Pressemeldung
05.03.2013 - Nr. 046

Erzbischof Zollitsch gratuliert Kardinal Walter Kasper zum 80. Geburtstag

„Wahrheit in Nächstenliebe“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat heute Kardinal Walter Kasper zu dessen 80. Geburtstag gratuliert. Kasper, der 1933 in Heidenheim an der Brenz geboren wurde, ist der älteste Teilnehmer im Konklave. In seiner Gratulation würdigte Erzbischof Zollitsch den früheren Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen als eine Persönlichkeit, die die Theologie geprägt habe. Walter Kasper sei es immer darum gegangen, Theologie als geistliches Geschehen zu begreifen, das vom Heiligen Geist durchwirkt sei: „Deine eingängige Sprache und Dein engagiertes Eintreten für eine Theologie, die von den Menschen verstanden wird, zeichnen Dich aus. Immer war es Dir ein Anliegen, die Früchte des Zweiten Vatikanischen Konzils zu ernten und in der Theologie der Gegenwart lebendig zu halten.“

Der Wahlspruch als Bischof von Rottenburg-Stuttgart und als Kardinal, „Veritatem in caritate“ (Wahrheit in Nächstenliebe), sei für Walter Kasper zum Lebensprogramm geworden, „denn für die Wahrheit in Nächstenliebe bist Du als langjähriger Vorsitzender der Kommission Weltkirche in unserer Konferenz und auch als stellvertretender Vorsitzender der Glaubenskommission sichtbar eingetreten“, so Zollitsch.

„Deine seelsorglichen, bischöflichen und wissenschaftlichen Erfahrungen konntest Du dann ab 1999 in die Arbeit des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen einbringen. Für Dich ist Ökumene kein Selbstzweck. Sie zielt immer über sich hinaus auf die Versöhnung und die Einheit aller Getauften. Viele solcher versöhnenden Wege hast Du für Papst Johannes Paul II. angelegt, ebenso für Benedikt XVI.“, schreibt Erzbischof Zollitsch weiter. Kardinal Kasper sei die erfolgreiche Annäherung an die griechisch-orthodoxe Kirche, an das Patriarchat der Armenier in Etchmiadzin und die Erstkontakte zur russisch-orthodoxen Kirche von Moskau gelungen. „Vor allem warst Du ein immer gern gesehener Gesprächspartner bei der evangelischen Kirche hier in Deutschland.“

Ausdrücklich würdigte Erzbischof Zollitsch den Einsatz Kardinal Kaspers für das Gespräch mit dem Judentum: „Mit Deinem Einsatz und Deinem feinfühligen, diplomatischen Geschick ist es zu einem wesentlichen und weitreichenden Schritt in der Aussöhnung mit dem Judentum gekommen. Was unter Papst Johannes Paul II. mit dem berühmten Satz, ‚Ihr seid unsere älteren Brüder’ begann, hast Du kontinuierlich fortgesetzt. Deine Handschrift tragen die Heilig-Land-Reisen der Päpste 2000 und 2009. Du bist in diesem Engagement der Garant für die Äußerung der Kirche gewesen, dass es im Verhältnis zum Judentum keine Wende von der Wende geben dürfe. Dieses mutige Bekenntnis wird Dir gerade auch in unserer Heimat von jüdischer Seite bis heute hoch angerechnet.“

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