Pressemeldung
20.11.2012 - Nr. 187

20.11.2012: Vorstellung des Buches von Papst Benedikt XVI. „Jesus von Nazareth – Die Kindheitsgeschichten“

Erzbischof Zollitsch: Ein Glaubenszeugnis

Erzbischof Zollitsch steht im Kreuzgang des Klosters Himmelspforten und hält das Buch in der Hand.

Erzbischof Robert Zollitsch mit dem neuen Buch von Papst Benedikt XVI.: „Jesus von Nazareth. Die Kindheitsgeschichten“. © KNA

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat heute das neue Buch und damit den dritten Teil des Werkes von Papst Benedikt XVI. über Jesus von Nazareth in Würzburg vorgestellt und als Glaubenszeugnis bezeichnet. „Jesus von Nazareth – Die Kindheitsgeschichten“ ist ab morgen im Buchhandel erhältlich. Für die deutsche Ausgabe zeichnet der Verlag Herder in Freiburg verantwortlich.

Erzbischof Zollitsch würdigte das Bestreben des Papstes, dem Geheimnis des Jesus von Nazareth auf die Spur zu kommen. Am Anfang der Trilogie habe für Joseph Ratzinger die „persönliche Suche nach dem Angesicht des Herrn“ und die Bitte „um jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt“ gestanden. „Das sind ungewohnte Worte von einem Papst. Aber sie zeigen, dass auch für Bischöfe, ja sogar für Päpste der Glaube keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein Geschenk, das es immer wieder zu erbitten gilt. Glaube ist dynamisch, weil er aus einer gelebten Beziehung besteht“, so Erzbischof Zollitsch. Die jetzt vollständige Trilogie zeige einen Autor mit einem zutiefst seelsorgerlichen Anliegen: „Mit seiner Suche nach Gott und der Gewissheit des Glaubens soll das Buch die Menschen dabei unterstützen, die innere Freundschaft mit Jesus zu pflegen“, sagte Erzbischof Zollitsch. Der jetzige dritte Band stehe in Bezug auf seinen Inhalt vor den beiden anderen Bänden. Darum schreibe Papst Benedikt: „Es ist nicht ein dritter Band, sondern eine Art kleiner Eingangshalle zu den beiden bisherigen Teilen.“

Die zentrale Frage des Papstes sei, ob Jesus wirklich Gottes Sohn ist, so Erzbischof Zollitsch: „Hat Jesus sich selbst als Gottessohn verstanden und zu erkennen gegeben? Oder wurden ihm diese Worte erst nachträglich von Glaubenden, die ihn selbst gar nicht erlebt hatten, zum Zweck der Missionierung in den Mund gelegt? Diese zentralen Fragestellungen sind gerade auch mit Blick auf das derzeitige Jahr des Glaubens hochaktuell. Und nicht weniger müssen wir uns diesen Fragen offen stellen, wenn wir nach Wegen der Neuevangelisierung suchen.“ Der Papst scheue nicht davor zurück, das Fundament des Glaubens unter die Lupe zu nehmen und offen und ungeschminkt zu fragen: „Muss man nicht alle Darstellungen, die in den frühen christlichen Gemeinden entstanden sind, genau analysieren, etwaige Zuschreibungen und Übermalungen wieder entfernen, um zu identifizieren, was Jesus zu seinen Lebzeiten tatsächlich gesagt hat, und sich nur darauf verlassen? Ist das nicht sogar umso mehr der Fall, als unbestritten ist, dass die Evangelien unterschiedliche Jesusbilder zeichnen und teilweise sogar sich widersprechende Angaben machen?“ Für den Theologen Joseph Ratzinger und Papst Benedikt XVI. sei klar, so Erzbischof Zollitsch, dass die Bekundung Jesu im Neuen Testament und speziell in den Evangelien aus der Sicht des Glaubens entstanden sei. Erzbischof Zollitsch: „Der Papst fragt: Warum sollte man annehmen, dass sich Jahrzehnte nach dem Tod Jesu, gewissermaßen aus heiterem Himmel, der Glaube gebildet hat, Jesus sei das menschgewordene Gotteswort gewesen und vom Tod auferstanden? Woher sollte dieser Glaube plötzlich gekommen sein? Es gibt, so der Papst, keinen plausiblen Grund, anzunehmen, dass sich dieser Glaube in den frühchristlichen Gemeinden irgendwann selbst entzündet hat. Vielmehr haben die Gemeinden Zeugen geglaubt, die ihnen diese Botschaft verkündeten. Diese Zeugen haben wiederum anderen Zeugen geglaubt. Letztlich ist dieser Glaube entstanden bei denen, die mit Jesus zusammen waren und ihn persönlich kennengelernt haben. Er selbst hat ihnen Anlass zu dieser Gewissheit gegeben.“

Erzbischof Zollitsch betonte weiter: „Nur wenn das historisch wahr ist – und das aufzuzeigen ist das Anliegen dieses Buches – ist der Glaube begründet und greift nicht ins Leere. Wichtig ist dem Heiligen Vater deshalb, herauszuarbeiten, dass und wie Matthäus und Lukas die Ereignisse rund um die Geburt in einen historisch verifizierbaren Rahmen einordnen, um deutlich zu machen: Die Menschwerdung Gottes, die Teilnahme Gottes am menschlichen Schicksal ist kein Mythos, sondern real und konkret. Gott ist wirklich nahe.“ Der Blick auf das Gesamt der Heiligen Schrift zeige, dass dieser Glaube begründet und stimmig sei. „Dafür führt der Papst begründete Argumente an. So zeigt dieses Buch Papst Benedikt einmal mehr als jemanden, der die Bibel kennt und sie meditiert hat. Die Bibel ist für ihn die Primärquelle des Glaubens, deren Lektüre er nachdrücklich ans Herz legt. Das gibt seinem Buch einen zutiefst ökumenischen Charakter“, so Erzbischof Zollitsch.

Hinweis:
Das Statement von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch anlässlich der Vorstellung des neuen Buches von Papst Benedikt XVI. finden Sie untenstehend zum Herunterladen.


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