Pressemeldung
09.02.2012 - Nr. 020

09.02.2012: Fachtagung der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz zur Erwachsenenkatechese

Erwachsen sein im Glauben

„Die Veränderungsprozesse, denen die Kirche und unsere Gesellschaft unterliegt, machen ein vertieftes Nachdenken notwendig, wie Glauben heute angeeignet und weitergeben wird.“ Diese Auffassung hat heute Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, in Frankfurt vertreten. Bei einer Fachtagung der Pastoralkommission unter dem Leitwort „Erwachsenenkatechese und ihre Bedeutung für die Gemeinden“ diskutierten rund 70 Teilnehmer über Wege der Glaubenssuche und Glaubenskommunikation. Dabei ging es um eine Vernetzung der verschiedenen Aktivitäten im Bereich der Erwachsenenkatechese und Glaubenskurse für Erwachsene sowie um die Darstellung von deutlichen Perspektiven für die Gemeindeentwicklung.


„Christen wollen und sollen in ihrem Glauben erwachsen werden. Sie wollen sprach- und auskunftsfähig sein. Die heutige Diskussion und die vielen Initiativen in den Bistümern machen deutlich, dass das Thema aktuell ist“, so Bischof Bode. Viele Kinder und Jugendliche gingen zur Erstkommunion und empfingen das Sakrament der Firmung. Mit großem Engagement erfolge die Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente durch Katechetinnen und Katecheten. Bischof Bode: „Diese Wegbegleitung ist wichtig. Aber wir müssen verstärkt weiterfragen: Was kommt danach? Wohin führt der Weg?“ Erwachsene setzten sich mit Fragen des christlichen Glaubens auseinander und wollten ihn als Erwachsene verstehen. „Der Glaube bleibt nur lebendig, wenn er die eigenen Lebenserfahrungen durchdringt, – wenn er sich in Krisen und durch Brüche hindurch bewährt oder Anfragen stellen kann.“


Auf die Bedeutung der Erwachsenenkatechese für die Entwicklung der Kirche verwies der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Katechese und Mission“ der Pastoralkommission, Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg): „Die Pastoral in unseren Diözesen steht vor einem Umbruch. Wenn sich die Strukturen unserer Pfarreien verändern, stellt sich die Frage, wie Kirche vor Ort präsent sein kann. Kirche wird dort lebendig, wo die Gläubigen ein Bewusstsein für ihre Berufung entwickeln. Das Sichtbarmachen der Kirche beschränkt sich aber nicht auf Priester oder Hauptberufliche. Alle Christen, die für ihren Glauben Zeugnis ablegen, ob als Katechetinnen und Katecheten oder durch ihr diakonisches Engagement, geben dem Glauben und der Kirche ein Gesicht. Deshalb brauchen wir Angebote, die dazu beitragen, dass alle Getauften ihren Glauben neu entdecken und verstehen.“ Erwachsenenkatechese, so Bischof Tebartz-van Elst, brauche einen Sitz im Leben. „Wenn sie nicht im Abstrakten verbleiben will, muss sie mehr sein als ein temporäres Bildungsangebot.“ Ausdrücklich würdigte Tebartz-van Elst das Engagement von Katechetinnen und Katecheten, die keine Lückenbüßer seien, „die nur deswegen eine Rolle spielen, weil wir einen Mangel an Priestern und Hauptberuflichen haben. Sie stellen sich in exemplarischer Weise dem allgemeinen Auftrag aller Gläubigen zur Weitergabe des Glaubens und der Verkündigung des Evangeliums.“


Zur Fachtagung im „Haus am Dom“ in Frankfurt waren die Seelsorgeamtsleiter und Katechesereferenten der Diözesen, Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, des Deutschen Katecheten-Vereins, der Orden und der Wissenschaft eingeladen.


Hinweis:

Das Statement von Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst finden Sie unten zum Herunterladen.

 


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