Pressemeldung
04.12.2015 - Nr. 235

Internationaler Tag des Ehrenamtes

„Damit Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in unserer Gesellschaft das Zusammenleben der Menschen bereichern“

Weltweit wird am morgigen Samstag, 5. Dezember 2015, der Internationale Tag des Ehrenamtes begangen, der 1986 von den Vereinten Nationen eingerichtet wurde und der Anerkennung und Würdigung des weltweiten ehrenamtlichen Engagements dient. Der Tag des Ehrenamtes ist Anlass auch für die Kirche, den vielen ehrenamtlich Engagierten zu danken und sie in ihren vielfältigen Tätigkeiten zu ermutigen. Weltweit setzen sich Menschen für die Linderung der Not ihrer Mitmenschen ein. Für die Überwindung sozialer Ungerechtigkeit erheben sie ihre Stimme und engagieren sich mit Kreativität für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher ethnischer Gruppen, sozialer Schichten und Religionen. Durch das ehrenamtliche Engagement werden Gerechtigkeit und Frieden im gesellschaftlichen und sozialen Nahbereich spürbar. Keine staatliche Instanz kann die Sorge der Menschen füreinander und ihre Aufmerksamkeit für Notlagen ersetzen. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre auch der Sozialstaat in Deutschland unvollständig und das gesellschaftliche Leben ärmer und kälter. Die Kirche ist beispielsweise durch den Einsatz der rund 8.500 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Telefonseelsorge für die Probleme eines jeden Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit ansprechbar. Im Zusammenwirken von ehrenamtlichen Besuchsdiensten und hauptberuflichen Seelsorgern steht sie den Kranken und Alten bei.

„Das ehrenamtliche Engagement von Frauen und Männern in Kirche und Gesellschaft zu fördern, ist den deutschen Bischöfen ein wichtiges Anliegen“, betont der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück). „Ich möchte von Herzen allen danken, die ihre Kreativität und ihren Mut einbringen, damit Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in unserer Gesellschaft das Zusammenleben der Menschen bereichern; die vielen Ehrenamtlichen und Freiwilligen in unseren Pfarrgemeinden und in unserer Caritas, die unverzichtbare Unterstützungen für die vielen Hilfsbedürftigen und Notleidenden sind, aktuell besonders in der kirchlichen Flüchtlingshilfe.“ Viele Ehrenamtliche stellten ohne zu zögern ihre Zeit, ihr Wissen und Können und vielfach auch ihr Geld zur Verfügung, so Bischof Bode. „Sie sind sensibel für neue Problemlagen, für die unser Sozialsystem trotz seines hohen Niveaus keine Lösungen parat hat.“

Im Jahr 2015 haben die deutschen Bischöfe einen besonderen Anlass zum Dank: Es sind die freien und oft spontanen ehrenamtlichen Initiativen, die sich der Flüchtlingskrise stellen. Mit ihrer Nächstenliebe tragen sie dazu bei, dass die Hoffnung auch für die Bedrängten und Bedrohten nicht stirbt. In diesem Zusammenhang weist Bischof Bode noch einmal auf den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus hin, den die deutschen Bischöfe in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt haben und der gestern für besonderes Engagement aus dem katholischen Glauben heraus für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft verliehen worden ist.

In einem Video sprechen Kardinal Woelki, Erzbischof Heße, Erzbischof Schick, Bischof Wiesemann, Bischof Ipolt, Bischof Fürst, Bischof Overbeck und Weihbischof Jaschke stellvertretend für alle deutschen Bischöfe ihren Dank allen Menschen aus, die sich derzeit auf vielfältige Art und Weise für Flüchtlinge engagieren.

Bischof Bode erinnert zudem an das jüngste Wort der deutschen Bischöfe zur Erneuerung der Pastoral: Unter dem Titel „Gemeinsam Kirche sein“ begrüßen die deutschen Bischöfe unter anderem die vielfältigen Formen des ehrenamtlichen Engagements, die für das Leben der Kirche eine entscheidende Rolle spielen. Viele Formen dieses Engagements können als Charismen gedeutet werden. Aus ihnen erneuert sich die Kirche. Mit ihrer Zuversicht und ihrer Hoffnung, die ihren Grund in Gottes Gerechtigkeit und Liebe haben, bereichern die Christen die Kultur des Helfens, der Solidarität und des ehrenamtlichen Engagements, zu dem viele Menschen in unserer Gesellschaft bereit sind. Dass Christen und Christinnen ihren Glauben und ihre Hoffnung auch angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen der Flüchtlingskrise einbringen, sei der eigentliche Reichtum der Kirche: „Wir vertrauen auf die Charismen der Gläubigen und wollen gemeinsam Kirche für alle Menschen sein“, zitiert Bischof Bode aus „Gemeinsam Kirche sein“.

Hinweis:
Informationen zum Engagement bei der Caritas sind auf der Internetseite der Caritas zu finden sowie zum Engagement für Flüchtlingshilfe.

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