Pressemeldung
16.04.2015 - Nr. 058

Erste deutschlandweite Seelsorgestudie der katholischen Kirche

Ressourcen und Belastungen von katholischen Seelsorgenden

Heute (16. April 2015) ist die erste deutschlandweite quantitative Seelsorgestudie „Sorge für die Seelsorgenden“ in Berlin vorgestellt worden. Eine fünfköpfige Forschungsgruppe unter der Leitung von P. Prof. Dr. Eckhard Frick SJ (Professor für Spiritual Care am Uniklinikum München) hat dazu mehr als 8.000 in der katholischen Seelsorge tätige Personen befragt. In der Studie werden Ressourcen, Anspruch und Belastung der pastoralen Berufe in der katholischen Kirche Deutschlands untersucht. Die Studie wurde neben P. Prof. Dr. Frick von Prof. Dr. Klaus Baumann (Lehrstuhl für Caritaswissenschaft an der Universität Freiburg), Prof. Dr. Christoph Jacobs (Lehrstuhl für Pastoralpsychologie und Pastoralsoziologie an der Theologischen Fakultät Paderborn), Prof. Dr. Arndt Büssing (Professur für Lebensqualität, Spiritualität und Coping an der Universität Witten/Herdecke) und Prof. Dr. Wolfgang Weig (Ärztlicher Direktor des Zentrums für seelische Gesundheit an den Niels-Stensen-Kliniken Osnabrück) durchgeführt.

In einem Pressegespräch stellte das Forschungskonsortium die Ansprüche an das Seelsorgepersonal vor: Erreichbar sein, trösten können, spirituelle Orientierung geben, kompetent leiten können – das erwarten viele Menschen von Priestern und anderen Seelsorgerinnen und Seelsorgern im Dienst der katholischen Kirche. Was aber passiert, so die Forscher, wenn die Gemeinden zu immer größeren Einheiten zusammengelegt werden? Wie wirken sich die Herausforderungen unserer Zeit auf Engagement und Gesundheit aus? Was geschieht, wenn die Seelsorgerinnen und Seelsorger selbst bis an ihre Belastungsgrenzen gefordert werden? „Unsere Studie zeigt, dass es nicht in erster Linie die Pfarreigröße und andere äußere Faktoren sind, die bei Seelsorgenden zu Beschwerden führen“, meint P. Prof. Dr. Frick.

„Die äußeren Arbeits- und Lebensbedingungen müssen mit den jeweiligen Ressourcen, der persönlichen Stresswahrnehmung, der persönlichen Geschichte und der Position in der Seelsorge zusammen gesehen werden. Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft sind erfreulich hoch. Dennoch gibt es natürlich Hauptamtliche in der Seelsorge, die für Unterstützung oder auch eine stärkere Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten in der Seelsorge dankbar wären“, so das Fazit des Forschungsteams. Deshalb untersucht die Seelsorgestudie auch die persönliche Beziehungsfähigkeit der Priester und anderen Seelsorgenden mit umfangreichen Fragebögen und zusätzlich in zahlreichen Einzelgesprächen. Wenn die Frauen und Männer im kirchlichen Dienst ihre persönliche Spiritualität im Alltag erleben, dann können sie in der Seelsorge stark sein und persönlich andere unterstützen. Deshalb ist es wichtig, individuelle und soziale Kompetenzen zu fördern, die einer lebendigen Spiritualität dienen.

Das Forschungskonsortium hat über 20.000 Seelsorgende angeschrieben. Finanziert wurde die Studie aus privaten Stiftungsgeldern. Sie erfolgte nicht im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz.

Hinweis:
Weitere Informationen zu der Seelsorgestudie finden Sie hier. Rückfragen können Sie an Pater Prof. Dr. Frick unter der E-Mail: Eckhard.Frick(at)hfph.mwn.de richten.

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