Aktuelle Meldung
24.08.2014 - Nr. 011

Solidaritätsbesuch bei Chaldäischen Katholiken in München

Kardinal Reinhard Marx betet für Verfolgte im Irak

Kardinal Reinhard Marx hat an die internationale Politik appelliert, die Gewalt gegen die im Irak verfolgten Minderheiten zu stoppen. „Diese barbarischen Akte der Gewalt müssen gestoppt werden. Die internationale Gemeinschaft muss handeln und über Mittel und Wege entscheiden, wie diese humanitäre Katastrophe zu beenden ist“, sagte der Erzbischof von München und Freising im Rahmen eines Besuchs bei den Chaldäischen Katholiken in München am Sonntag, 24. August. Seine Sorge gelte vor allem der caritativen Hilfe und der humanitären Situation im Irak, erklärte Marx.

An die Chaldäische Gemeinde gerichtet unterstrich der Erzbischof, sein Besuch solle „ein Zeichen der Solidarität setzen, dass sie spüren, wie sehr alle in unserem Erzbistum mit ihnen mitfühlen und mitbeten mit Blick auf das Leid ihrer Freunde und Angehörigen im Irak“. Marx zeigte sich „erschrocken über die Gewalt, die sich dort zeigt in einer Brutalität, wie sie kaum vorstellbar ist“. Mit Vertretern von Hilfswerken wie Misereor oder Caritas vor Ort sei die Kirche vor allem „für die Menschen da“. Zugleich sei es wichtig, „dass alles getan wird, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben oder dorthin zurückkehren können, wo sie geboren wurden und aufgewachsen sind“.

Kardinal Marx rief die Gläubigen auf zu „intensiven Aktionen des Gebets“, die ein „Netzwerk der Solidarität in der gesamten Kirche“ aufbauten: „Wir stehen zusammen im Gebet und in der Solidarität“.  Dazu zähle auch die Bereitschaft, sowohl vor Ort caritative und humanitäre Hilfe zu leisten als auch Menschen auf der Flucht aufzunehmen.

Pfarrer Sami Danka, Leiter der Seelsorge für die Chaldäische Katholische Gemeinde München, dankte Marx für diesen „Ausdruck von Solidarität mit unseren verfolgten Schwestern und Brüdern im Irak, die in diesen Wochen grausames Leid“ erfahren würden. Die Chaldäischen Katholiken in Deutschland seien „stark erschüttert und zutiefst traurig“ über die Tausenden ermordeten Christen im Irak. Daneben verwies Danka auf die vielfältige Not der Flüchtenden: Stark traumatisiert und „oft nur mit der Kleidung am Leib“ mangle es vielen an materieller wie psychologischer Unterstützung.

Im Anschluss an einen Gottesdienst der Chaldäischen Katholischen Gemeinde in St. Wolfgang in München-Haidhausen/Au betete Kardinal Marx zusammen mit den Gläubigen für die Notleidenden und Verfolgten im Irak und tauschte sich mit ihnen über die Situation der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verfolgten Christen aus. In Bayern leben rund 6500 Chaldäische Katholiken, mit 4500 Gläubigen die meisten im Großraum München. Sie stammen überwiegend aus dem Irak und werden von der Muttersprachlichen Seelsorge im Erzbistum München und Freising betreut. (ck)


Quelle: Erzbistum München und Freising

 

 

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