühle, die aber als Zuwandererfamilie eine große Bereicherung  für unsere Gesellschaft darstelle. Der Artikel liefere dadurch einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte.

Für die Kategorie elektronische Medien zeichnete Erzbischof Zollitsch den Beitrag „Gut sein auf Probe – Ein Egoist engagiert sich“ von den Autoren Sven Kuntze, Gesine Enwaldt, Ravi Karmalker und dem Kameramann Steph Ketelhut aus. Die Reportage des Westdeutschen Rundfunks (11. Mai 2009) zeigt den Autor Sven Kuntze, der glaubt, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen, bis ihm durch sein Engagement in sozialen Einrichtungen ganz neue Horizonte eröffnet werden. Dabei werden für ihn fundamentale Fragen über Leben und Miteinander aufgeworfen, die zwar nie endgültig beantwortet werden können, aber das, was die Welt zusammenhält, besser erkennen lassen. Der frühere nordrhein-westfälische Minister Armin Laschet würdigte in seiner Laudatio die Reportage als „beeindruckenden und überzeugenden Filmbeitrag“. Es handle sich um einen sehr persönlichen Erfahrungsbericht, der zeige, dass Ehrenamt auch schwierig sein und belasten könne. Aber auch der „Lohn“ werde sichtbar – das Lächeln, die Dankbarkeit und das Gemeinschaftsgefühl.

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission und Juryvorsitzende Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) wies bei der Verleihung darauf hin, dass trotz der sich wandelnden technologischen Umgebung der Kernauftrag des Journalismus unverändert bleibe: „mit professionellem Handwerk das Geschehen der Welt erfassen, spiegeln und deuten.“ Heute sei es daher umso wichtiger, „dem Qualitätsjournalismus Raum zu geben, damit authentische Wahrnehmung möglich wird“, so Fürst.

Das Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro teilen sich die Preisträger der Kategorien Print und elektronische Medien. Mit dem Prädikat Wertvoll zeichnete Erzbischof Zollitsch außerdem im Bereich Print-Medien Anja Todt („Deutsch-Deutsche Geschichte(n) – Beiträge zu 20 Jahren Mauerfall“, Kirchenbote Osnabrück von Juni bis November 2009) und Tim Pröse („Paulas Krieg“, Focus Nr. 5/2010 vom 1. Februar 2010) aus. Das Prädikat Wertvoll erhielten im Bereich elektronische Medien Laetitia von Baeyer („Brief an die Eltern“, Fernsehbeitrag ZDFneo vom 8. November 2009) sowie Markus Hensseler und Sebastian Georgi („Rollis für Afrika – Ein Rollstuhl, ein Leben“, Fernsehbeitrag SWR vom 28. Oktober 2009).

Für den Katholischen Medienpreis wurden 200 Beiträge eingereicht (74 Kategorie Print, 126 Kategorie elektronische Medien, davon 12 Internetangebote). Zur Jury gehören neben Bischof Fürst auch Dr. Claudia Nothelle (Rundfunk Berlin-Brandenburg, Potsdam), Werner Dieste (Mitteldeutscher Rundfunk, Erfurt), Stefan Kläsener (Westfalenpost, Hagen), Bernhard Remmers (Medienwerkstatt, Osnabrück) und Dr. Johannes Schießl (Sankt Michaelsbund, München). Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM.) verliehen.


Hinweise:
Weitere Informationen zum Katholischen Medienpreis finden Sie im Internet unter www.dbk.de.
Ebenso informieren http://www.gkp.de/ und http://www.katholischer-medienverband.de/ über den Medienpreis.
Unter www.katholisch.de finden Sie eine Bildergalerie sowie ein Video "Hinter den Kulissen der Preisverleihung".
Fotos der Preisträger und Preisverleihung sind abrufbereit bei: KNA-Bild, Adenauerallee 134, 53113 Bonn, Tel.: 0228 – 26000800, Fax: 0228 – 26000815, E-Mail: redaktion(at)kna-bild.de

 


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