Pressemeldung
25.11.2015 - Nr. 226

Bundesweit erster Katholischer Flüchtlingsgipfel in Würzburg beendet

„Die Hoffnungen und Ängste der Flüchtlinge sind auch die Hoffnungen und Ängste der Kirche“

Am Dienstag, 24. November 2015, hat in Würzburg der bundesweit erste Katholische Flüchtlingsgipfel stattgefunden, zu dem der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), eingeladen hatte. Teilgenommen haben rund 130 Vertreter katholischer Organisationen, die einen Beitrag zur Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen leisten.

Zu Beginn des Flüchtlingsgipfels betonte Erzbischof Heße, dass in diesen Tagen „die Hoffnungen und Ängste der vielen Menschen, die auf der Suche nach einem Leben in Freiheit, Sicherheit und Würde ihre Heimat hinter sich lassen, auch die Hoffnungen und Ängste der Kirche“ sind. „Mit neuer Deutlichkeit rücken die Licht- und Schattenseiten der globalisierten Welt ins Bewusstsein der Menschen in unserem Land. Die gegenwärtigen Fluchtbewegungen wecken in unserer Gesellschaft ein großes Maß an Solidarität, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl, sorgen gleichzeitig jedoch auch für Gefühle der Verunsicherung, Ratlosigkeit und Überforderung.“ Christen fühlten sich sowohl den Flüchtlingen als auch den sozial schwächer Gestellten sowie dem gesellschaftlichen Gemeinwohl verpflichtet. Erzbischof Heße dankte den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich mit „Beharrlichkeit und Kreativität“ in der Flüchtlingshilfe engagieren. „Sie tragen dazu bei, dass die von Papst Franziskus geforderte ‚Globalisierung der Nächstenliebe‘ sich inmitten unserer Gesellschaft ereignet“, so Erzbischof Heße.

Der Katholische Flüchtlingsgipfel diente vor allem dazu, Fachleute und Praktiker zusammenzuführen, die über konkrete Initiativen der Flüchtlingshilfe berieten und Vorschläge für die Arbeit des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen vorlegten. Erzbischof Heße bestärkte die Teilnehmer zu Beginn der Beratungen zu einem offenen und intensiven Gedankenaustausch. In Arbeitsgruppen wurden folgende Themen diskutiert:

  • Wohnraum für Flüchtlinge;
  • Seelsorge für Flüchtlinge / Auswirkungen für Flüchtlingsbewegungen auf die allgemeine Pastoral;
  • Begleitung, Qualifizierung und Stärkung des ehren- und hauptamtlichen Engagements in der kirchlichen Flüchtlingshilfe;
  • Integration und Arbeit – Lehrstellen und berufliche Perspektiven für Flüchtlinge;
  • Integration und Bildung – Förderung von Flüchtlingen in Kindergarten, Schule und Hochschule;
  • Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge;
  • Interreligiöser und interkultureller Dialog – Kooperation mit muslimischen und jüdischen Akteuren in der Flüchtlingshilfe;
  • Internationale Flüchtlingshilfe;
  • Gesundheit / psycho-soziale Begleitung;
  • Politische Positionierung zu Fragen von Flucht und Asyl.

Vom Katholischen Flüchtlingsgipfel gingen konkrete Impulse zur besseren Vernetzung und Koordination kirchlicher Aktivitäten in den genannten Themenbereichen aus. Erzbischof Heße betonte, dass das bemerkenswerte Engagement der über 100.000 Ehrenamtlichen verstärkt einer professionellen Begleitung bedarf. Trotz des Personalmangels im Bereich der sozialen Dienste müssten die Qualitätsstandards der kirchlichen Flüchtlingshilfe aufrechterhalten werden.

Außerdem wurde ein Leitbild der kirchlichen Flüchtlingshilfe zur Diskussion gestellt, das die Deutsche Bischofskonferenz Anfang des kommenden Jahres beschließen soll. „Bei unserem Flüchtlingsgipfel ging es nicht in erster Linie um Appelle an andere: Es ging um das, was wir als Kirche leisten können und müssen, damit den Flüchtlingen geholfen wird und unser Land eine gute Zukunft hat“, so Erzbischof Heße.

Hinweis:
Weitere Informationen zur Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche, zu Projekten sowie zum Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz finden Sie auf der Microsite „Flüchtlingshilfe“.

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