Pressemeldung
12.02.2016 - Nr. 023

Botschaft der deutschen Bischöfe zum Abschluss des überdiözesanen Gesprächsprozesses

Im Heute glauben!

Die deutschen Bischöfe haben heute eine Botschaft zum Abschluss des überdiözesanen Gesprächsprozesses veröffentlicht. Fünf Jahre nach Beginn und „zu Beginn der österlichen Bußzeit, mitten im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, können wir dankbar feststellen, dass es sich gelohnt hat, in diesen Prozess einzutreten“, schreiben die Bischöfe in ihrem Wort „Im Heute glauben!“

„Wir haben nach Wegen des kirchlichen Lebens und Lehrens gesucht, die es gestatten, die Botschaft des Evangeliums den Menschen in heutiger Zeit besser zugänglich zu machen. Damit haben wir ein wichtiges Anliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils aufgegriffen: das „Aggiornamento“ – das bleibend notwendige „Heutig-Werden“ des Glaubens. Wir sind den Weg des Dialogs gegangen. Wir fühlen uns dabei durch Papst Franziskus bestärkt“, betonen die Bischöfe. In den verschiedenen Phasen des Prozesses habe man erfahren, dass alle, die sich an den Veranstaltungen beteiligt haben, durch die Sorge um und die Leidenschaft für unsere Kirche und für die Menschen motiviert gewesen seien. „Wir haben gelernt, dass es hilfreich ist, wichtige Anliegen und brennende Themen gemeinsam aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, um klarer zu sehen, was zu tun oder auch zu lassen ist. Die Gespräche auf Augenhöhe haben die jeweiligen Kompetenzen und Zuständigkeiten der Gesprächsteilnehmerinnen und Gesprächsteilnehmer nicht nivelliert. Sie haben vielmehr dazu geführt, dass der wechselseitige Respekt vor der Expertise und dem Engagement des Anderen gewachsen ist.“

Dankbar zeigen sich die Bischöfe für die vielfältige Aufnahme des Gesprächsprozesses in  Diözesen, Verbänden und Gruppierungen. „Auch wenn in unserem überdiözesanen Gesprächsprozess keine Beschlüsse gefasst wurden, hat er vorzeigbare Ergebnisse hervorgebracht.“ Hier nennt die Botschaft unter anderem die Themen: die Beteiligung von wiederverheirateten Geschiedenen am Leben der Kirche, die Revision des Kirchlichen Arbeitsrechts und die Selbstverpflichtung, den Anteil von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen deutlich zu erhöhen.

Der Gesprächsprozess sei vornehmlich innerkirchlichen Themen gewidmet gewesen. „Aber schon in der Abschlussveranstaltung in Würzburg haben wir uns spontan gemeinsam zur Flüchtlingsfrage geäußert. So hat sich gezeigt, dass unsere innerkirchlichen Vergewisserungen auch dazu befähigen, Mitverantwortung in aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu übernehmen. Das ist unsere bleibende Aufgabe“, so die Bischöfe.

In ihrer Botschaft legen die Bischöfe auch dar, wie es nach dem überdiözesanen Gesprächsprozess weitergehen soll: „Wir laden zu einer Versammlung mit Vertreterinnen und Vertretern u. a. aus den (Erz-)Diözesen, den Orden, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, dem Deutschen Caritasverband, den Theologieprofessoren und den Gemeinschaften und Bewegungen ein, wie wir sie im Dialogprozess erlebt haben. Sie soll nach Möglichkeit alle zwei Jahre mit circa 120 Personen stattfinden und sich konkreten
(Einzel-)Fragen des kirchlichen Auftrags widmen. Die Auswahl der Themen und die Vorbereitung der Treffen sollen gemeinsam erfolgen. Die Treffen dienen der Reflexion, der Konsultation, der Vergewisserung und der Verständigung über den weiteren Weg. Wir sind davon überzeugt, dass sie neben den entsprechenden Begegnungen in den (Erz-)Diözesen weitere Schritte auf dem Weg einer ‚Kirche der Teilhabe‘ sind.“

Hinweise:

  • Den Wortlaut der Botschaft der deutschen Bischöfe zum Abschluss des überdiözesanen Gesprächsprozesses, der vom Ständigen Rat am 25. Januar 2016 beschlossen wurde, finden Sie untenstehend als pdf-Datei zum Herunterladen.
  • In der Rubrik „Veröffentlichungen“ kann die Botschaft auch als Flyer bestellt werden.
  • Bereits vorhanden ist die Dokumentation des Gesprächsprozesses in Form eines Abschlussberichtes, den Sie ebenfalls in der Rubrik „Veröffentlichungen“ finden.

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