Pressemeldung
28.11.2014 - Nr. 202

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2014

„HIV und Aids als Realität innerhalb der Kirche ernst nehmen“

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2014 erinnert der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), an die Millionen von Menschen, die immer noch von der Immunschwächekrankheit betroffen sind: „Weltweit leben ca. 35 Millionen Menschen mit HIV. Allein in diesem Jahr gab es schätzungsweise zwei Millionen Neuinfektionen. Ich denke auch an die zahllosen Menschen, die indirekt von dieser Epidemie betroffen sind: an die Kinder, die ihre Eltern verloren haben, an die Großeltern, die sich aufopferungsvoll um ihre Enkelkinder kümmern, an die vielen Frauen und Männer, die den Kranken beistehen.“ Die Sorge um die Gesundheit der Menschen und die Heilung der Kranken sei der Kirche von Jesus für alle Zeit auf die „To-do-Liste“ geschrieben worden.

Erzbischof Schick mahnt, trotz Erfolgen bei der Vorbeugung und Behandlung von HIV, im Einsatz nicht nachzulassen: „Die Tatsache, dass die Zahl der Neuinfektionen insgesamt abnimmt und dass immer mehr Menschen Zugang zu antiretroviralen Therapien erhalten, darf nicht den Eindruck erwecken, dass das Problem bereits gelöst sei. Weltweit hat derzeit nicht einmal jeder zweite HIV-Infizierte die Möglichkeit einer antiretroviralen Therapie. In einigen Gegenden der Welt, beispielsweise in Zentralasien, nimmt die Zahl der Neuinfektionen immer noch zu. In den kommenden Jahren müssen von der Weltgemeinschaft noch enorme Anstrengungen unternommen werden, um den Kampf gegen HIV und Aids endgültig zu gewinnen.“

Hierbei komme auch der Kirche eine entscheidende Rolle zu, so Erzbischof Schick: „In vielen Ländern des globalen Südens bilden kirchliche Einrichtungen immer noch eine tragende Säule des Gesundheitssystems. Katholische Krankenhäuser, Kliniken und Gesundheitsstationen sind unverzichtbar bei der Behandlung von HIV-Patienten. Gleichzeitig dürfen wir diese Pandemie aber nicht nur als medizinische Herausforderung begreifen. HIV hat oftmals Auswirkungen auf alle Dimensionen des Menschen – körperlich, seelisch, spirituell, sozial. Als Kirche sind wir herausgefordert, dem Beispiel Jesu zu folgen und den Kranken in all diesen Bereichen zur Seite zu stehen.“

Die Sorge um die Kranken dürfe nicht zu einer Aufgabe allein für Spezialisten werden, fordert der Bamberger Erzbischof. „Die Kirche als Ganze mit allen Gläubigen muss sich noch stärker als ‚Heilsgemeinschaft‘ begreifen, in der die Menschen mit HIV und Aids Heimat haben. HIV/Aids ist eine Realität auch innerhalb der Kirche. Dies gilt es noch stärker ernst zu nehmen.“

Der Welt-Aids-Tag wird auf Initiative der Vereinten Nationen seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangen. Weltweit wird so zu einer stärkeren Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken aufgerufen.

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