Pressemeldung
13.03.2014 - Nr. 042

Pressegespräch „Zur Lage der Religionsfreiheit in Nigeria“ zur Frühjahrs-Vollversammlung 2014 der Deutschen Bischofskonferenz in Münster

„Von der Konversion zum wechselseitigen Respekt“

Beim heutigen Pressegespräch zur Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Münster hat sich der Erzbischof von Abuja (Nigeria), Kardinal John Onaiyekan, zur Lage der Religionsfreiheit in Nigeria geäußert. Nach seinen Worten gefährdet die islamistische Sekte „Boko Haram“ mit ihren Mordattacken – vor allem gegen christliche Kirchen und Einrichtungen – den „relativen Frieden“, der zwischen den christlichen und muslimischen Gemeinschaften in seinem Heimatland traditionell herrscht. Zwar sei der religiöse Terrorismus von „Boko Haram“ auch von muslimischen Autoritäten immer wieder verurteilt worden, doch sei es ihm gelungen, unter Christen Zweifel an der Friedfertigkeit der Muslime zu wecken und eine Atmosphäre des Misstrauens zu erzeugen. Dennoch zeigte sich Kardinal Onaiyekan zuversichtlich: „Die meisten nigerianischen Christen und Muslime leben miteinander in Frieden, ja mehr noch: Sie geben auch ihr Bestes, um den Frieden aufrecht zu erhalten.“

Jeweils etwa die Hälfte der 170 Millionen Einwohner Nigerias gehört dem Islam und dem Christentum an. Für eine friedliche Zukunft ist es nach den Worten des Kardinals unverzichtbar, dass das Konzept der „einen Nation unter einem Gesetz“ zunehmend anerkannt wird. Religionspolitische Sonderwege – wie die Einführung der Scharia in mehreren nördlichen Bundesstaaten – müssten zugunsten des einheitlichen Rechtes im nigerianischen Staat überwunden werden. Die in der Verfassung anerkannte Religionsfreiheit sei dabei der Rahmen, der ein gutes Miteinander der Gläubigen mit verschiedenen Bekenntnissen ermöglichen könne.

Christen und Muslime rief Onaiyekan zu einem vertieften Dialog auf. In der gegenwärtigen Situation sei dies der einzig mögliche Weg, um Spannungen abzubauen. „Von der Konversion der anderen zum wechselseitigen Respekt“ – dies sei die vor den Religionsgemeinschaften in Nigeria liegende Aufgabe.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), unterstrich bei dem Pressegespräch die gewachsenen Beziehungen zwischen der Deutschen und der Nigerianischen Bischofskonferenz. Er erinnerte an eine Reihe wechselseitiger Besuche, die zu einem besseren Verständnis für die Möglichkeiten des interreligiösen Dialogs beigetragen haben und – von deutscher Seite – die Solidarität mit den Christen in Nigeria zum Ausdruck gebracht haben.

Hinweis:
Das Statement von Erzbischof Schick im Pressegespräch sowie einen Lebenslauf von Kardinal Onaiyekan finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen.


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