Pressemeldung
24.01.2012 - Nr. 010

24.01.2012: Deutsche Bischöfe fordern entschlossenen Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Kirche leistet Beiträge zur Prävention

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat auf seiner heutigen Sitzung in Würzburg „eine neue  Entschlossenheit“ von Staat und Gesellschaft im Kampf gegen rassistische und rechtsextremistische Tendenzen in Deutschland gefordert. „Der Gipfel gegen Rechtsextremismus, der heute auf Einladung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder abgehalten wird, muss zu einem starken Zeichen des Zusammenstehens des Staates und der demokratischen Kräfte gegen alle Formen der Menschenverachtung werden. Wer Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe oder Religion ausgrenzt, wer sie diskriminiert oder gar physisch attackiert, der muss mit Reaktionen der staatlichen Gewalt und dem Widerstand der freiheitlichen Gesellschaft rechnen“, erklären die Bischöfe.

Nach Auffassung der Deutschen Bischofskonferenz haben der Massenmord eines norwegischen Rechtsextremisten und die Aufdeckung der neonazistischen Zelle aus Zwickau, die in den zurückliegenden Jahren mindestens zehn Menschen ermordet hat, drastisch vor Augen geführt, dass auch in den zivilen europäischen Gesellschaften „ein Bodensatz des fanatischen Hasses auf alles Fremde“ besteht. Es reiche jedoch nicht, die „extrem gewalttätigen Auswüchse des Rechtsextremismus zu verurteilen“. Vielmehr „müssen wir alle uns bereits den kleinen Demonstrationen der Menschenfeindlichkeit“, denen wir im gesellschaftlichen Alltag begegnen, „mit Zivilcourage entgegenstellen, um dem Aufkeimen oder Vordringen rechtsextremistischer Gesinnungen entgegenzuwirken“.

Die Bischöfe betonen, dass Fremdenhass, Rassismus, Antisemitismus und jede Form des Rechtsextremismus mit dem christlichen Glauben „absolut unvereinbar“ sind. Respekt zollen sie den vielen Organisationen und Gruppen in der Kirche, insbesondere der deutschen Caritas sowie dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und seinen Mitgliedsorganisationen für ihren langjährigen und aktiven Einsatz gegen rechtsextremistische Tendenzen in unserer Gesellschaft. Hier leisteten Katholiken „unersetzliche Beiträge der Prävention“. Auch die von den christlichen Kirchen in Zusammenarbeit mit Kommunen und gesellschaftlichen Organisationen jährlich durchgeführte „Interkulturelle Woche“ sei ein Dienst an einem guten und friedlichen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Zugehörigkeit. „So ermutigen wir diejenigen, die bereits seit Langem gegen Ausgrenzung und Unmenschlichkeit tätig sind, in ihrem Engagement nicht nachzulassen. Alle Kirchengemeinden und die katholischen Verbände bitten wir, sich mutig und tatkräftig für eine friedliche Gesellschaft zu engagieren, in der die Verachtung von Menschen keinen Platz hat.“

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