Aktuelle Meldung
10.05.2016 - Nr. 014

Deutsche Bischofskonferenz zur Situation christlicher Flüchtlinge in Flüchtlingseinrichtungen

Umfrage in den deutschen (Erz-)Bistümern

Die Deutsche Bischofskonferenz hat in den vergangenen Wochen eine Umfrage in den (Erz-)Bistümern durchgeführt, um Informationen über die Situation von christlichen Flüchtlingen in Flüchtlingseinrichtungen zu erhalten. Auch wurde Kontakt zu katholischen Organisationen, die Flüchtlingseinrichtungen unterhalten (zum Beispiel Caritas, Malteser), sowie zu staatlichen Stellen und privaten Sicherheitsdiensten aufgenommen. Diese Erhebung legt die Einschätzung nahe, dass Einschüchterung und Diskriminierung (bis hin zu Gewalt) gegenüber christlichen Bewohnern von Flüchtlingseinrichtungen kein geläufiges, wohl aber ein immer wieder auftretendes Problem sind, das ernst genommen werden muss. Kirchlich betriebene und generell kleinere Einrichtungen sind dabei offenkundig weniger betroffen als andere. Eine Quantifizierung des Problems, wie sie in einer Pressekonferenz mehrerer Organisationen am 9. Mai 2016 vorgenommen wurde, hält die Deutsche Bischofskonferenz aufgrund der ihr vorliegenden Informationen für nicht möglich.

Die Situation der christlichen Flüchtlinge in Flüchtlingseinrichtungen macht es aus unserer Sicht erforderlich, die generellen Konzepte für den Betrieb dieser Einrichtungen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Darüber hinaus sollten besondere Schutzmaßnahmen für Angehörige religiöser Minderheiten unter den Asylbewerbern entwickelt werden. Bei dieser Weiterentwicklung von Standards sind insbesondere die Erfahrungen jener zahlreichen Einrichtungen zu berücksichtigen, in denen das Zusammenleben von Menschen verschiedener religiöser und kultureller Prägung gut funktioniert. Die deutschen Bischöfe werden dazu Empfehlungen erarbeiten und vorlegen.

Alle Rechte vorbehalten © 2018 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254