Pressemeldung
23.09.2015 - Nr. 166

Deutsche Bischofskonferenz stellt Dokument „Gemeinsam Kirche sein“ vor

Von der Volkskirche zur Kirche des Volkes Gottes

Anlässlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda ist heute das neue Dokument „Gemeinsam Kirche sein – Wort der deutschen Bischöfe zur Erneuerung der Pastoral“ vorgestellt worden. Hintergrund für den Text ist eine Verständigung der Bischöfe aus dem Jahr 2011, mit Blick auf das 50-jährige Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils eine neue Lektüre der Konzilsdokumente vorzunehmen. „Gemeinsam Kirche sein“ will den Weg begleiten, auf dem sich die Menschen in den (Erz-)Bistümern befinden: den Weg von der Volkskirche zu einer Kirche des Volkes Gottes. Während des mehrjährigen bundesweiten Gesprächsprozesses entstand das Dokument und versteht sich als ein Ergebnis dieses Prozesses.

Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), erläuterte vor Journalisten den Entstehungsprozess des Dokumentes. Insbesondere ging es darum, die Konzilsdokumente Gaudium et spes und Lumen gentium mit den gegenwärtigen theologischen und pastoralen Fragen neu zu lesen. Dabei war es notwendig, sich auch mit den in den vergangenen Jahren sichtbar gewordenen pastoralen Umbrüchen, ihren gesellschaftlichen und kirchlichen Hintergründen sowie mit den Konsequenzen für Priester und Laien, Hauptberufliche und Ehrenamtliche zu befassen. „Es ging uns also darum, die theologisch-geistliche Sicht von Kirche, die das Konzil uns vorgelegt hat, für die Pastoral der Kirche von heute und ihre Träger und Akteure fruchtbar zu machen“, so Bischof Bode. Die Beratungen des Dokumentes seien auch für die Bischöfe ein wichtiger Lernprozess gewesen: „Es war beeindruckend zu erleben, wie im Prozess unserer Beratungen vertraute Aussagen des Konzils neu in die Mitte rückten und zum Leuchten kamen. Indem das Konzil das Gemeinsame vor die Unterschiede stellt, wird auch deutlich: Das gemeinsame Priestertum aller Getauften und das Priestertum des Dienstes sind als zwei Ausgestaltungen des einen Priestertums Jesu Christi wechselseitig aufeinander verwiesen. Es geht also nicht nur um ein Miteinander, sondern theologisch und sprachlich korrekter um das Zueinander von Klerus und Laien, von Charismen und Diensten in der Kirche.“

Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste, würdigte im Pressegespräch das neue Dokument als wichtigen Impuls für die weitere Arbeit der Kirche: „Die Veränderungen in der Kirche in Deutschland sind mit dem Wort ‚Gemeinsam Kirche sein‘ keineswegs beendet. Vielleicht ist es auch nur eine Art Zwischenbericht auf einem längeren Weg, den wir formuliert haben. Die hier formulierten Gedanken verstehen sich als Impulse. Es sind keine Gesetzestexte. Eher werfen sie Fragen auf, als dass sie sie beantworten – vor allem, wie dem Zeugnis der Kirche vor Ort, den Menschen nahe, Gesicht zu geben sei. Wir vertrauen darauf, dass dort, wo Menschen sich von der Freude des Evangeliums ergreifen lassen, die Kirche wächst und der Glaube Zukunft hat“, so Bischof Genn. Mit Blick auf die Charismen betonte Bischof Genn: „Charismen sind die konkrete Weise, wie die Partizipation der Einzelnen sich ausgestaltet. Damit verbindet sich eine neue Sicht auf das Ehrenamt. Ehrenamtliche wollen immer weniger für vorgegebene Aufgaben angeworben und eingesetzt werden; sie wollen sich mit ihren persönlichen Fähigkeiten und gemäß ihren – auch zeitlich begrenzten – Möglichkeiten einbringen.“

Hinweise:
Das Dokument „Gemeinsam Kirche sein“ finden Sie als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik „Veröffentlichungen“. Dort kann das Wort der deutschen Bischöfe auch als Broschüre (Die deutschen Bischöfe, Nr. 100, Bonn 2015) bestellt werden.

Die Statements von Bischof Bode und Bischof Genn aus dem Pressegespräch finden Sie ebenfalls untenstehend zum Herunterladen.


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