Pressemeldung
24.11.2014 - Nr. 198

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Bischof Bode: „Gemeinsam für Gerechtigkeit aktiv werden“

Weltweit wird am morgigen Dienstag (25. November 2014) der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen, der seit 1981 als Gedenk- und Aktionstag stattfindet. Auch in vielen katholischen Gemeinden, Frauenverbänden  und sozialen Institutionen wird dieser Tag zum Anlass genommen, um auf die erschreckenden Tatsachen von Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.

In Krisengebieten wird Vergewaltigung häufig als Kriegswaffe eingesetzt. Außerdem ist die Zahl gezielter Abtreibungen, körperlicher Übergriffe und seelischer Grausamkeit gegen Mädchen so hoch, dass die Worte „It’s a girl!“ von Frauenrechtlerinnen als „die tödlichsten Worte der Welt“ bezeichnet werden. Die Vereinten Nationen schätzen, dass in den vergangenen Jahren weltweit etwa 200 Millionen weibliche Ungeborene aufgrund von geschlechtsselektiver Abtreibung getötet wurden.

Der Vorsitzende der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, erinnert anlässlich des Welttages daran, dass Gewalt gegen Frauen auch in unserer Gesellschaft stattfindet, insbesondere in der Familie: „Eine breit angelegte Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte hat 2014 festgestellt, dass jede dritte befragte Frau seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren hat. Dies entspricht etwa 62 Millionen Frauen in Europa. Eine von 20 Frauen ist seit ihrem 15. Lebensjahr schon einmal vergewaltigt worden. Zwölf Prozent der Frauen wurden in ihrer Kindheit Opfer von sexualisierter Gewalt durch Erwachsene. Diese Zahlen sind zutiefst erschreckend“, so Bischof Bode. Er fügt hinzu: „Zugleich wissen wir aus der  eigenen Kirchengeschichte, dass auch die Kirche an der Geringschätzung von  Frauen mitgewirkt hat.“ Der weltweite Gedenktag müsse die kritische Frage zulassen, inwiefern eigene Frauenbilder der Gewalt gegen Frauen, meist ungewollt, Vorschub leisteten: „Gewalt an Frauen widerspricht zutiefst dem Evangelium und dem Glauben, dass Gott die Menschen als sein Abbild, als Frau und Mann erschaffen hat – und sah, dass dies gut ist (vgl. Gen 1,26–28)“, betonte Bischof Bode.

„Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen möchte ich meine hohe Wertschätzung allen Personen und Institutionen gegenüber zum Ausdruck bringen, die sich der Gewalt an Frauen mit hohem Engagement und oftmals mit großem Risiko entgegenstellen. Ich schaue erwartungsvoll auf den nächsten Ökumenischen Weltgebetstag (6. März 2015), der von Frauen auf den Bahamas stammt und derzeit in den Diözesen vorbereitet wird: Er will die Stereotypen aufbrechen, mit denen Frauen auf sexuelle Verfügbarkeit festgelegt werden. Ich bin dankbar für all jene, die in den vergangenen Jahren die Präventionsarbeit der Kirche aufgebaut haben und über den heutigen Tag hinaus vorantreiben. Der heutige Gedenktag erinnert daran, welche Chancen sich auftun, wenn wir gemeinsam gegen Gewalt und damit für Gerechtigkeit aktiv werden.“

Hinweis:
Die Arbeitsstelle für Frauenseelsorge und die Arbeitsstelle für Männerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz haben bereits 2003 die Arbeitshilfe „Gemeinsam gegen Gewalt“ herausgebracht, die unter www.frauenseelsorge.de zum Herunterladen zur Verfügung steht.

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